Thomas Gullickson

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Thomas Gullickson (2012)
Wappen von Thomas Edward Gullickson

Thomas Edward Gullickson (* 14. August 1950 in Sioux Falls, USA) ist ein Erzbischof der römisch-katholischen Kirche und Diplomat der römischen Kurie.

Leben[Bearbeiten]

Thomas Gullickson empfing nach seinem Philosophie und Theologiestudium die Priesterweihe am 27. Juni 1976 in seiner Heimatstadt, zugleich Sitz seines Heimatbistums Sioux Falls, durch Bischof Lambert Anthony Hoch. 1985 wurde er an der Päpstlichen Universität Gregoriana nach Anfertigung einer Dissertationsschrift mit dem Titel The diocesan bishop. Moderator and sponsor of the ministry of the word. A comparative study of Tridentine legislation and the 1983 code of canon law zum Dr. iur. can. promoviert.

Gullickson trat am 1. Mai 1985 in den Diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein und war in Ruanda, Österreich, Tschechoslowakei, Jerusalem/Israel und Deutschland tätig. Papst Johannes Paul II. verlieh ihm am 30. Juni 1986 den Ehrentitel Kaplan Seiner Heiligkeit[1] (Monsignore) und am 21. November 1997 den Titel Ehrenprälat Seiner Heiligkeit.[2]

Am 2. Oktober 2004 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Titularerzbischof von Polymartium und zum Apostolischen Nuntius für Trinidad und Tobago, die Bahamas, Dominica, St. Kitts und Nevis und St. Vincent und die Grenadinen. Die Bischofsweihe spendete ihm Erzbischof Giovanni Lajolo, Sekretär im Vatikanischen Staatssekretariat, am 15. Dezember desselben Jahres; Mitkonsekratoren waren Bischof Robert James Carlson und Altbischof Paul Vincent Dudley von Sioux Falls. Am gleichen Tag wurde er zudem zum Apostolischen Nuntius für Trinidad und Tobago, Antigua und Barbuda, Barbados, Bahamas, Dominica, Grenada, Guyana, Jamaika, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen sowie Suriname bestellt. Er war zudem Apostolischer Delegat der Antilles Episcopal Conference der Römisch-katholischen Kirche in der Karibik.

Papst Benedikt XVI. berief ihn am 21. Mai 2011 zum Apostolischen Nuntius in der Ukraine. Wegen dezidiert proukrainischer politischer Äußerungen in der Öffentlichkeit wurde er vorzeitig von diesem Amt abberufen.[3] Am 5. September 2015 ernannte ihn Papst Franziskus zum Apostolischen Nuntius in der Schweiz und in Liechtenstein.[4] Aufgrund seiner konservativ-vorkonziliaren Haltung zur Liturgie und anderen kritischen Themen sowie seiner damit einhergehenden Sympathie für die Piusbruderschaft[3] stellt er sich indirekt gegen das Schweizer Prinzip der kollektiven Verträglichkeit.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Annuario Pontificio per l’anno 1996, Città del Vaticano 1996, S. 2197.
  2. Diarium Romanae Curiae, AAS 90 (1998), n. 5, p. 357.
  3. a b Fabienne Riklin: Der neue Papst-Botschafter spaltet die katholische Schweiz, Schweiz am Sonntag vom 31. Januar 2016 (online-Version vom 30. Januar)
  4. Nomina del Nunzio Apostolico in Svizzera e nel Principato di Liechtenstein. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 5. September 2015, abgerufen am 5. September 2015 (italienisch).
Vorgänger Amt Nachfolger
Diego Causero Apostolischer Nuntius in der Schweiz
seit 2015
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Diego Causero Apostolischer Nuntius in Liechtenstein
seit 2015
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Ivan Jurkovič Apostolischer Nuntius in der Ukraine
2011–2015
Claudio Gugerotti