Thomas Haldenwang

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Thomas Haldenwang
Thomas Haldenwang und Horst Seehofer in der Bundespressekonferenz am 6. Oktober 2020 bei der Vorstellung des Lageberichts zum Rechtsextremismus in Sicherheitsbehörden

Thomas Haldenwang (* 21. Mai 1960 in Wuppertal) ist ein deutscher Jurist, politischer Beamter und seit dem 15. November 2018 Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV).[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur leistete Haldenwang seinen Wehrdienst bei der Marine ab. Anschließend studierte er Jura an der Universität Marburg. Sein Referendariat am Oberlandesgericht Düsseldorf beendete er 1991 mit dem Zweiten juristischen Staatsexamen. Es folgte bis 2000 eine Beschäftigung als Referent in der Abteilung für Dienstrecht sowie als Personalreferent beim Bundesministerium des Innern (BMI). Anschließend leitete Haldenwang eine Referatsgruppe beim Bundesverwaltungsamt. 2006 kehrte er zum BMI zurück, nun als Referatsleiter für Laufbahnrecht und Geschäftsführer des Bundespersonalausschusses.

2009 wechselte Haldenwang zum Verfassungsschutz. Bis Ende 2012 leitete er dort die Abteilung Z (Zentrale Dienste) und war ständiger Vertreter des Vizepräsidenten. Am 1. August 2013 wurde er selbst Vizepräsident der Behörde als Nachfolger von Alexander Eisvogel.[2] Am 15. November 2018 wurde Haldenwang zum Präsidenten des BfV ernannt. Er folgte damit auf Hans-Georg Maaßen.[1] In seinem Amt als oberster Verfassungsschützer wird Haldenwang seit Anfang 2019 von dem Rechtswissenschaftler Sinan Selen als Vizepräsident und seit Sommer 2022 von der Verwaltungsjuristin Felor Badenberg als Vizepräsidentin unterstützt.[3]

Nach seiner Ernennung kündigte er eine verstärkte Fokussierung des BfV auf den Rechtsextremismus an. Die Mitarbeiter ausschließlich für diesen Phänomenbereich sollen von 200 auf 300 aufgestockt werden.[4] Bei den Ermittlungen zum Mord an Walter Lübcke sagte Haldenwang, womöglich müsse man sich auch beim Rechtsextremismus auf „Schläfer“ – ähnlich wie im Bereich des Islamismus – einstellen.[5] Durch die Einstufung der AfD-Gruppierung Der Flügel als „gesichert rechtsextremistische Bestrebung“ soll er laut Spiegel zum Feindbild von Rechtsradikalen geworden sein.[6]

Haldenwang ist Mitglied der CDU[7] und evangelischen Glaubens.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Thomas Haldenwang – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Präsident Thomas Haldenwang. In: https://www.verfassungsschutz.de/. Bundesamt für Verfassungsschutz, abgerufen am 29. August 2021.
  2. Thomas Haldenwang neuer Vizepräsident im Bundesamt für Verfassungsschutz. In: verfassungsschutz.de. 26. Juli 2013, abgerufen am 28. Januar 2021.
  3. Die Amtsleitung. Bundesamt für Verfassungsschutz, aufgerufen am 13. Juli 2022
  4. Ferdos Forudastan und Ronen Steinke: Neuer Verfassungsschutz-Chef verspricht stärkeren Kampf gegen rechts. In: https://www.sueddeutsche.de/. Süddeutsche Zeitung, 21. Dezember 2018, abgerufen am 21. Dezember 2018.
  5. Fall Lübcke: "Anschlag gegen den freiheitlichen Staat". In: www.dw.com. Deutsche Welle, abgerufen am 29. August 2021 (deutsch).
  6. Ansgar Siemens, Severin Weiland, Wolf Wiedmann-Schmidt: Der Höcke-Jäger. In: Der Spiegel. Nr. 12, 2020, S. 90 f. (online14. März 2020).
  7. Ronen Steinke: Thomas Haldenwang, der leise Nachrücker. In: https://www.sueddeutsche.de/. Süddeutsche Zeitung, 5. November 2018, abgerufen am 18. August 2019.
  8. Konrad Schuller: BfV-Chef Thomas Haldenwang – Waschen ohne Plätschern. In: https://www.faz.net/. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. April 2019, abgerufen am 6. April 2019.