Thomas Koschwitz

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Thomas Koschwitz (* 6. April 1956 in Heidelberg) ist ein deutscher Radio- und Fernsehmoderator und seit 2002 auch Buchautor. Trotz vieler TV-Engagements blieb sein Tätigkeitsschwerpunkt bis heute der Hörfunk.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koschwitz begann seine Karriere 1975 mit 19 Jahren als jüngster Hörfunk-Nachrichtensprecher, der je beim Hessischen Rundfunk tätig war. Sehr bald erhielt er seine ersten eigenen Sendungen wie Pop auf Wunsch und Drugstore 1422 beim Saarländischen Rundfunk. Neben seinem Studium der Germanistik, Politologie und Soziologie zwischen 1975 und 1980 im oberhessischen Marburg an der Lahn entwickelte er sich zu einem der profiliertesten Sprecher und Moderatoren des HR3, dies an der Seite bereits etablierter Größen wie Hanns Verres oder Werner Reinke. Koschwitz' Stil und Sprache hatten einen hohen Wiedererkennungswert und machten Formate wie Pop und Weck, Mittagsdiscotheke und Pop mit Gästen zu beliebten und erfolgreichen Sendungen. Als seine erfolgreichste Produktion gilt bis heute die Sendung Kuschelrock, die Koschwitz Ende der 1980er Jahre entwickelte und moderierte.

Mitte der 1980er Jahre startete Koschwitz erste Versuche als TV-Moderator, unter anderem mit einer Sendung am und um den Frankfurter Flughafen. Es folgten Engagements beim Privatsender SAT1 u. a. im Frühstücksfernsehen.[1] Als Urlaubsvertretung übernahm er 1994 während der Sommerpause von Gottschalk Late Night mit großem Erfolg die Moderation der RTL Nachtshow. Diese wurde jedoch 1995 mit dem Beginn der Harald Schmidt Show beim Konkurrenzsender Sat.1 eingestellt, bei dem Koschwitz ein Jahr später die Tiershow Hamster TV moderierte. Die Wirkung dieser mit Spott und Kritik bedachten Produktion hatte Koschwitz nach eigener Aussage deutlich unterschätzt. Später hatte er bereut, die Moderation hierfür jemals übernommen zu haben, obwohl die Sendung einen Zielgruppenmarktanteil von 14,7 Prozent erreichte.[2]

Daneben hatte Koschwitz weitere TV-Engagements als Talkmaster und Schauspieler, unter anderem beim Nachrichtensender N24 mit dem erfolgreichen Late Night Talk Format Koschwitz, das von 2000 bis Dezember 2002 ausgestrahlt wurde, oder in der Tatort-Folge Zielscheibe, in der er 2001 einen zynischen Fernsehmacher spielte.

Am 4. Oktober 2002 erlitt er bei Dreharbeiten einen Schlaganfall. Mit diesem Ereignis und dessen Folgen setzte er sich in einem Buch auseinander.[3] Nach seiner Genesung nimmt er 2003 und 2004 erneut Engagements bei Kabel 1 und SAT1 TV an.

Ab 2004 begann Koschwitz seinen Tätigkeitsschwerpunkt wieder auf den Hörfunk zu legen. Er moderierte bei den Radiosendern Berliner Rundfunk 91.4, harmony.fm und Klassik Radio die Sendung Koschwitz zum Wochenende. Bis heute wird dieses Format von Radio Brocken und Hitradio RTL Sachsen ausgestrahlt. Große Beachtung fand kurz vor der Bundestagswahl 2005 der von Koschwitz moderierte „Radio-Gipfel“ mit Bundeskanzler Gerhard Schröder und der damaligen Kanzlerkandidatin Angela Merkel, der in voller Länge von den 45 wichtigsten privaten Radiosendern fast zeitgleich ausgestrahlt wurde. Etwa 15 Millionen Zuhörer konnten dabei mitverfolgen, wie Koschwitz Kanzler und Herausforderin befragte.[4][5][6]

Von August 2006 bis April 2010 moderierte er für den Berliner Rundfunk 91.4 werktags zwischen 6 und 10 Uhr die Frühsendung Koschwitz am Morgen, zuletzt zusammen mit seinem Sohn Tim. Zudem war er in der Sendung Koschwitz Classic Hits jeden Freitag von 19 bis 22 Uhr zu hören.

Seit 2011 moderiert er von Berlin aus live für den Radiosender Radio Brocken (Sachsen-Anhalt) gleichzeitig mit 104.6 RTL und Hitradio RTL Sachsen seine eigene Sendung Koschwitz am Nachmittag.[7] Zudem steht er als Backup-Moderator für Arno und die Morgencrew zur Verfügung. Weiterhin produziert er die Sendung Koschwitz zum Wochenende samstags auf antenne 1, Hitradio RTL Sachsen und Radio Brocken, sowie sonntags auf Antenne Pfalz, Antenne Landau und Antenne Koblenz.

Wie viele Kolleginnen und Kollegen ist Koschwitz neben seinen zahlreichen Engagements im Hörfunk auch als Moderator und Entertainer für Events und Galas unterschiedlicher Gelegenheiten und Klientel tätig.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koschwitz heiratete 1981 in Marburg, jedoch hielt die Ehe nicht dauerhaft. Er hat einen Sohn, Tim Koschwitz, der ebenfalls als Radiomoderator tätig ist.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DWDL Medienmagazin
  2. Quotenmeter: Der Fernsehfriedhof: Wenn der Hamster wirklich bohnert...
  3. Thomas Koschwitz: Was macht der Schwindel? – Mein Leben nach dem Schlaganfall. Aqua Verlag, 2003. ISBN 978-3980677844
  4. Archiv der Radiozentrale
  5. Handelsblatt.de: Radiogipfel – Kuschelrock mit Kanzler Gerd
  6. HORIZONT – Zeitung für Marketing, Werbung und Medien vom 15. September 2005, S. 2: Harte Fragen in weichen Salonmöbeln – Radiozentrale organisiert den ersten Radio-Gipfel von Kanzler und Kandidatin im Privatfunk / 45 Stationen stellen ihr Programm um
  7. Radio Brocken: Koschwitz moderiert aus dem Berliner Studio gleichzeitig eine Sendung