Thomas Koschwitz

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Thomas Koschwitz (* 6. April 1956 in Heidelberg) ist ein deutscher Radio- und Fernsehmoderator, Schauspieler und Buchautor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit seinen Eltern zog Koschwitz in den ersten Lebensjahren häufig um. Nach Stationen in Heidelberg, Gelsenkirchen und Braunschweig lebte er ab seinem 9. Lebensjahr in Marburg an der Lahn.[1] Dort ging er zur Schule, machte sein Abitur und studierte. Koschwitz begann seine Karriere 1975 mit 19 Jahren als jüngster Hörfunk-Nachrichtensprecher, der je beim Hessischen Rundfunk tätig war. Auslöser seiner Faszination für das Radio war Anfang der 1970er-Jahre die Beteiligung an einem Mittelwellen-Piratensender des örtlichen Internats in Marburg.[2] Nachdem dies durch die Direktorin unterbunden wurde, ermöglichte sie ihm einen ersten Einblick in den Hessischen Rundfunk. Dort ermutigte man ihn, an einem Sprechercasting teilzunehmen. Dieses fand zeitgleich mit seinem Abitur statt und führte dazu, dass er als Einziger von 25 Bewerbern genommen wurde. Damit erhielt er die besagte Anstellung als Nachrichtensprecher im Radioprogramm des hr. Vorher hatte Koschwitz bereits seine erste Reportage über die Blista in Marburg beim hr eingereicht; sie wurde dort auch gesendet.

Nachdem er in der damaligen Morgensendung aushelfen durfte und Unterhalterqualitäten zeigte, erhielt er seine ersten eigenen Sendungen wie Pop auf Wunsch und Drugstore 1422 beim Saarländischen Rundfunk. Neben seinem Studium der Germanistik, Politologie, Soziologie und Sprechwissenschaft zwischen 1975 und 1980 im oberhessischen Marburg an der Lahn entwickelte er sich zu einem der profiliertesten Sprecher und Moderatoren des hr3, dies an der Seite bereits etablierter Größen wie Hanns Verres oder Werner Reinke. Koschwitz' Stil und Sprache hatten einen hohen Wiedererkennungswert und machten Formate wie Pop und Weck, Mittagsdiscotheke und Pop mit Gästen zu beliebten und erfolgreichen Sendungen. Als seine erfolgreichste Produktion gilt bis heute die Sendung Kuschelrock, die Koschwitz Mitte der 1980er Jahre entwickelte und moderierte.

1985 startete Koschwitz erste Versuche als TV-Moderator für den hessischen Rundfunk, unter anderem mit einer Sendung am und um den Frankfurter Flughafen. Es folgten Engagements beim Privatsender Sat.1 u. a. im Frühstücksfernsehen.[3] Als Urlaubsvertretung übernahm er 1994 während der Sommerpause von Gottschalk Late Night mit großem Erfolg die Moderation der RTL Nachtshow. Diese wurde jedoch 1995 mit dem Beginn der Harald Schmidt Show beim Konkurrenzsender eingestellt, bei dem Koschwitz ein Jahr später die Tiershow Hamster TV moderierte. Die Wirkung dieser mit Spott und Kritik bedachten Produktion hatte Koschwitz nach eigener Aussage deutlich unterschätzt. Später hatte er bereut, die Moderation hierfür jemals übernommen zu haben, obwohl die Sendung einen Zielgruppenmarktanteil von 14,7 Prozent erreichte.[4]

Daneben hatte Koschwitz weitere TV-Engagements als Talkmaster und Schauspieler, unter anderem beim Nachrichtensender N24 mit dem erfolgreichen Late Night Talk Format Koschwitz, das von 2000 bis Dezember 2002 ausgestrahlt wurde, oder in der Tatort-Folge Zielscheibe, in der er 2001 einen zynischen Fernsehmacher spielte. Inzwischen war Koschwitz ab Ende der 1990er Jahre in Berlin für den Sender 94,3 rs2 als Moderator tätig. Mit Beginn des Engagements für N24 zog Koschwitz nach Berlin, da die Talkshow – noch vor dem Wegzug der Senders aus München – dort in einem eigens errichteten Studio produziert wurde. Mit TV- und Radioengagements sollten es fast 20 Jahre werden, die er dort verbrachte.

Am 4. Oktober 2002 erlitt er bei Dreharbeiten einen Schlaganfall. Mit diesem Ereignis und dessen Folgen setzte er sich in einem Buch auseinander.[5] Nach seiner Genesung nahm er 2003 und 2004 erneut Fernsehprojekte bei Kabel eins und Sat.1 an.

Ab 2004 begann Koschwitz seinen Tätigkeitsschwerpunkt wieder auf den Hörfunk zu legen. Er moderierte bei den Radiosendern Berliner Rundfunk 91.4, harmony.fm und Klassik Radio die Sendung Koschwitz zum Wochenende. Derzeit wird dieses Format von Radio Brocken, 105’5 Spreeradio, Antenne 1, RTL – Deutschlands Hit-Radio, Radio Nordseewelle, Antenne Landau und Antenne Pfalz ausgestrahlt. Hintergründe dieses Formats sind zum einen Koschwitz' Überzeugung, Radio müsse weg vom Image, nur Musik abzuspielen und stattdessen wieder „ein Event werden“, zum anderen seine Affinität, die Botschaften und Gedanken anderer Personen herauszuarbeiten.[2] Große Beachtung fand kurz vor der Bundestagswahl 2005 der von Koschwitz moderierte „Radio-Gipfel“ mit Bundeskanzler Gerhard Schröder und der damaligen Kanzlerkandidatin Angela Merkel, der in voller Länge von den 45 wichtigsten privaten Radiosendern fast zeitgleich ausgestrahlt wurde. Etwa 15 Millionen Zuhörer konnten dabei mitverfolgen, wie Koschwitz Kanzler und Herausforderin befragte.[6][7][8]

Von August 2006 bis April 2010 moderierte er für den Berliner Rundfunk 91.4 werktags zwischen 6 und 10 Uhr die Frühsendung Koschwitz am Morgen, zuletzt zusammen mit seinem Sohn Tim. Zudem war er in der Sendung Koschwitz Classic Hits jeden Freitag von 19 bis 22 Uhr zu hören. Anschließend wechselte er zur Berliner Konkurrenz 104.6 RTL und moderierte dort 6 Jahre lang seine eigene Sendung Koschwitz am Nachmittag. Dieses Projekt übt er heute noch durch Voicetracking für den Hörfunksender 105’5 Spreeradio aus.

2016 stand er außerdem als Schauspieler in Berlin auf der Bühne.[9]

Nach vielen Jahren, in denen er in Berlin lebte, verlegte Koschwitz 2018 seinen Wohnsitz wieder in seine hessische Heimat nach Frankfurt. Seit dem 13. August 2018 moderiert Koschwitz wieder live Koschwitz am Morgen auf hr1. Er kehrte damit zum Hessischen Rundfunk zurück, wo er seine Radio-Karriere startete und fast 20 Jahre tätig war.

Wie viele Kollegen ist Koschwitz neben seinen zahlreichen Engagements im Hörfunk auch als Moderator und Entertainer für Events und Galas unterschiedlicher Gelegenheiten und Klientel tätig.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koschwitz heiratete 1981 in Marburg, jedoch hielt die Ehe nicht dauerhaft. Er hat einen Sohn, Tim Koschwitz, der ebenfalls als Radiomoderator tätig ist sowie eine Tochter. Im Sommer 2016 heiratete er seine langjährige Partnerin Cindy.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "nichts spannenderes als [...] Gedanken-Welten anderer Leute kennenzulernen. " - Thomas Koschwitz im Themen-Show-Podcast. In: themen-show.de. Abgerufen am 7. Oktober 2018.
  2. a b "nichts spannenderes als …Gedanken-Welten anderer Leute kennenzulernen" – Thomas Koschwitz im Themen-Show-Podcast. Abgerufen am 7. Oktober 2018.
  3. DWDL Medienmagazin.
  4. Quotenmeter: Der Fernsehfriedhof: Wenn der Hamster wirklich bohnert…
  5. Thomas Koschwitz: Was macht der Schwindel? – Mein Leben nach dem Schlaganfall. Aqua Verlag, 2003. ISBN 978-3980677844.
  6. Archiv der Radiozentrale.
  7. Handelsblatt.de: Radiogipfel – Kuschelrock mit Kanzler Gerd.
  8. HORIZONT – Zeitung für Marketing, Werbung und Medien vom 15. September 2005, S. 2: Harte Fragen in weichen Salonmöbeln – Radiozentrale organisiert den ersten Radio-Gipfel von Kanzler und Kandidatin im Privatfunk / 45 Stationen stellen ihr Programm um.
  9. Thomas Koschwitz spielt Theater in "Die Selbstanzeige". Abgerufen am 11. Mai 2017.
  10. "Koschwitz gondelt in den Hafen der Ehe", BZ 24.7.16