Thomas Kufus

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Produzent Thomas Kufus mit Petra Müller beim NRW Kinoprogrammpreis, November 2016, Köln.

Thomas Kufus (* 1957 in Essen) ist ein deutscher Filmproduzent.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kufus erste Dokumentationen Mein Krieg und Blockade drehte er als Autodidakt.[1] 1990 gründete er zusammen mit Martin Hagemann in Berlin die Firma zero film, und ab diesem Zeitpunkt produzierte er zahlreiche Dokumentarfilme. Nach der Trennung der Produzenten in 2006 setzte Kufus seine Arbeit mit der Firma [2] fort. Schon von Anfang an lag der Fokus von Kufus Tätigkeit auf der Produktion von Dokumentarfilmen und -serien. Seit 2011 tritt er auch als Produzent von Spielfilmen (Wer wenn nicht wir, Westen, Der Staat gegen Fritz Bauer) auf. Daneben engagierte sich Kufus früh für ungewöhnliche Fernsehformate.

Dem Fernsehpublikum wurde Kufus mit der 2008 bis 2009 gedrehten Dokumentation 24h Berlin – Ein Tag im Leben bekannt, einer Fernsehdokumentation über Berlin und seine Bewohner, für die er 2010 u. a. den Deutschen Fernsehpreis erhielt. 2014 strahlten ARTE und der BR das Nachfolgeprojekt 24h Jerusalem aus. Auch hierfür erhielt zero one film den Deutschen Fernsehpreis und Kufus den Produzentenpreis der Deutschen Akademie für Fernsehen.

Kufus war von November 2009 bis Februar 2015 Vorstandsvorsitzender der Deutschen Filmakademie. Seit 2016 ist er Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande.

Zusammenarbeit mit Regisseuren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele Projekte aus Kufus’ Produzententätigkeit entstehen auf der Basis einer langjährigen Zusammenarbeit mit den Regisseuren. Kufus ist sei 1997 Koproduzent der Filme des russischen Regisseurs Aleksandr Sokurov, u.a. produzierte er die Spielfilme "Mutter und Sohn", "Moloch", "Vater und Sohn" und Francofonia.

Die Zusammenarbeit mit Andres Veiel begann mit Black Box BRD, eine Dokumentation über den durch die RAF getöteten Bankchef Alfred Herrenhausen, die unter anderem mit dem Europäischen und Deutschen Filmpreis ausgezeichnet wurde. Die Zusammenarbeit wurde u.a. mit Veiels erstem Spielfilm Wer wenn nicht wir mit August Diehl und Lena Lauzemis in den Hauptrollen, fortgesetzt. Andres Veiels Dokumentarfilm BEUYS über Joseph Beuys lief im Wettbewerb der Berlinale 2017.

Kufus arbeitete außerdem mehrfach mit der Regisseurin Corinna Belz zusammen.

Auszeichnungen (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filme (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1987: Gelbe Sorte (Kameraassistenz)
  • 1990: Mein Krieg (Autor und Regisseur)
  • 1992: Blockade (Autor und Regisseur)
  • 1993: Erinnerungsbetrieb Stalingrad (Autor und Regisseur)
  • 1994: Verborgene Seiten Tikhiye stranitsy (Produzent)
  • 1996: A Tickle in the Heart (Produzent)
  • 1997: Mutter und Sohn (Produzent)
  • 1998: Mein Freund der Minister (Produzent)
  • 1999: Geburtsstation (Produzent)
  • 2000: El Acordeón del Diablo (Produzent)
  • 2001: Black Box BRD (Produzent)
  • 2001: Leben nach Microsoft (Produzent)
  • 2002: Schwarzwaldhaus 1902 (Ausführender Produzent)
  • 2003: Die Kinder sind tot (Produzent)
  • 2003: Vater und Sohn (Produzent)
  • 2004: Abenteuer 1900 - Leben im Gutshaus (Produzent)
  • 2004: Aus Liebe zum Volk (Produzent)
  • 2005: Abenteuer 1927 - Sommerfrische (Produzent)
  • 2005: Weiße Raben - Alptraum Tschetschenien (Produzent)
  • 2005: Unsere 50er Jahre - Wie wir wurden, was wir sind (Drehbuchautor und Regisseur, 6 Folgen)
  • 2006: Das Gestüt (Produzent)
  • 2007: Bierbichler (Produzent)
  • 2007: My Class – Was aus uns wurde (Produzent)
  • 2008: Sharon (Produzent)
  • 2008: Ein Artikel zuviel - Anna Politkowskaja und das System Putin (Produzent)
  • 2009: 24h Berlin – Ein Tag im Leben (Produzent)
  • 2010: Wiegenlieder (Produzent)
  • 2011: Wer wenn nicht wir (Produzent)
  • 2011: Die Wohnung (Produzent)
  • 2011: Gerhard Richter Painting (Produzent)
  • 2011: Geschlossene Gesellschaft (Produzent)
  • 2012: More than Honey (Produzent)
  • 2012: Goldrausch - Die Geschichte der Treuhand (Produzent)
  • 2013: Westen (Produzent)
  • 2013: Zeit der Helden (Produzent)
  • 2014: 24 h Jerusalem (Produzent)
  • 2014: Titos Brille (Produzent)
  • 2015: Der Staat gegen Fritz Bauer (Produzent)
  • 2015: Die Folgen der Tat (Produzent)
  • 2015: Francofonia (Produzent)
  • 2016: Peter Handke. Bin im Wald. Kann sein, daß ich mich verspäte (Produzent)
  • 2016: Wrong Elements (Produzent)
  • 2016: 24 Wochen (Produzent)
  • 2017: Somewhere in Tonga (Produzent)
  • 2017: 24h Bayern – Ein Tag Heimat (Produzent)
  • 2017: Beuys (Produzent)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The Guantanamo Trap / Stab. Abgerufen am 4. Mai 2011.
  2. zero one film
  3. deutscher-regiepreis.de