Thomas Messer

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Thomas Maria Messer (* 9. Februar 1920 in Bratislava, Tschechoslowakei; † 15. Mai 2013 in New York City) war ein US-amerikanischer Museumsleiter und Direktor der Solomon R. Guggenheim Foundation.[1][2]

Leben[Bearbeiten]

Thomas Messer wuchs in einer Professorenfamilie in Prag auf und begann ein Chemiestudium an der dortigen Karls-Universität. Nach der deutschen Okkupation der Tschechoslowakei im März 1939 bemühte er sich um ein Austauschstipendium für die USA. Bei der Atlantiküberquerung überlebte er die Torpedierung der Athenia. Er kam zunächst ans Thiel College, Mercer County und studierte danach Sprachen an der Boston University. 1944 wurde er als amerikanischer Staatsbürger Soldat der US-Army, die ihn nach Kriegsende im Office of Military Government for Germany in München einsetzte. Nach seiner Entlassung belegte er 1947 noch einen Cours de civilisation française an der Sorbonne. Zurück in den USA heiratete er Remedio Garcia Villa und wurde von 1949 bis 1952 Leiter des 1935 gegründeten Regionalmuseums in der Stadt Roswell im Südwesten. In dieser Zeit machte er einen Master of Arts in Kunstgeschichte und Museumswissenschaften an der Harvard University. Danach fand er bis 1956 eine Stelle bei der American Federation of Arts und ab 1957 beim Institute of Contemporary Art in Boston. Die Havard University beschäftigte ihn nebenher mit Lehraufträgen in Kunstgeschichte.

Im Jahr 1961 übernahm Messer die Führung des Guggenheim-Museums in New York, das er bis 1986 ausbaute. Von 1981 bis 1988 leitete er außerdem die Guggenheim Foundation und nahm dadurch weltweiten Einfluss auf die Entwicklung des Museumsbetriebes. Es gelang ihm, den Großteil der Sammlung Justin Thannhauser an das Haus zu holen, integrierte die Peggy Guggenheim Collection mit dem Palazzo Venier dei Leoni in Venedig in die Stiftung und sorgte mit der Übernahme des amerikanischen Pavillons für ein Engagement des Museums bei der Biennale di Venezia.

Thomas Krens beerbte ihn schon zwei Jahre vor seiner Zurruhesetzung, und Messer wurde noch bei der Frankfurter Schirn und der Tschechischen Nationalgalerie aktiv.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Edvard Munch. Übertr. aus d. Engl. von Herbert Schuldt. Köln : DuMont Schauberg 1976

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. John Russell: Director of Guggenheim Retiring After 27 Years, The New York Times, 5. November 1987
  2. Bruce Weber: Thomas M. Messer, Museum Director Who Gave Guggenheim Cachet, Dies at 93, The New York Times, 15. Mai 2013