Thomas Oppermann (Politiker)

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Thomas Oppermann, 2013

Thomas Oppermann (* 27. April 1954 in Freckenhorst) ist ein deutscher Politiker (SPD) und seit dem 16. Dezember 2013 Fraktionsvorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. Er war von November 2007 bis Dezember 2013 Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion und Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums und von 1998 bis 2003 niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur.

Leben[Bearbeiten]

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten]

Oppermann wurde 1954 als Sohn eines Molkereimeisters in Freckenhorst geboren. Nach dem Abitur 1975 an der Goetheschule Einbeck studierte er Germanistik und Anglistik an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Er verweigerte den Wehrdienst und war von 1976 bis 1978 als freiwilliger Helfer bei der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) in den USA tätig, wo er auch für die Feld- und Wanderarbeitergewerkschaft UFW/AFL-CIO arbeitete. Nach seiner Rückkehr nahm er ein Studium der Rechtswissenschaft an der Georg-August-Universität Göttingen auf, das er 1983 mit dem ersten juristischen Staatsexamen abschloss. Während des Studiums war er Mitglied der Fraktion Basisgruppe Demokratischer Juristen im Studentenparlament (StuPa) der Universität Göttingen, das von 1979 bis 1980 von Jürgen Trittin geleitet wurde. Nach dem Referendariat bestand er 1986 auch das zweite Staatsexamen. Danach war er bis 1990 Richter am Verwaltungsgericht Hannover und später am Verwaltungsgericht Braunschweig. Von 1988 bis 1989 war er als Rechtsdezernent der Stadt Hann. Münden in die Kommunalverwaltung abgeordnet.

Parteilaufbahn[Bearbeiten]

Oppermann ist seit 1980 Mitglied der SPD[1] und seit 1989 Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Göttingen. Von 1990 bis 2005 gehörte er dem Landtag von Niedersachsen an. Hier war er von 1990 bis 1998 rechtspolitischer Sprecher und von 2003 bis 2005 wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion.

Von 2001 bis 2005 gehörte Oppermann außerdem dem Kreistag des Landkreis Göttingen an. Seit 2005 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages. Dort war er von März 2006 bis November 2007 Sprecher der Arbeitsgruppe und Obmann der SPD-Fraktion im Geheimdienst-Untersuchungsausschuss. Am 26. November 2007 wurde er zum Ersten Parlamentarischen Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion gewählt. Er löste damit Olaf Scholz ab, der als Bundesminister für Arbeit und Soziales ins Kabinett Merkel I wechselte. Im Bundestagswahlkampf 2009 gehörte Oppermann dem Schattenkabinett des SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier an. Im Bundestagswahlkampf 2013 berief Peer Steinbrück Oppermann in sein Kompetenzteam für den Bereich Innen- und Rechtspolitik.[2]

Thomas Oppermann ist stets als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Göttingen in den Bundestag eingezogen. Bei der Bundestagswahl 2013 erreichte er 40,4 Prozent der Erststimmen.[3]

Am 16. Dezember 2013 wurde er durch 90,81 Prozent der SPD-Abgeordneten zum neuen Fraktionsvorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion gewählt.

Öffentliche Ämter[Bearbeiten]

Am 30. März 1998 wurde Oppermann als Minister für Wissenschaft und Kultur in die von Ministerpräsident Gerhard Schröder geführte Landesregierung von Niedersachsen berufen. In diesem Amt gehörte er auch den von dessen Nachfolgern Gerhard Glogowski und Sigmar Gabriel geleiteten Regierungen an. Nachdem die SPD bei der Landtagswahl 2003 ihre absolute Mehrheit verloren hatte, kam es zur Bildung einer Koalition aus CDU und FDP, und Oppermann schied am 4. März 2003 aus der Regierung aus.

Sonstiges Engagement[Bearbeiten]

Oppermann gehört dem Netzwerk Berlin und dem Seeheimer Kreis an und ist stellvertretender Vorsitzender der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe. Er gehörte dem Jahrgang 1992 des "Young Leaders Programm" des Netzwerkes Atlantik-Brücke an.[4]

Privates[Bearbeiten]

Thomas Oppermann hat zwei Töchter aus seiner früheren Ehe sowie eine Tochter und einen Sohn mit seiner heutigen Partnerin.[1]

Kabinette[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Thomas Oppermann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b  Andreas Niesmann: Dieser Junge wollte Minister werden .... In: Focus. Nr. 4, 20. Januar 2014, S. 30f (online, abgerufen am 28. Januar 2014).
  2. online
  3. Vorläufiges Ergebnis der Bundestagswahlen 2013 Wahlkreis 053 Göttingen. Deutscher Bundestag, 22. September 2013, abgerufen am 26. September 2013.
  4. [Ludger Kühnhardt: Atlantik Brücke: 50 Jahre deutsch-amerikanische Partnerschaft, S.262]