Thomas Otto Achelis

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Thomas Otto Achelis, auch Thomas Otto Hermannus Achelis, Thomas O. Achelis und Th. O. Achelis, (* 23. Dezember 1887 in Bremen; † 14. Juli 1967 in Kiel) war ein deutscher Gymnasiallehrer, Historiker und Autor. Er publizierte unter anderem regelmäßig in der Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte (ZSHG).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thomas Otto Achelis wurde als Sohn des Religionswissenschaftlers und Gymnasialdirektors Prof. Thomas Ludwig Bernhard Achelis (1850–1909) geboren und wuchs in Bremen auf, wo er 1907 am Alten Gymnasium sein Abitur machte. Anschließend studierte er klassische Philologie, Geschichte und Archäologie an den Universitäten Jena, Leipzig und Berlin. 1911 legte er in Jena das Staatsexamen ab, und 1913 promovierte er dort mit der Arbeit De Aristophanes Byzantio. Argumentorum fabularum auctore. Von 1912 bis 1914 war Achelis an der Universitätsbibliothek Jena tätig.[1]

Kurz nach Beginn des Ersten Weltkriegs meldete Achelis sich im August 1914 als Kriegsfreiwilliger und wurde als Offizier bei der Infanterie an der Ostfront eingesetzt. Er wurde verwundet und im Frühjahr 1916 vom weiteren Kriegsdienst freigestellt. Von 1916 bis 1924 war er als Studienrat am Gymnasium im nordschleswigschen Hadersleben (dänisch Haderslev) tätig, wo er die damalige letzte Klasse mit Schülern der deutschen Minderheit betreute. Wie anderen deutschen Lehrern wurde ihm danach eine Stelle in Deutschland angeboten, in seinem Fall in Meldorf. Er lehnte dies Angebot jedoch ab, da er seine nebenher betriebenen wissenschaftlichen Forschungen zur Heimatgeschichte und Genealogie fortsetzen wollte. Von 1924 bis 1926 war er für den Haderslev Købstad (deutsch Bezirksverwaltung Hadersleben) tätig, wobei er unter anderem das Stadtarchiv für den Zeitraum 1629–1920 ordnete und dabei für seine Forschungen zahlreiche Anregungen und Quellen entnehmen konnte. 1921 heiratete er Inger Fuglsang-Damgaard, die aus Ørsted bei Sommersted stammte und deren Bruder Hans Fuglsang-Damgaard von 1934 bis 1960 Bischof des Bistums Kopenhagen war.[1]

Nach der Machtübernahme in Deutschland durch die NSDAP im Jahr 1933 änderten sich auch die Lebens- und Arbeitsbedingungen für Achelis und seine Familie im dänischen Haderslev, ihm drohte der Verlust seines Einkommens und seiner Pensionsansprüche. 1935 wurde ihm eine Lehrerstelle als Studienrat an der Oberschule für Mädchen in Rendsburg angeboten, die er annahm. Er übersiedelte mit seiner Familie nach Rendsburg, wo er dann ab 1945 bis zu seiner Pensionierung am Gymnasium Herderschule unterrichtete. Nebenher befasste er sich weiterhin mit historischen Forschungen über heimatgeschichtliche und genealogische Themen. Er verfasste zahlreiche Publikationen, insbesondere über Hadersleben sowie über Schüler- und Studentenmatrikel. Bekannt wurde er durch sein Werk Matrikel der Schleswigschen Studenten sowie durch seine regelmäßigen Beiträge in der ZSHG. Den Gepflogenheiten der Zeit entsprechend, publizierte er teils auch unter Thomas Otto Hermannus Achelis, Thomas O. Achelis und Th. O. Achelis. 1957 ging er nach Kiel, wo er an der Universität tätig wurde.[1][2]

Sein umfangreicher genealogischer Nachlass befindet sich im schleswig-holsteinischen Landesarchiv in Schleswig.[2]

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Matrikel des Gymnasium illustre zu Bremen. 1610–1810. Schünemann Verlag, Bremen 1968. (Mit: Adolf Sörtzler)
  • Die Ärzte im Herzogtum Schleswig bis zum Jahre 1804. Schleswig-Holsteinische Gesellschaft für Familienforschung und Wappenkunde e. V., Kiel 1966.
  • Matrikel der schleswigschen Studenten 1517–1864. G. E. C. Gads Verlag, Kopenhagen 1966–1967 (3 Bände).
  • Die Lateinschulen in Hadersleben und Ripen. Eine vergleichende Betrachtung zur Geschichte der höheren Schulwesens im deutsch-dänischen Grenzgebiet. Arbeitsgemeinschaft für Landes- und Volkstumsforschung, Schleswig 1959 (= Gottorfer Schriften zur Landeskunde Schleswig-Holsteins; Bd. 5).
  • Prüflinge der Pharmazie in Schleswig-Holstein 1804-1866. Internationale Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie, Eutin 1952 (= Schriften zur Geschichte der Pharmazie in Schleswig-Holstein; Heft 3).
  • Bürgerbuch der Stadt Hadersleben bis zum Jahre 1864. Verlag Heimat und Erbe, Flensburg 1940 (= Schriften zur Volksforschung Schleswig-Holsteins; Bd. 4).
  • Deutsche und dänische Schulen einer Schleswiger Grenzstadt im Wandel der Jahrhunderte. W. L. Schütze, Hadersleben 1934.
  • Haderslev i gamle Dage 1292–1626. Hadersleben 1929.
  • Schülerverzeichnisse höherer Lehranstalten Deutschlands. Ein bibliographischer Versuch. Degener & Co., Leipzig 1920 (= Mitteilungen der Zentralstelle für deutsche Personen- und Familiengeschichte; Heft 26).
  • De Aristophane Byzantio. Argumentorum fabularum auctore. Commentatio philologa. H. Laupp junior, Tübingen 1913 (Dissertation Jena).

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • G. E. Hoffmann: Nachruf auf Thomas Otto Achelis. In: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte (ZSHG), Band 93, 1968, S. 9–16.
  • Thomas Otto Achelis, Peter Meinhold: Festgabe für Herrn Dr. Thomas Otto Achelis in Kiel zu seinem 70. Geburtstag am 23. Dezember 1957. Hrsg.: Verein für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, Verlag C. Wolff, 1957 (= Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, Reihe II, Bd. 15). (Festschrift)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Biografische Angaben über Thomas Otto Achelis beim Historisk Arkiv for Haderslev Kommune (dänisch).
  2. a b Heinrich Freiherr von Hoyningen, gen. Huene: Möglichkeiten genealogischer Forschung im Landesarchiv Schleswig-Holstein. Föreningen G-gruppen, Schweden, 10. November 2002; abgerufen am 4. August 2010.
  3. Korrespondierende Mitglieder. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Die Genealogische Gesellschaft Hamburg e. V. Genealogische Gesellschaft Hamburg e. V. (GGHH), Website der GGHH auf www.genealogy.net; ehemals im Original; abgerufen am 4. August 2010.@1@2Vorlage:Toter Link/www.genealogy.net (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven)
  4. Träger der Medaille. In: DAGV/Gatterer-Medaille. Deutsche Arbeitsgemeinschaft genealogischer Verbände (DAGV), Website der DAGV auf GenWiki; abgerufen am 4. August 2010.