Thomas Ranft (Grafiker)

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Porträt Thomas Ranft

Thomas Ranft (* 1945 in Königsee, Thüringen) ist ein deutscher Grafiker und Drucker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer Tätigkeit als Baumschulgärtner in Weimar und Markkleeberg und dem Besuch der Leipziger Abendakademie 1966 studierte er von 1967 bis 1972 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. 1972 zog er nach Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) um.

1975 nahm er an den Pleinairs in Ahrenshoop und auf Hiddensee teil. Es entstand ein 8-mm-Schmalfilm, den er zusammen mit Michael Morgner und dem Fotografen Ralf-Rainer Wasse drehte.

Auf seine Initiative und Ideen hin gründete er 1977 zusammen mit Carlfriedrich Claus, Michael Morgner, Dagmar Ranft-Schinke und Gregor-Thorsten Schade die Künstlergruppe und Produzentengalerie Clara Mosch (1977–1982) in Adelsberg, einem Stadtteil von Karl-Marx-Stadt/Chemnitz.

Im Rahmen seiner künstlerischen Tätigkeit nahm Ranft hin und wieder Druckaufträge entgegen. Unter anderem für Horst Sagert, Harald Naegeli, Gerhard Altenbourg oder seinen Künsterkollegen der Clara Mosch.

1985 begegnete er erstmals Ernst Jandl. Später illustrierte er Jandls Werk der beschriftete sessel.[1]

Von 1986 bis 1989 übte er eine Lehrtätigkeit an der Fachschule für angewandte Kunst in Schneeberg aus. Seit 1993 ist er Mitglied der Freien Akademie der Künste zu Leipzig.

2003 wurde ihm der Hans-Theo-Richter-Preis der Sächsischen Akademie der Künste verliehen.

Thomas Ranft lebt und arbeitet in der Nähe von Chemnitz und ist Gründungsmitglied des Vereins „Kunst für Chemnitz“.

Personalausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2019 Galerie Profil, Weimar
  • 2017 Kunstpavillion, Kassel
  • 2017 Galerie am Hirschgarten, Erfurt
  • 2015 Kunstsammlungen Chemnitz
  • 2013 Hölderlinturm, Tübingen
  • 2010 Galerie am Sachsenplatz, Leipzig
  • 2010 Kunstraum, Frankfurt a.M.
  • 2009 Kunsthalle Schweinfurt
  • 2008 Edition Staeck, Heidelberg; H.P.-Projekt, Dresden; Galerie Weibel, Basel
  • 2007 Galerie Nathalia Laue | Galerie & Edition, Frankfurt/ Main
  • 2003 Galerie Barthel+Tetzner, Berlin; Galerie Oben, Chemnitz
  • 2002 Galerie 5ünf Sinne, Halle
  • 2001 Goethe-Institut, New York
  • 2000 Galerie Barthel+Tetzner, Berlin
  • 1999 Galerie Oben, Chemnitz
  • 1998 Galerie art-in, Meerane
  • 1997 Lindenau-Museum, Altenburg; Städtische Kunstsammlungen, Chemnitz
  • 1996 Galerie Stefan Röpke, Köln; Jürgen-Ponto-Stiftung, Frankfurt/M.
  • 1995 Galerie Oben Chemnitz
  • 1994 Galerie Gunar Barthel, Berlin
  • 1993 Galerie Barthel+Tetzner, Köln
  • 1992 Galerie Gunar Barthel, Berlin; Galerie für originale Druckgraphik, Zürich (Schweiz)
  • 1991 Galerie im Cranachhaus, Weimar
  • 1990 Galerie Catarina Maurer, Bern (Schweiz)
  • 1987 Galerie Oben, Karl-Marx-Stadt, Galerie Erph, Erfurt
  • 1985 Kunsthalle Hamburg; Galerie Villa de Crohn, Bremen; Galerie H.Schneider, Horgen(Schweiz)
  • 1982 Galerie Mitte, Dresden
  • 1981 Klub der Intelligenz „Pablo Neruda“, Karl-Marx-Stadt
  • 1980 Galerie am Sachsenplatz, Leipzig
  • 1979 Galerie Arkade, Berlin
  • 1977 Eröffnungsausstellung von Clara Mosch
  • 1976 Bunte Stube, Ahrenshoop
  • 1975 Kulturbund-Galerie, Magdeburg
  • 1974 Galerie Kunst der Zeit, Weimar
  • 1973 Galerie Oben, Karl-Marx-Stadt
  • 1971 Kunstkabinett, Leipzig

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2003 Hans-Theo-Richter-Preis, Sächsische Akademie der Künste, Dresden
  • 1993 Bayerischer Filmpreis für „Die schöpferische Zersetzung“, Dokumentarfilm über Clara Mosch
  • 1980 Medaille auf der Biennale, Frechen
  • 1976 II. Biennale de Gravure, Mulhouse: Preis der Stadt Mulhouse
  • 1975 Medaille auf VII. Biennale, Malbork (Polen)
  • 1973 Preis des Ministeriums für Kultur der CSSR auf der 1. Quadriennale in Banska Bystrica

Arbeiten im öffentlichen Besitz (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kupferstichkabinette und Zeichnungssammlungen von Museen in Dresden, Berlin, Chemnitz, Altenburg, Leipzig, Halle, Frankfurt/ O., Rostock, Weimar, Schwerin, Stendal, München, Basel, Paris, New York, Bratislava sowie in den Akademien der Wissenschaften in Berlin, Dresden und Jena.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1975 „Der Mann vom Anti“, Utopische Erzählungen, Verlag Neues Leben, Berlin, 14 reproduzierte Radierungen von T. Ranft
  • 1979 „Spuren“, 10 Radierungen, Mappe, Akademie der Wissenschaften, Berlin/ Buch
  • 1983 „Gavrinis“, 10 Radierungen, Mappe, Edition Eikon-Presse, Verlag der Kunst, Dresden
  • 1984 „die ähnlichkeit mit deinen augen“, Künstlerbuch mit lithografierten Bildtexten von Andreas Koziol
  • 1986 „Reflexionen II“, Künstlerbuch, 11 Radierungen, eigene Texte, Herausgeber: Jens Henkel, Karl-Marx-Stadt
  • 1989 „Der Narr und seine Wunden“, 13 Kaltnadelradierungen, Mappe, Eigenedition
  • 1990 „Amiticia“, Dokumentation der Freundschaft zwischen T. Ranft und J. Wenke
  • 1991 „Ameticia“, Grafik und Text von T. Ranft, Text und Gestaltung J. Wenke
  • 1991 Ernst Jandl: Der beschriftete Sessels. Gedichte, 20 Radierungen von T. Ranft
  • 2002 „InSicht“, Grafikmappe
  • 2005 „Nebelhüllen“, Grafikmappe zu Goethes „Faust II“
  • 2008 „H.P.: Das Rätsel“, Künstlerbuch im Offsetdruck, Herausgeber: J. Wenke, Städtische Galerie Dresden
  • 2012 „Hyperion“, 2. Grafikmappen mit je 11 Radierungen, erschienen im Auftrag der Hölderlin-Gesellschaft
  • 2019 „Rilke-Mappe“, 2. Grafikmappen, Allegorie I. und II.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ernst Jandl: Der beschriftete Sessel. Gedichte. Reclam, Leipzig 1991, ISBN 3-379-00621-1 (mit 20 Radierungen von Thomas Ranft).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]