Thomas Rosenlöcher

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Thomas Rosenlöcher nach einer Lesung 2013

Thomas Rosenlöcher (* 29. Juli 1947 in Dresden) ist ein deutscher Schriftsteller und Lyriker.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thomas Rosenlöcher studierte von 1970 bis 1974 Betriebswirtschaft an der Technischen Universität Dresden und war als Arbeitsökonom tätig. Während dieser Zeit begann er mit dem Schreiben. Von 1976 bis 1979 folgte ein Studium am Literaturinstitut „Johannes R. Becher“ in Leipzig. Danach war Rosenlöcher Mitarbeiter am Kinder- und Jugendtheater in Dresden. Seit 1983 ist er freier Schriftsteller. Rosenlöcher ist Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste und der Akademie der Künste Berlin. Er verfasst Gedichte, Kinderbücher, Essays zur Befindlichkeit der Ostdeutschen und übersetzt ins Niederländische.

1993 war Rosenlöcher erster Heinrich-Heine-Stipendiat des Literaturbüro Lüneburg e. V.[1] und einige Monate Gast im Heinrich-Heine-Haus in Lüneburg. Anfang Juni 2008 reiste er als Gast des vom Goethe-Institut initiierten türkisch-deutschen Stadtschreiberprojektes Yakın Bakış für zwei Wochen an den Tigris, nach Diyarbakır in der Türkei.[2]

Rosenlöchers Lyrik ist geprägt von der Beobachtung der Natur und der Andacht zum Kleinen. Für diese Liebe zum Fragmentarischen wurde er gerühmt und beargwöhnt. Seine poetische Bildkraft, die von Ironie wie Heiterkeit und nachfragender Ernsthaftigkeit beeinflusst ist, lässt auch im Idyll keine Behaglichkeit aufkommen.[3]

Im Westen Deutschlands erlangte er erst im Zusammenhang mit der Wende und seinem im Suhrkamp Verlag erschienenen Buch Die verkauften Pflastersteine. Ein Tagebuch Aufmerksamkeit.[4] Auch in seinen folgenden literarischen Geschichtschroniken erzählt er vom Übergang von Ost nach West. Thomas Rosenlöcher äußerte sich in zahlreichen Essays und Artikeln zu aktuellen Ereignissen. Bis heute gilt er deshalb als ein kritischer Betrachter der Gegenwart. So bezog er 2008 Stellung gegen den bevorstehenden Bau der Waldschlößchenbrücke und meldete sich 2012 zum Schicksal des Suhrkamp Verlags zu Wort.[5][6]

Rosenlöcher ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt und schreibt in Beerwalde/Erzgebirge und Dresden.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autograph von Thomas Rosenlöcher

Herausgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dichtung des 20. Jahrhunderts: Meine 24 sächsischen Dichter. Hrsg. Gerhard Pötzsch, 2 CDs. Militzke Verlag, Leipzig 2009, ISBN 978-3-86189-935-8.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Thomas Rosenlöcher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Literaturbüro Lüneburg: Heinrich-Heine-Stipendiaten und Ehrengäste
  2. Goethe-Institut – Yakın Bakış: Deutsche Autoren in der Türkei – Thomas Rosenlöcher mit Tagebuch (Blog)
  3. Spalier der Aufrechtsärge. Thomas Rosenlöchers Wiepersdorf-Gedichte. In: FAZ. 13. März 2002.
  4. K. E. Reimann: Schreiben nach der Wende – Wende im Schreiben? Literarische Reflexionen nach 1989/99. Königshausen & Neumann, Würzburg 2008.
  5. Ihr zersägt eure Enkel! In: Die Zeit. 7. Februar 2008.
  6. Thomas Rosenlöcher: Widerstand gegen geistige Verflachung. In: Spiegel Online. 18. Dezember 2012, abgerufen am 22. Oktober 2013.
  7. Produktinformationen auf der Website der J. S. Bach-Stiftung, abgerufen am 16. Mai 2016.