Thomas Sowell

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Thomas Sowell (1964)

Thomas Sowell (* 30. Juni 1930 in Gastonia, North Carolina) ist ein US-amerikanischer Ökonom und Fellow der konservativen Hoover Institution. Bekannt wurde er u. a. durch seine Kritik an der Affirmative Action aus Sicht eines Schwarzen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sowell kam in North Carolina in einem Ort mit fast nur afroamerikanischer Bevölkerung zur Welt. Noch als Kind wurde er Halbwaise, eine Großtante adoptierte ihn und zog mit ihm nach New York. Dort wuchs er in Harlem auf. Als Teenager war er der Gewalt von Schlägerbanden ausgesetzt, mit der Tante stand er im Dauerkonflikt. Nach Schulabbruch ging er zum Militär, nachfolgend arbeitete er als Fotograf.[1] Über den zweiten Bildungsweg erlangte er die Hochschulzugangsberechtigung. Das Studium der Betriebswirtschaft schloss er nach Einstieg an der Howard University mit dem Bachelor mit Magna cum Laude an der Harvard University im Jahr 1958 ab, daran schloss sich der Master-Abschluss an der Columbia University im Jahr 1959 an. 1968 promovierte er in Wirtschaftswissenschaften an der University of Chicago.

Neben einigen außerakademischen Tätigkeiten wie im Arbeitsministerium der Vereinigten Staaten (1961–1962) oder bei AT&T (1964–1965) war Sowell bis 1980 Professor an der Cornell University, der Brandeis University und an der UCLA. Sowell sagt von sich, dass er ein Marxist "während meiner 20er Jahre" war; eine seiner frühesten Publikationen war eine wohlwollende Auseinandersetzung mit marxistischem Denken vs. marxistisch-leninistischer Praxis. Seine Einsichten als Praktikant der Bundesregierung im Sommer 1960 veranlassten ihn jedoch dazu, die marxistische Ökonomie zugunsten der Theorie der freien Marktwirtschaft zu verwerfen. Während seiner Arbeit deckte Sowell einen Zusammenhang zwischen der Erhöhung der vorgeschriebenen Mindestlöhne für Arbeiter in der Zuckerindustrie von Puerto Rico und dem Anstieg der Arbeitslosigkeit in dieser Branche auf. Die Forschungsergebnisse führten Sowell zu der Theorie, dass die Regierungsangestellten, die das Gesetz über den Mindestlohn verwalteten, sich mehr um ihre eigenen Arbeitsplätze kümmerten als um die Notlage der Armen.[2] Seit 1980 ist er Fellow der Hoover Institution. 1998 wurde er zum Mitglied der American Philosophical Society gewählt.[3]

Sowell ist auch als Kolumnist tätig; seine Kolumnen werden vorwiegend von konservativen Medien wie National Review publiziert.

Bücher (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mark Blaug (Hrsg.): Who’s who in economics. 3. Auflage. Elgar, Cheltenham [u. a.] 1999, ISBN 1-85898-886-1, S. 1052–1053

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Philipp Plickert: Der Sonntagsökonom Schwarz und weiß? Das ist zu einfach. Der angesehene afro-amerikanische Ökonom Thomas Sowell stellt sich gegen den Zeitgeist. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 16. August 2020. 16. August 2020, S. 18.
  2. https://sites.google.com/site/raysawhill/home/interviews/thomas-sowell Interview mit Thomas Sowell aus dem Jahr 1999, Interviewführer: Ray Sawhill
  3. Member History: Thomas Sowell. American Philosophical Society, abgerufen am 27. Dezember 2018 (mit biographischen Anmerkungen).