Thomas Webel

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Thomas Webel, 2012

Thomas Webel (* 27. Juli 1954 in Bad Pyrmont) ist ein deutscher Politiker (DBD, später SDP, jetzt CDU). Er ist Landesvorsitzender der Christdemokraten in Sachsen-Anhalt und seit dem 19. April 2011 Landesminister für Landesentwicklung und Verkehr. Zuvor war er Landrat des am 1. Juli 2007 entstandenen Landkreises Börde.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Webel wurde im niedersächsischen Bad Pyrmont geboren, seine aus Magdeburg stammende Mutter zog mit ihm aber 1957 zurück in die DDR. Er besuchte die Grundschule in Klein Ammensleben, wo er bis heute lebt, und die Polytechnische Oberschule in Gutenswegen, jetzt Niedere Börde. 1973 legte er das Abitur ab. Er studierte an der Technischen Universität Dresden. Nach seinem Abschluss als Diplom-Ingenieur für elektronischen Gerätebau arbeitete Webel in der LPG Dahlenwarsleben (Niedere Börde) als Leiter der Materialversorgungsabteilung. Webel ist zum zweiten Mal verheiratet und Vater eines Sohnes.[1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Webel war zu DDR-Zeiten Mitglied der Demokratischen Bauernpartei (DBD), trat im Oktober 1989 aus dieser aus und am 10. November in die Sozialdemokratische Partei in der DDR (SDP) ein.[2] Seit 1990 ist Webel Mitglied der CDU. Er arbeitete Anfang der 1990er Jahre in der Hauptverwaltung des Landratsamtes Wolmirstedt als Dezernent. Im Jahr 1990 kandidierte er für den Landtag Sachsen-Anhalt und wurde gewählt. Er blieb Mitglied des Landtages bis zum Jahr 2002. In dieser Zeit war er im Innenausschuss tätig. 1991 wurde er zum ehrenamtlichen, 1992 zum hauptamtlichen Landrat des Landkreises Wolmirstedt gewählt. Im Juni 1994 wurde er zum Landrat des Ohrekreises gewählt und 2001 im Amt bestätigt. 2001 wurde er nach einer Fördermittelaffäre wegen Beihilfe zur Untreue zu einer Haftstrafe von sechs Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde: 1995 hatte er bei einer ABM-Gesellschaft die Fälschung von Rechnungen zugelassen, um das Unternehmen zulasten der Bundesagentur für Arbeit vor der Insolvenz zu bewahren.[3][4] Am 22. April 2007 wurde er mit 50,1 Prozent der Stimmen zum ersten Landrat des am 1. Juli 2007 aus dem Zusammenschluss des Ohrekreises und des Bördekreises entstehenden Landkreises Börde gewählt.

Webel ist seit 2004 Landesvorsitzender der CDU Sachsen-Anhalt. Am 19. April 2011 wurde Webel im Kabinett Haseloff I Minister für Landesentwicklung und Verkehr. Er behielt sein Amt im Kabinett Haseloff II bei.

Im Herbst 2014 wurde Webel von der Landtagsopposition vorgeworfen, erneut in eine Fördermittelaffäre verwickelt zu sein und möglicherweise vorhandenes Wissen um Abrechnungsprobleme beim Umbau einer Sporthalle in Wolmirstedt vor dem Parlament geleugnet zu haben.[3][5]

Webel ist seit 2016 turnusgemäß für zwei Jahre Vorsitzender der Bauministerkonferenz der 16 deutschen Bundesländer. [6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Thomas Webel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hendrik Kranert-Rydzy: Der Börde-Baron, Mitteldeutsche Zeitung vom 18. April 2011, abgerufen am 21. November 2014
  2. olksstimme-Interview mit Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Webel „… dann würde der Osten abgekoppelt“, Magdeburger Volksstimme 29. September 2011
  3. a b [1] Volksstimme Magdeburg vom 7. November 2014: CDU Chef Webel schaut weg
  4. Hendrik Kranert-Rydzy: Der Börde-Baron, Mitteldeutsche Zeitung vom 18. April 2011, abgerufen am 21. November 2014
  5. Jens Schmidt und Michael Bock: Opposition setzt Webel zu, Magdeburger Volksstimme vom 13. November 2014, abgerufen am 21. November 2014
  6. IS-Argebau. Abgerufen am 3. Februar 2017.