Thomas Weinhappel

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Thomas Weinhappel (* 30. August 1980 in Stockerau) ist ein österreichischer Opernsänger (Bariton).

Thomas Weinhappel (2017)

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der niederösterreichische Bariton bereiste als Altsolist der Wiener Sängerknaben Deutschland, England, Kanada, Schweden, Südamerika und die Vereinigten Staaten. Nach der Matura am Musikgymnasium Wien studierte er am Konservatorium der Stadt Wien und an der Universität für Musik und darstellende Kunst. Er schloss das Studium im Jahre 2007 mit Auszeichnung dem Titel „Master of Arts“ ab.[1] Weitere Meisterkurse und Gesangsstudien absolvierte er bei Walter Berry, Barbara Bonney, Gundula Janowitz, Norman Shetler und Eva Blahova.

Michael Haneke entdeckte als Erster Weinhappels Talent, „aus Rollen Menschen zu machen“. In Hanekes 2001 mit drei goldenen Palmen in Cannes preisgekröntem Film Die Klavierspielerin sang er Lieder aus Schuberts Winterreise. Weinhappel arbeitete mit Regisseuren wie Christoph Schlingensief, Josef E. Köpplinger und Otto Schenk; er erarbeitete sich ein breites Repertoire der Opern-, Operetten-, Musical- und Liedliteratur, das bis zu zeitgenössischen Werken reicht.[2]

Sein Bühnendebüt feierte Weinhappel im Jahre 2003 am Stadttheater Bern in der Rolle des Leonetto in Boccaccio von Franz von Suppé. Weitere Auftritte folgten bei den Opernfestspielen St. Margarethen, an den Stadttheatern St. Gallen, Klagenfurt, Baden und am Vorarlberger Landestheater. Im Jahre 2006 sang er den Amfortas in Auszügen aus Wagners Parsifal in der Readymade-Oper Mea Culpa von Christoph Schlingensief. 2016 debütierte er bei den Bregenzer Festspielen in der Bühnenfassung der Staatsoperette von Otto M. Zykan.

Seine Liederabende führten ihn nach Australien, Deutschland, Schweiz, Türkei und Venezuela. Konzerte mit Robert Holl und Robert Lehrbaumer gab er im Stift Altenburg, im Wiener Konzerthaus und beim Carinthischen Sommer; Roger Vignoles begleitete ihn bei Liederabenden in London.

Thomas Weinhappel wurde im März 2017 als erster Österreicher mit dem höchsten tschechischen Musikpreis, dem „Thalia Award“ und damit mit dem Titel „Bester Opernsänger des Jahres 2016“ für seine Interpretation der Titelrolle in Hamlet von Ambroise Thomas ausgezeichnet.

Kurz nach dem „Thalia-Award“ erhielt er im November 2017 die „Libuska für die außergewöhnliche Rollengestaltung“ seines Hamlets, den zweithöchsten tschechischen Musikpreis von der Jury der Kritiker des seit 1993 stattfindenden Musikfestivals OPERA 2017 in Prag.[3]

Kritiken (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Oberbadische, 28.9.2016, G. Driesch: »Die Stimme von Thomas Weinhappel ist einerseits baritonal gefärbt, verfügt aber auch über einen tenoralen Strahl. Auf Grund seines großen Stimmumfanges wechselt er in seinen Operettennummern mühelos zwischen Bariton- und Tenorpartien.«[4]
  • Lidové noviny, 14.3.2016, H. Havlíková: »Der Oper von Ostrava gelang es, in dem österreichischen Bariton Thomas Weinhappel den idealen Vertreter des Hamlet zu finden.«[5]
  • Divadelni noviny, 15.3.2016, J. Herman: »Weinhappel machte Hamlet ... zum zerrissenen Romantiker wie aus dem Lehrbuch. An das Timbre seiner unter die Haut gehenden Stimme musste ich mich erst gewöhnen, aber das Ergebnis war exklusiv.« [6]
  • Ostravan.cz, 4.3.2016, M. Bátor: »Die Premiere vom Donnerstag brachte mitreißende Leistungen von Thomas Weinhappel, ... er gestaltete seine Rolle in der Premiere in der Tat meisterhaft. Mit sängerischer Brillanz und schauspielerischer Expressivität beherrschte er die Bühne vom Anfang bis zum Ende.« [7]
  • Der Neue Merker, 27.12.2017, R. Holzer: »Die oftmals strahlende, hin und wieder auch tenoral gefärbte und ausgefeilt geführte Stimme des jungen Österreichers verfügt über unzählige Schattierungen, die er sublim im Einklang mit der Wortbedeutung gepaart mit einwandfreier Artikulation einsetzt. Weinhappel gehört damit zu jenem kleinen Kreis von Sängern, die den Zyklus nicht nur unaufdringlich und voller ehrlicher Emotionen äußerst differenziert und obendrein selbstverständlich auswendig singen, sondern diese darüber hinaus auch mit überzeugendem Mienenspiel und dezenter Gestik darstellen.«[8]

Repertoire (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oper[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Operette (Musical)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oratorium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lied[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2004: Messe Nr. 5 in As-Dur für vier Soli, Chor und Orchester von Franz Schubert
  • 2006: Kaiserklänge aus Alt-Wien von Carl Michael Ziehrer
  • 2013: Gib acht, wenn in deinem Herzen sich’s regt aus Ein tolles Mädel von Carl Michael Ziehrer
  • 2013: Noch einmal blüht im Jahr der Mai aus Ein tolles Mädel von Carl Michael Ziehrer
  • 2013: Herreinspaziert aus Der Schätzmeister von Carl Michael Ziehrer

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2017: 24. „Thalia Award“ als bester männlicher Opernsänger 2016 in der Prager Staatsoper[9]
  • 2017: „Libuska für außergewöhnliche Rollengestaltung“ durch die Jury der Kritiker des Festivals OPERA 2017 in Prag

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Super User: Biografie. Abgerufen am 3. Oktober 2017 (deutsch).
  2. Super User: REPERTOIRE. Abgerufen am 3. Oktober 2017 (deutsch).
  3. festival Opera. Abgerufen am 13. November 2017.
  4. Von der Donau über Spanien in den Schwarzwald. Abgerufen am 29. Dezember 2017.
  5. hamlet-recenze-1457969074.pdf. Abgerufen am 29. Dezember 2017.
  6. hamletovska-love-story. Abgerufen am 29. Dezember 2017.
  7. byt-ci-nebyt. Abgerufen am 29. Dezember 2017.
  8. wien-ehrbar-saal. Abgerufen am 29. Dezember 2017.
  9. Programmhinweis des ORF, abgerufen am 26. März 2017