Thomas de Clare, Lord of Thomond

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Thomas de Clare (* zwischen 1243 und 1248; † 29. August 1287) war ein englischer Lord of Thomond in Irland. Von einem landlosen jüngeren Sohn eines Adligen stieg er im Dienst des Königs zu einem reichen Baron in Irland auf.

Herkunft[Bearbeiten]

Thomas de Clare entstammte der anglonormannischen Familie Clare. Er war der zweite Sohn von Richard de Clare, 5. Earl of Hertford und 2. Earl of Gloucester, und von Maud de Lacy. Sein älterer Bruder war Gilbert de Clare, ein mächtiger Baron. Zusammen mit seinem jüngeren Bruder Bogo de Clare studierte Thomas von 1257 bis 1259 in Oxford.[1] Thomas wurde dann jedoch Knappe, während Bogo geistliche Ämter aufhäufte und diesen Einfluss gewinnbringend nutzte. Die drei Brüder unterstützten sich häufig gegenseitig bei den Vorhaben der jeweils anderen.

Rolle im Krieg der Barone[Bearbeiten]

Thomas war, vermutlich durch den Einfluss seines älteren Bruders Gilbert, während des Zweiten Kriegs der Barone, dem Konflikt zwischen Simon de Montfort, 6. Earl of Leicester und König Heinrich III. zunächst auf der Seite der Reformer um Montfort. Vor der Schlacht von Lewes im Mai 1264 wurde er von Montfort zum Ritter geschlagen.[2] Nach der Schlacht wurde er ein bedeutender Unterstützer von Montfort, der ihn im April 1265 zum Constable des strategisch wichtigen St. Briavels Castle in Gloucestershire ernannte. Um diese Zeit freundete er sich mit dem Thronfolger Eduard an. Als sein Bruder Gilbert im Frühjahr 1265 mit Montfort brach, wechselte auch Thomas auf die Seite des Königs und ermöglichte am 28. Mai 1265 Eduard die Flucht aus der Gefangenschaft Montforts. Er kämpfte in der Schlacht von Evesham, in der die königlichen Truppen Montfort entscheidend besiegten, und wurde nach der Schlacht vom König begnadigt. Wie sein Bruder Gilbert besetzte und plünderte er nach dem Sieg des Königs zahlreiche Güter der Rebellen, vor allem von Henry de Hastings, den er bei Evesham gefangen genommen hatte. Auch der König belohnte ihn mit Ländereien, einschließlich der Besitzungen von Peter de Montfort, die er jedoch später dessen Sohn übergab.

Vertrauter von Prinz Eduard[Bearbeiten]

Thomas wurde nun ein enger Vertrauter von Prinz Eduard, der ihn mit zahlreichen Ämtern betraute. Er wurde von Oktober 1266 bis April 1268 Constable von Colchester Castle, von April 1272 bis September 1275 von Rockingham Castle und von Februar 1272 bis August 1273 von Portchester Castle. Dazu hatte er das einträgliche Amt eines Stewards von mehreren königlichen Forsten inne, darunter von 1266 bis 1275 das der Wälder von Essex und ab 1272 der Wälder von Oxfordshire und Stamford.

1267 nahm Thomas nach einer Predigt von Kardinal Ottobono Fieschi in der Londoner St Paul’s Cathedral das Kreuz. Im August 1269 begleitete er Prinz Eduard nach Paris, um vor ihrem Aufbruch zum Kreuzzug letzte Verhandlungen mit dem französischen König Ludwig IX. zu führen, und brach mit dem Prinzen im August 1270 ins Heilige Land auf. Im Februar 1272 kehrte er wieder nach England zurück, brach jedoch bereits im April wieder als Gesandter des Königs in die damals zu England gehörige Gascogne auf. Erst im Januar 1273 kehrte er wieder nach England zurück.

Lord von Thomond in Irland[Bearbeiten]

Nachdem auch Prinz Eduard 1274 vom Kreuzzug nach England zurückgekehrt war und als König Eduard I. die Nachfolge seines verstorbenen Vaters angetreten hatte, schickte er im Herbst 1274 Thomas nach Irland, wo ihn Geoffrey de Geneville, der Justitiar von Irland, zum Sheriff von Limerick ernannte. Dieses Amt übte er bis Juni 1276 aus.

Nachdem das an Limerick grenzende Thomond von den irischen Ó Briains überfallen worden war, erhielt Thomas am 26. Januar 1276 das Recht, von den Iren Thomond zu erobern. Um eine Ausgangsbasis für die Eroberung zu gewinnen, tauschte er im März 1276 mit Robert de Muscegros seine englischen Besitzungen in Oxfordshire und Berkshire gegen das irische Bunratty Castle. Mit seinem Schwiegervater Maurice FitzGerald, 3. Lord of Offaly und mit Geoffrey de Geneville unternahm er zunächst einen Feldzug gegen die MacMurrouhgs in die Wicklow Mountains, gegen die sie jedoch bei Glenmalure eine schwere Niederlage erlitten. Nach einer weiteren Expedition unter dem neuen Justitiar Robert d'Ufford ergaben sich die MacMurroughs jedoch im Herbst 1277 und ihr Gebiet geriet unter englische Herrschaft. Thomas erhielt nun Truppen für seinen Feldzug gegen Thomond. Um den Widerstand der Iren zu brechen, nahm er 1277 Briain Rua Ó Briain, den letzten irischen König von Thomond gefangen und ließ ihn hinrichten, obwohl er mit diesem noch kurz zuvor ein Bündnis eingegangen war. 1278 erlitt er gegen Briains Sohn Duncan eine schwere Niederlage. Zur Sicherung seiner Eroberungen begann Thomas mit dem Bau der Burg von Quin, um die sich die Grafschaft Clare bildete. Mit Edmund de Bassingbourne tauschte er Blyborough in Lincolnshire gegen Knockainy in Limerick und erweiterte so seinen irischen Besitz.

Thomas reiste nach England und bat den König in Westminster 1278 um weitere Hilfe. Erst 1281 konnte er jedoch durch Unterstützung von Robert d'Ufford und Theobald Butler seine Burg von Quin vollenden und seine Eroberungen sichern. 1280 war Thomas Mitglied des königlichen Rats für Irland, und 1282 sammelte er in Irland Kredite für den Feldzug von König Eduard I. zur Eroberung von Wales. Im November 1283 ging er nach Wales und traf den König in Carmarthen und anschließend in England. Er blieb in England, bis im Herbst 1284 in Thomond ein Aufstand ausbrach, den er jedoch rasch niederschlagen konnte. Er hatte nun mit Thomond, Buttany, Youghal und Corkmoyth umfangreiche Besitzungen in Irland, dazu kamen noch weitere kleinere Lehen in England. Aus seinen Besitzungen hatte er jährliche Einkünfte von über £ 1000. 1286 erbte er nach dem Tod seines Schwiegervaters noch weitere Besitzungen in Irland, doch er starb bereits im folgenden Jahr. Er starb eines natürlichen Todes, dass er angeblich von Iren ermordet wurde, kann nicht belegt werden.[3]

Familie und Nachkommen[Bearbeiten]

Thomas de Clare heiratete 1275 Juliana FitzMaurice, eine Tochter von Maurice FitzGerald, 3. Lord of Offaly, der zeitweise Justiciar von Irland war. Er hatte mehrere Kinder, darunter:

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Prestwich: Edward I (1988), S. 49 und 69
  • B. Hartland: English Lords in late Thirteenth- and early Fouteenth-Century Ireland: Roger Bigod and Thomas de Clare, in: English Historical Review (EHR) 121 (2007), S. 318–348
  • Annette Jocelyn Otway-Ruthven: A history of medieval Ireland (1980), S. 201–203
  • Michael Altschul: A baronial family in medieval England. The Clares. The Johns Hopkins Press, Baltimore 1965, S. 187–197

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Michael Altschul: A baronial family in medieval England. The Clares. The Johns Hopkins Press, Baltimore 1965, S. 179
  2. Michael Altschul: A baronial family in medieval England. The Clares. The Johns Hopkins Press, Baltimore 1965, S. 188
  3. Michael Altschul: A baronial family in medieval England. The Clares. The Johns Hopkins Press, Baltimore 1965, S. 193