Thomasburg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Thomasburg
Thomasburg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Thomasburg hervorgehoben
Koordinaten: 53° 14′ N, 10° 40′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Lüneburg
Samtgemeinde: Ostheide
Höhe: 54 m ü. NHN
Fläche: 26,68 km2
Einwohner: 1368 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 51 Einwohner je km2
Postleitzahl: 21401
Vorwahl: 05859
Kfz-Kennzeichen: LG
Gemeindeschlüssel: 03 3 55 036
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dannhopweg 5
21401 Thomasburg
Website: www.thomasburg.jimdo.com
Bürgermeister: Dieter Schröder (SPD)
Lage der Gemeinde Thomasburg im Landkreis Lüneburg
Landkreis LüneburgNiedersachsenSchleswig-HolsteinMecklenburg-VorpommernLandkreis Lüchow-DannenbergLandkreis UelzenLandkreis HeidekreisLandkreis HarburgRehlingenSoderstorfOldendorfAmelinghausenBetzendorfBarnstedtMelbeckDeutsch EvernWendisch EvernEmbsenSüdergellersenKirchgellersenWestergellersenReppenstedtReppenstedtMechtersenVögelsenRadbruchBardowickHandorfWittorfLüneburgBarendorfVastorfReinstorfThomasburgDahlenburgBoitzeNahrendorfTosterglopeDahlemBleckedeNeetzeAdendorfScharnebeckRullstorfLüdersburgHittbergenHohnstorfEchemArtlenburgBarumBrietlingenAmt NeuhausKarte
Über dieses Bild

Thomasburg ist eine Gemeinde im Landkreis Lüneburg in Niedersachsen. Sie gehört der Samtgemeinde Ostheide an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Barendorf hat.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thomasburg liegt am Westrand des Naturparks Elbufer-Drawehn an der Neetze. Ortsteile der Gemeinde sind Bavendorf, Radenbeck mit Wennekath und Wiecheln.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thomasburger Kirche

Bei Ausgrabungen auf dem Burg- bzw. Kirchberg in Thomasburg wurden im Jahr 1997 jungsteinzeitliche (neolithische), kaiserzeitliche und mittelalterliche Funde gemacht. Ein Meißel aus Feuerstein ist der herausragende Fund dieser Grabung. Abschlagspuren an der Schneide, ausgehend vom Nacken, sind als Spuren eines unsachgemäßen Gebrauchs des Thomasburger Flintmeißels anzusehen. Wahrscheinlich wurde das Gerät ähnlich einem heute gebräuchlichen Meißel, benutzt. Solche Meißel, die auch als Dechsel Verwendung gefunden haben könnten, gehören in die nordwestdeutsche Einzelgrabkultur. Die neolithischen Funde der Grabung, meist Abschläge und nur wenige Geräte, werden in das ausgehenden Neolithikum datiert, eine Epoche, die, ebenso wie die darauf folgende Bronzezeit, deren frühe Ausläufer Nordostniedersachsen über die Elbe erreichen, durch Grabfunde aus der Umgebung der Thomasburg belegt ist. Die zahlreichen Abschläge und das geringe Auftreten fertiger Werkzeuge gestatten die Vermutung, dass die steinzeitlichen Funde auf dem Thomasburger Kirchberg als Hinweis auf die Existenz eines Werkplatzes zu werten sind, der im Randbereich eines Gewässers in exponierter Lage auf einem Geländesporn angesiedelt war. Hier drängt sich ein Vergleich mit der topographischen Situation einiger – allerdings deutlich älterer – Fundplätze im Ilmenau- und Luhetal auf. Da die neolithischen und die mittelalterlichen Funde auf dem Thomasburger Burgberg stratigraphisch nicht voneinander zu trennen waren, liegt der Verdacht nahe, dass erstere bei Planierungsarbeiten innerhalb der zu errichtenden bzw. der bereits bestehenden Burganlage im Früh- bzw. Hochmittelalter bereits freigelegt wurden, um später erneut unter dem anfallenden Erdreich verschüttet zu werden.

Thomasburg wurde erstmals 1124 genannt und befand sich im Besitz des Klosters Rastede bei Oldenburg. Aufgrund genealogischer Zusammenhänge darf vermutet werden, dass die Anlage einst von der Adelsfamilie der Billunger über die Grafen von Stade an das Hauskloster der Grafen von Oldenburg vererbt wurde. Der Thomasburger Burgwall ist – neben dem Bleckeder Schloss und den Überresten der Neuhäuser Burg – die am besten erhaltene Burganlage im östlichen Landkreis Lüneburg.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Bavendorf und Radenbeck eingegliedert.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Thomasburg gehört zum Landtagswahlkreis 48 Elbe und zum Bundestagswahlkreis 38 Lüchow-Dannenberg – Lüneburg.[3][4]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteil Wennekath

Die Bundesstraße 216 LüneburgDannenberg (Elbe) liegt südlich der Gemeinde.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2018 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 233.
  3. Landtagswahlkreise ab 16. Wahlperiode. Wahlkreiseinteilung für die Wahl zum Niedersächsischen Landtag. Anlage zu § 10 Abs. 1 NLWG, S. 4. (PDF (Memento des Originals vom 25. Juli 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nls.niedersachsen.de; 87 KB)
  4. Beschreibung der Wahlkreise. Anlage zu § 2 Abs. 2 Bundeswahlgesetz. In: Achtzehntes Gesetz zur Änderung des Bundeswahlgesetzes. Anlage zu Artikel 1. Bonn 18. März 2008, S. 325. (PDF (Memento des Originals vom 25. Juli 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bundeswahlleiter.de; 200 KB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Thomasburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien