Thomaskirche (Mannheim)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Thomaskirche

Die Thomaskirche ist eine evangelische Kirche im Mannheimer Stadtteil Neuostheim. Sie wurde zwischen 1949 und 1950 nach den Plänen von Christian Schrade gebaut.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtteil Neuostheim entstand südlich des Neckars zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf Feudenheimer Gemarkung. Für die evangelischen Einwohner war die Ostpfarrei der Christuskirche in der Oststadt zuständig. 1929 wurde in Neuostheim ein Gemeindehaus gebaut, in dem auch Gottesdienste stattfanden, und 1934 wurde ein eigenes Vikariat eingerichtet. Im April 1945 sprengte die US-Armee das Gemeindehaus, weil es die Einflugschneise des benachbarten Flugplatzes störte.

Als Notkirche wurde im Oktober 1945 ein Einfamilienhaus angemietet und drei Jahre danach wurde das Vikariat in Neuostheim in eine eigenständige Pfarrei umgewandelt. 1949 wurde auf den Grundmauern des alten Gemeindehauses mit dem Bau der Thomaskirche begonnen. Sie konnte am 29. Mai 1950 von Julius Bender, Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Baden, eingeweiht werden. Ein Wasserrohrbruch richtete Ende 2009 große Schäden am Bauwerk an, wodurch die Kirche unbenutzbar wurde.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenraum

Die Thomaskirche wurde im Süden von Neuostheim an der Seckenheimer Landstraße errichtet. Sie war erst der zweite Kirchenneubau der evangelischen Kirche in Mannheim nach dem Zweiten Weltkrieg und wurde noch im traditionellen Stil errichtet. Sie wurde von Architekt Christian Schrade entworfen, der bereits vor dem Ersten Weltkrieg für die Christuskirche verantwortlich gewesen war. Die Thomaskirche ist eine einfache Saalkirche mit Satteldach. Die Außenwände sind hell verputzt. An der Stirnseite ist ein Fenster in Form einer Lutherrose ausgestaltet. An der Nordseite befindet sich ein Dachreiter mit Glockenstuhl.

Der ursprünglich geplante Glockenturm wurde nie verwirklicht. Die bereits 1965 beschafften Glocken waren eingelagert worden und wurden schließlich 2006 an die Seckenheimer Erlöserkirche verkauft. Im Jahr 2001 erhielt die Kirche eine Turmorgel im italienischen Stil von Orgelbau Stützle (Waldkirch), die rechts vom Altar aufgestellt wurde. Die vorige Steinmeyer-Orgel auf der Empore ist stillgelegt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Udo Wennemuth: Geschichte der evangelischen Kirche in Mannheim. Sigmaringen 1996, ISBN 3-7995-0930-5.
  • Andreas Schenk: Architekturführer Mannheim. Berlin 1999, ISBN 3-496-01201-3.
  • Stadtarchiv Mannheim, Mannheimer Architektur- und Bauarchiv e.V. (Hrsg.), Andreas Schenk: Mannheim und seine Bauten 1907–2007: Band 3. Mannheim 2002, ISBN 3-923003-85-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Thomaskirche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 49° 28′ 40,7″ N, 8° 30′ 34,5″ O