Thorben Albrecht

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Thorben Albrecht (* 2. Februar 1970 in Lüneburg) ist beamteter Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Er ist dort zuständig für die Zentralabteilung und die Abteilungen für Grundsatzfragen, Arbeitsmarktpolitik sowie für den Bereich Europäische Beschäftigungs- und Sozialpolitik. Zu seinen wichtigsten Gesetzgebungsprojekten zählt unter anderem das Tarifautonomiestärkungsgesetz, mit dem u. a. ein gesetzlicher Mindestlohn in Deutschland eingeführt wurde. Zudem hat er den Dialogprozess „Arbeiten 4.0“ angestoßen. Mit diesem bis Ende 2016 angelegten Prozess führte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales einen öffentlichen Dialog über die Zukunft der Arbeitsgesellschaft und die Voraussetzungen für „Gute Arbeit“ im digitalen Zeitalter.[1] Damit wurde ein wichtiger Impuls für eine breitere gesellschaftliche Debatte über die Gestaltung der Zukunft der Arbeit gesetzt.

Im August 2017 ist Thorben Albrecht in die von der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) eingesetzten „Global Commission on the Future of Work“ berufen worden.[2] Insgesamt wurden zwanzig "eminent individuals with outstanding personal achievements and vision, participating in their individual capacity" berufen, die sich im Rahmen der Jahrhundertinitiative der ILO mit den Fragen der sich immer schneller verändernden Arbeitswelt und daraus entstehenden Gestaltungsnotwendigkeiten beschäftigen.[3]

Thorben Albrecht ist zudem einer von 27 Experten in dem von der IG Metall gegründeten Beirat „Zukunft der Arbeit“, in dem Fachleute und Entscheider aus Industrie, Wissenschaft und Politik gemeinsam über die Gestaltung der Digitalisierung der industriellen Arbeit beraten. In seiner Funktion als beamteter Staatssekretär ist er weiterhin Mitglied im IT-Rat der Bundesregierung, das zentrale Gremium für ressortübergreifende IT-Fragestellungen in der Bundesverwaltung sowie im Steuerungskreis „Digitale Agenda“. Der Steuerungskreis Digitale Agenda soll neue Entwicklungen im digitalen Wandel frühzeitig identifizieren und politisch koordinieren.

Thorben Albrecht ist Mitglied der SPD und der Gewerkschaft ver.di.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Abitur am Herzog-Ernst-Gymnasium in Uelzen studierte er Geschichte, Philosophie und Politik an der Universität Hannover. Er war Geschäftsführer der Jusos, bevor er von 1999 bis 2003 Büroleiter des stellvertretenden SPD-Vorsitzenden Rudolf Scharping wurde. Von 2003 bis Ende 2007 arbeitete er als Referatsleiter für Europapolitik beim Bundesvorstand des DGB und war währenddessen stellvertretendes Mitglied im Vorstand des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB) sowie stellvertretendes Mitglied im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA). Anschließend war er Büroleiter von Andrea Nahles im SPD-Parteivorstand während ihrer Zeit als SPD-Vize und Generalsekretärin. Ab Februar 2011 folgte er Benjamin Mikfeld als Leiter der Abteilung für politische Planung und Analysen und war damit im von Nahles geleiteten Wahlkampfteam der SPD zur Bundestagswahl 2013 zuständig für das Wahlprogramm der SPD und die Formulierung des Koalitionsvertrages mit der CDU/CSU.

Nachdem Andrea Nahles in der Großen Koalition Bundesministerin für Arbeit und Soziales geworden war, holte sie ihn ab Januar 2014 als Staatssekretär erneut in ihr enges Führungsteam.[4] Thorben Albrecht ist verheiratet und hat eine Tochter.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biographie auf den Seiten des BMAS

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Arbeiten 4.0 - Blog Blogbeiträge von Staatssekretär Thorben Albrecht zum Thema Arbeiten 4.0.
  2. "Thorben Albrecht in Global Commission on the Future of Work berufen" Pressemeldung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales vom 21. August 2017.
  3. Global Commission on the Future of Work Webseite der International Labour Organization (ILO).
  4. Zweite Reihe der SPD stellt sich auf: Thorben Albrecht wird Staatssekretär bei Nahles - Handelsblatt vom 18. Dezember 2013