Thorsten Frei

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Thorsten Frei (2017)

Thorsten Frei (* 8. August 1973 in Säckingen) ist ein deutscher Politiker (CDU). Er ist seit 2013 Mitglied des Deutschen Bundestages und seit 2018 stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Von 2004 bis 2013 war er Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Donaueschingen.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur, das Frei 1993 am Scheffel-Gymnasium in Bad Säckingen erwarb, leistete er bis 1994 seinen Grundwehrdienst bei der Deutsch-Französischen Brigade ab. Danach begann er ein Studium der Rechtswissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, das er 1999 mit dem Ersten Staatsexamen abschloss. Nach dem Referendariat am Landgericht Waldshut-Tiengen erwarb er 2001 sein Zweites Staatsexamen.[1] Zwischen 1999 und 2002 unterrichtete er Recht an der Berufsakademie Lörrach und arbeitete in den Jahren 2001 und 2002 als Rechtsanwalt in Waldshut-Tiengen. Zwischen 2002 und 2004 war er unter Staatsminister Christoph Palmer Regierungsrat in Stuttgart. 2004 wurde Frei zum Oberbürgermeister von Donaueschingen gewählt. Am 23. September 2012 wurde Frei mit 99,4 Prozent der Stimmen erneut als Oberbürgermeister von Donaueschingen wiedergewählt.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1999 wurde er in den Gemeinderat der Stadt Bad Säckingen gewählt, wo er bis 2004 CDU-Fraktionsvorsitzender war. Zeitgleich war er darüber hinaus Mitglied der Verbandsversammlung des Regionalverbandes Hochrhein-Bodensee bis 2004. Im Jahr 2007 wählte ihn die CDU Baden-Württemberg zum stellvertretenden Parteivorsitzenden.[3][4] Bereits im Jahr 2006 wurde Frei zum Landesvorsitzenden der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU Baden-Württemberg gewählt und stand bis 2016 den rund 9.000 Kommunalpolitikern der Union im Land vor. Neben seiner Abgeordnetentätigkeit ist Frei seit 2009 Kreisrat des Schwarzwald-Baar-Kreises. Seit 2011 ist er zudem Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion. Bei der Landtagswahl 2016 war Frei Wahlkampfleiter der CDU Baden-Württemberg. Seit 2017 ist er auch Kreisvorsitzender der CDU Schwarzwald-Baar.

Bundestagsabgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 16. November 2012 wurde Frei mit 68,6 Prozent der Delegiertenstimmen als CDU-Direktkandidat im Bundestagswahlkreis Schwarzwald-Baar für die Bundestagswahl 2013 nominiert[5] und löste damit den langjährigen Bundestagsabgeordneten Siegfried Kauder ab, der 31,4 Prozent erhielt.[6] Mit 56,7 % der Erststimmen zog er im Bundestag ein. Dafür gab Frei sein Amt als Oberbürgermeister auf.[7] Seinen Wohnsitz in Donaueschingen hat er beibehalten.[8] Bei der Bundestagswahl 2017 holte er mit dem zweitbesten Stimmenergebnis in Baden-Württemberg erneut das Direktmandat im Bundestagswahlkreis Schwarzwald-Baar. Als Abgeordneter im 18. sowie bis Dezember 2018 im 19. Deutschen Bundestag gehörte er als ordentliches Mitglied jeweils dem Auswärtigen Ausschuss[9] sowie dem Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union[10] an. Von seiner Fraktion wurde Frei am 11. Dezember 2018 zum stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Recht und Verbraucherschutz, Innen, Sport und Ehrenamt, Vertriebene, Aussiedler und deutsche Minderheiten gewählt. Er folgte Stephan Harbarth, der zuvor zum Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichtes gewählt worden war. Zudem ist er als stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Inneres und Heimat vertreten. Von 2013 bis 2018 war er zudem Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Unterausschuss Zivile Krisenprävention, Konfliktbearbeitung und vernetztes Handeln.[11] Bei der Bundestagswahl 2021 erhielt er 36,4 % der Erststimmen. Darüber hinaus ist Frei stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landesgruppe Baden-Württemberg im Deutschen Bundestag und Vorsitzender der Deutsch-Schweizerischen Parlamentariergruppe. Seit 2018 ist Frei Vorsitzender des Kuratoriums der Bundeszentrale für politische Bildung.

Ablehnung der Evakuierung aus Afghanistan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende Juni 2021 lehnte Frei den Antrag der Grünen mit der Drucksache 19/9274 und 19/28962 in einem Redebeitrag im Deutschen Bundestag ab.[12] Dabei verwies er darauf, dass ein besonderes Aufnahmeverfahren für die Ortskräfte existiert. Dabei sei die persönliche Gefährdungslage entscheidend, die beschleunigt geprüft werde.[12]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thorsten Frei ist römisch-katholischen Glaubens, verheiratet und hat drei Kinder.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lebenslauf
  2. Ergebnis Oberbürgermeisterwahl 2012 Komm.ONE
  3. CDU Baden-Württemberg, Landesvorstand
  4. Jürgen Ruf, dpa: Führungsreserve aus Donaueschingen. In: Südwest-Presse. 25. September 2012, abgerufen am 7. April 2021.
  5. Offen für neue Farbenspiele Badische Zeitung, 27. April 2013
  6. Revolte gegen Siegfried Kauder. In: FAZ.net. 17. November 2012, abgerufen am 16. Dezember 2014.
  7. Thorsten Frei CDU muss Amt als Oberbürgermeister aufgeben (Memento vom 28. September 2013 im Internet Archive) Schwäbisches Tagblatt, 23. September 2013
  8. Thorsten Freis „Jungfernrede“. (Pressearchiv CDU Stadtverband Donaueschingen), 23. Februar 2014 (Memento vom 6. Juli 2018 im Internet Archive)
  9. Mitglieder des Auswärtigen Ausschusses - bundestag.de (Memento vom 7. November 2014 im Internet Archive)
  10. Mitglieder des Auswärtigen Ausschusses - bundestag.de (Memento vom 24. April 2016 im Internet Archive)
  11. Mitglieder des Auswärtigen Ausschusses - bundestag.de (Memento vom 28. Juli 2014 im Internet Archive)
  12. a b Protokoll des Deutschen Bundestages 23.06.2021. Deutscher Bundestag, 23. Juni 2021, abgerufen am 15. August 2021.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Thorsten Frei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien