Thromberg

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Thromberg / Lubin
Der Thromberg von Salzenforst aus

Der Thromberg von Salzenforst aus

Höhe 432 m ü. NN
Lage ca. 6 km südöstlich vom Stadtzentrum Bautzen, Sachsen (Deutschland)
Gebirge Lausitzer Bergland
Dominanz 3,5 km → Hromadnik
Koordinaten 51° 7′ 53″ N, 14° 27′ 15″ OKoordinaten: 51° 7′ 53″ N, 14° 27′ 15″ O
Thromberg (Sachsen)
Thromberg
Gestein Granodiorit

Der Thromberg (obersorbisch Lubin), auch Drohmberg, Thronberg oder Traumberg genannt, ist ein 432 m hoher Berg bei Bautzen in Sachsen. Er wird auch als dessen Hausberg angesehen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er liegt ca. 6 km südöstlich vom Stadtzentrum Bautzens entfernt. Südwestlich liegt die Gemeinde Großpostwitz, westlich der Ortsteil Rascha, nordwestlich der Ortsteil Ebendörfel, nördlich der Ortsteil Binnewitz und südöstlich der Ortsteil Cosul.

Der Berg ist Teil der nördlichsten Bergkette des Oberlausitzer Berglandes, die im Czorneboh gipfelt. Er stellt einen eindrucksvollen Eckpfeiler gegen das westlich liegende Spreetal dar, von dem sich der südwestliche Gebirgsfuß um 200 m erhebt.

Geologie, Bodenkunde, Hydrologie sowie Flora und Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gestein des Thromberges, ein Zweiglimmergranodiorit, tritt auf dem Gipfel in Felsklippen (als sogenannte Teufelskanzel) von ca. 3 m Höhe zutage. Blöcke liegen am Oberhang verstreut.

Lößlehm, welcher ursprünglich auch den Gipfelbereich überzog, wurde mit der periglazialen Fließerde hangabwärts umgelagert. Im Bereich des Unterhanges ist er dabei über 0,5 m mächtig. Der Oberhang und das Plateau weisen nur eine geringmächtige Fließerdedecke über dem stark zerklüfteten Grundgestein auf, das einen grusigen und steinigen Verwitterungsboden bildet.

Bei einem ungünstigen Wasserhaushalt der häufig staunassen oder aber rasch austrocknenden Böden (Pseudogleye und saure podsolige Braunerden), zumal außer kleinen Quellaustritten am Südhang keine Gewässer vorhanden sind, weist der Wald schlechte Wachstumsbedingungen auf. Die starke „Verwüstung“ des Waldes geht zum Teil auf Waldweide und Streunutzung bis zum Jahre 1840 zurück. Der gesamte Südhang ist aus diesem Grund, seit 1471 und 1507 von Hainitz und Postwitz in den Besitz des Rates zu Budissin übergegangen (111 ha), von 1819 an[1] wurde dieser meist mit Lärchen bepflanzt. Dem dafür verantwortlichen städtischen Kämmereiverwalter Johann Gottlob Postel setzte die Stadt Bautzen im Jahr 1846 einen Gedenkstein der heute noch am südlichen Waldrand des Thromberges steht. Anstelle des ursprünglichen Eichen-Birken-Waldes wurde in den folgenden Jahrzehnten jedoch vorwiegend Fichte gepflanzt.

Zahlreiche Brombeerarten wuchern häufig an den Rändern und auf Lichtungen des Waldes. Bemerkenswerte Arten sind die Zweifarbige Brombeere (Rubus bifrons), eine Charakterart des nördlichen Gebirgszuges, die Schlesische Brombeere (R. silesiacus) und die Bergbrombeere (R. senticosus). Für den Bereich der Fauna ist erwähnenswert, dass noch 1920 die Haselmaus am Thromberg nachgewiesen wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Thromberg vom südlich gelegenen Bieleboh aus

Im Gegensatz zu alten Urkunden, wo der Name des Berges Troyenberg (1404) oder Tronberg (1471) geschrieben wurde, hat Oeder 1597 die Höhe nach dem nahe gelegenen Ort Ebendörfel – damals Bellschwitz – als "Beltzwitzer Bergk" benannt.

Mit einer aus größeren Steinen gesetzten Mauer auf der offenen Ostseite ergibt sich ein flaches Plateau im Durchmesser von 10 Metern. Über die Herkunft der Mauer wird nichts konkretes berichtet. Es existiert jedoch eine mündliche Überlieferung, dass der Thromberg im Mittelalter der Raubritterburg „Körse“ als Beobachtungsposten gedient haben soll.[2]

Sage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Felsformation auf dem Gipfel des Berges

Nach einer alten sorbischen Sage sollen sich hier sieben Könige auf sieben Steinblöcken auf dem „Lubin“ beraten haben, als die Deutschen ins Land der Sorben eindrangen. Der sich daran anschließende Kampf war sehr blutig. Die Schlacht ging für die Sorben verloren, dabei büßten alle sieben Könige ihr Leben ein. Sie wurden auf dem Berg zusammen mit ihren Kronen begraben und man wälzte sieben Blöcke auf deren Gräber, die von den Deutschen als Thron gedeutet wurden. Ähnlich der Kyffhäusersage sollen sie nun unter dem Berg auf den Tag warten, an dem ihr Volk sie zur Hilfe ruft.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberhalb des Ortsrandes von Ebendörfel am Waldrand des Berges liegt auf etwa 290 m Höhe ein Kriegerdenkmal zu Ehren der Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Um den Berg führt ein Ringweg. Der Weg zum Gipfel ist nicht ausgeschildert.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andreas Wujanz: Die Oberlausitz als besondere Abtheilung von Sachsens Kirchen-Galerie. Verlag von Hermann Schmidt, Dresden 1840., Digitalisat, S.87 ff.
  2. Drohmberg

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Thromberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien