Thumelicus

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Thumelicus (* 15; † vor 47) war der Sohn des Arminius und der Thusnelda.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thusnelda im Triumphzug des Germanicus – Das 1873 entstandene Historiengemälde von Carl Theodor von Piloty zeigt in der Vorstellungswelt des 19. Jahrhunderts, wie Thusnelda, ihren Sohn Thumelicus mit sich führend, in dem Triumphzug am 26. Mai 17 in Rom präsentiert wird.

Arminius, der Sohn des Cheruskerfürsten Segimer, lebte seit dem Herbst/Winter 14 oder Frühjahr 15 mit Thusnelda, der Tochter des romfreundlichen Cheruskerfürsten Segestes. Die schwangere Thusnelda wurde im Jahre 15 von ihrem Vater Segestes im Zuge der Germanicus-Feldzüge dem römischen Feldherrn Germanicus ausgeliefert. Im Triumphzug des Germanicus am 26. Mai 17 wurden Thusnelda und Thumelicus dem Volk von Rom als Kriegsbeute präsentiert; Thusneldas Vater Segestes soll als Verbündeter Roms dem Schauspiel beigewohnt haben. Aufgrund des strategisch wichtigen Bündnisses zwischen Segestes und Rom wurden, entgegen dem üblichen Verfahren, Thusnelda und ihr Sohn Thumelicus nach Abschluss des Triumphzuges nicht getötet, sondern nach Ravenna ins Exil geschickt.

Der weitere Lebensweg von Thumelicus liegt im Dunkel der Geschichte verborgen. Tacitus spricht in Andeutungen: „Der Knabe wuchs in Ravenna auf. Von dem Spiel, das das Schicksal später mit ihm getrieben hat, werde ich zu gegebener Zeit berichten.“[1] Der von ihm angekündigte Bericht ist jedoch verschollen oder wurde vielleicht auch niemals geschrieben. Aufgrund dieses Tacituszitates und der Tatsache, dass Thumelicus in Ravenna, einer Stadt mit einer berühmten Gladiatorenschule aufwuchs, wird zuweilen angenommen, dass Tacitus mit „Spiel“ die Gladiatorenkämpfe meinte und somit Thumelicus sein Leben in einem Schaukampf im Circus beendete. Diese Interpretation ist aber nicht unmittelbar belegbar.[2]

Thumelicus, während der Gefangenschaft seiner Mutter geboren, wurde stabreimend nach seiner Mutter Thusnelda und mit einem römischen Namen benannt – nicht nach dem germanischen Vater und Römerfeind, als sei dieser unbekannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tacitus: Annalen 1,58.
  2. Walter Böckmann: Als die Adler sanken. Arminius, Marbod und die Legionen des Varus. Lübbe-Verlag, Bergisch Gladbach 1984, ISBN 3-7857-0383-X, S. 200.