Thyrow

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Thyrow
Stadt Trebbin
Koordinaten: 52° 15′ 10″ N, 13° 14′ 20″ O
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 14959
Vorwahl: 03373
Dorfkirche Thyrow
Thyrow auf dem Urmesstischblatt von 1840

Thyrow ist ein Ortsteil der Stadt Trebbin im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg.[1]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thyrow grenzt im Norden an Ludwigsfelde und Kerzendorf, im Osten an Märkisch Wilmersdorf, im Süden an die Kernstadt Trebbin und im Westen an Großbeuthen. Durch den Ort verläuft von nordöstlicher in südwestlicher Richtung die Bundesstraße 101.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Ausgrabungen konnte – wie in der umliegenden Region – auch in Thyrow eine Besiedlungen in der Ur- und Frühgeschichte nachgewiesen werden. Urkundlich wurde erstmals im Jahr 1346 ein Angerdorf Thure erwähnt. Der Name geht auf die altsorbische Bezeichnung für einen Auerochsen zurück. Dieses Tier führt der Ortsteil in seinem Wappen. Weitere Schreibweisen waren unter anderem Thüre, Ture und Thewe.

Thyrow wurde im Jahr 1402 vom Raubritter Dietrich von Quitzow überfallen. Aus dem 15. Jahrhundert ist die Existenz eines Schlosses überliefert. Den Dreißigjährigen Krieg überlebte lediglich ein Einwohner. In den Koalitionskriegen plünderten Franzosen das Dorf. Erst mit dem Bau der Anhalter Bahn und den Anschluss Thyrows im Jahr 1841 kam ein bescheidener Wohlstand in den Ort. Der Berliner Makler Winkler erwarb einige Grundstücke in Bahnhofsnähe und veräußerte sie anschließend weiter.

Im Jahr 1997 schlossen sich die Gemeinden Großbeuthen, Christinendorf, Märkisch Wilmersdorf zur neuen Gemeinde Thyrow zusammen.[2] Ein Jahr später errichtete die Dorfgemeinschaft in dem ehemaligen Vierseithof der bäuerlichen Handelsgenossenschaft ein Gemeindezentrum mit einer Heimatstube, einem Kulturzentrum und einer Gaststätte.[3] 2003 erfolgte die Eingliederung des Zusammenschlusses von 1997 in die Stadt Trebbin.[4] In demselben Jahr wurde es vom Land Brandenburg als „Schönstes Dorf“ ausgezeichnet. Ein Jahr später konnten die Bewohner den Europäischen Dorferneuerungspreis nach Thyrow holen. Am 23. Juni 2014 gab das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung bekannt, dass eine Ortsumgehung für Thyrow genehmigt wurde.[5] Das rund fünf Kilometer lange Teilstück soll rund 33 Millionen Euro kosten.

Sehenswürdigkeiten, Kultur und Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eichberg-Haus im Mai 2015

In der Liste der Baudenkmale in Trebbin und in der Liste der Bodendenkmale in Trebbin stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmäler.

Des Weiteren existieren einige aktive Vereine in Thyrow.

  • Am 28. Januar 2002 gründete sich der Verein ThyrowerTheaterTruppe (TTT) mit 31 Gründungsmitgliedern. Sie spielt regelmäßig in der Kulturscheune des Ortes.[6]
  • Der Heimatverein Thyrow besteht seit 1999.[7]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lebenswissenschaftliche Fakultät im Albrecht Daniel Thaer-Institut für Agrar- und Gartenbauwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin erforscht die Voraussetzungen für eine „Quantitativ ausreichende und qualitativ hochwertige Versorgung der Bevölkerung und nachhaltige Entwicklung ländlicher Räume“.[8] Sie führt dazu in Thyrow einen statistischen Nährstoffmangelversuch durch.[9]

Die LEAG betreibt in Trebbin ein Gaskraftwerk, das ausschließlich für den Netzwiederaufbau im Schwarzwerdefall vorgehalten wird. Obwohl es im Ortsteil Märkisch Wilmersdorf liegt, lautet die offizielle Bezeichnung Gasturbinenkraftwerk Thyrow.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hauptsatzung der Stadt Trebbin (PDF; 45 kB) vom 18. Februar 2009, abgerufen am 15. Mai 2015
  2. Zusammenschluß der Gemeinden Christinendorf, Groß Beuthen, Märkisch Wilmersdorf und Thyrow (Amt Trebbin) zu der neuen Gemeinde Thyrow. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 23. Dezember 1997. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 9. Jahrgang, Nummer 2, 17. Januar 1998, S. 26.
  3. Gemeindezentrum Thyrow / Kulturscheune, Webseite Kreatives Brandenburg, abgerufen am 15. Mai 2015.
  4. Viertes Gesetz zur landesweiten Gemeindegebietsreform betreffend die Landkreise Havelland, Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming (4.GemGebRefGBbg) vom 24. März 2003
  5. Pressemitteilung: Ortsumgehung Thyrow darf gebaut werden, Webseite des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, abgerufen am 15. Mai 2015.
  6. Wir über uns, Webseite der ThyrowerTheaterTruppe, abgerufen am 15. Mai 2015.
  7. Sicherheitskontrolle erforderlich. Abgerufen am 7. Mai 2017.
  8. Thyrow, Webseite der HU-Berlin, abgerufen am 15. Mai 2015.
  9. Institutspräsentation Dauerfeldversuche und Deutschland, Webseite des Umweltbundesamtes, (PDF), abgerufen am 15. Mai 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Thyrow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien