Thyssenkrupp Steel Europe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
thyssenkrupp Steel Europe AG

Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
Sitz Duisburg
Leitung Andreas J. Goss (Vorstandsvorsitzender)
Mitarbeiterzahl 27.601 (Gj.2014/2015)
Umsatz 8,697 Mrd. EUR (Gj. 2014/2015)
Branche Stahlindustrie
Website www.thyssenkrupp-steel-europe.com
Stand: 30. September 2015

Die thyssenkrupp Steel Europe AG, mit Sitz in Duisburg, ist die Führungsgesellschaft des Segments Stahl der ThyssenKrupp AG. Die Kerngeschäftsfelder sind die Stahlerzeugung und die Herstellungen von Flachprodukten aus Qualitätsstahl, sowie die Erbringung von Dienstleistungen im Stahlbereich.

Gliederung und Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Konzern gliedert sich in die so genannten Business Units Corporate, Steelmaking, Industry, Auto und Processing. Zu den Tochterunternehmen gehören unter anderem die börsennotierte Eisen- und Hüttenwerke Aktiengesellschaft sowie die Rasselstein GmbH in Andernach,[1] und die Eisenbahn und Häfen GmbH in Duisburg. Das Unternehmen ist des Weiteren an den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (3.300 Mitarbeiter) in Duisburg beteiligt. Ein weiterer Standort des Unternehmens ist das Dortmunder Oberflächenzentrum auf dem Gelände der ehemaligen Westfalenhütte. Zur europäischen Stahlsparte von ThyssenKrupp gehört unter anderem das Stahlwerk in Duisburg-Bruckhausen mit 14.000 Mitarbeitern (zuzüglich Partner + Fremdfirmen). Mit einer Fläche von ca. 10 km² ist das Stahlwerk fast fünf mal so groß wie Monaco. Im Duisburger Süden ist mit dem Grobblech-Walzwerk, mit knapp 1.200 Mitarbeitern, ein weiterer Standort vorhanden. Kaltgewalzter Flachstahl macht 70 % des Produktmixes von ThyssenKrupp Steel Europe aus,[2] insgesamt gehen 57 % der Produkte in den Fahrzeugbau (Stand 2014).

2018 hat thyssenkrupp im 160 km nordöstlich von Mumbai gelegenen Nashik eine Anlage zur Herstellung von kornorientiertem Elektroband in Betrieb genommen.[3]

Stahlerzeugung bei der ThyssenKrupp Steel Europe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der ThyssenKrupp Steel Europe AG wird Stahl auf der klassischen Hochofenroute gewonnen. Die Hochöfen des Unternehmens stehen allesamt im Duisburger Norden in den Stadtteilen Hamborn (ThyssenKrupp-Stahlwerk Schwelgern) und Bruckhausen. Im Februar 2008 wurde in Hamborn mit dem Hochofen 8 eine der modernsten Anlagen dieser Art eingeweiht. Der Standort Duisburg ist damit eines der größten integrierten Hüttenwerke der Welt und damit auch einer der größten regionalen Arbeitgeber.

Im Rahmen einer Wachstumsstrategie baute das Unternehmen ein neues Hüttenwerk in Brasilien (ThyssenKrupp CSA) und einen Weiterverarbeitungsstandort in Mobile (Alabama). Beide Werke erwirtschafteten seit Inbetriebnahme erhebliche Verluste und wurden im Jahr 2012 zum Verkauf angeboten. Das Stahlwerk in Alabama wurde im November 2013 von einem Joint Venture der Konkurrenten ArcelorMittal und Nippon Steel-Sumitomo Metal Industries erworben.[4] Das Stahlwerk in Brasilien wurde zunächst in das Geschäftsfeld „ThyssenKrupp Steel Americas“ ausgegliedert und Anfang 2017 für 1,5 Milliarden € von dem argentinischen Stahlkonzern Ternium übernommen[5]. ThyssenKrupp Steel Europe und ThyssenKrupp Steel Americas erzeugten 2014 zusammen 16,3 Mio t Stahl.[6] Der in Deutschland produzierte Anteil (inkl. HKM-Anteil) liegt bei 12,3 Mio. Tonnen Rohstahl.

Jüngere Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tuchfilteranlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 16. Mai 2017 hat thyssenkrupp Steel Europe in Duisburg die weltweit größte Tuchfilteranlage für die Sintererzeugung in Betrieb genommen. Sie entstaubt stündlich bis zu 1,3 Millionen Kubikmeter Abluft, die beim Sintern – also beim Vermengen und Zusammenbacken von feinkörnigen Eisenerzen mit Koks und anderen Stoffen wie Kalk – entsteht. Mehr als 44.000 extrem feine Filterschläuche und ein 45.000 Quadratmeter großer Tuchfilter sorgen dafür, dass kaum Staub in die Außenluft gerät. Thyssenkrupp Steel Europe hat rund 46 Millionen Euro in die neue Filteranlage investiert. Weitere 19 Millionen Euro flossen in die Modernisierung des Sinterprozesses. Dies ist bereits der zweite Gewebefilter innerhalb der Anlage, bis 2020 soll ein dritter gebaut werden.

Fusion mit Tata Steel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 20. September 2017 gab die thyssenkrupp AG bekannt, die europäischen Stahlaktivitäten mit Tata Steel in einem Joint Venture zusammenschließen zu wollen. Nach erfolgter Fusion soll der Konzernsitz nach Amsterdam in die Niederlande verlagert werden und der künftige Konzernname thyssenkrupp Tata Steel B.V. lauten.[7] Am 30. Juni 2018 haben thyssenkrupp und Tata Steel einen bindenden Vertrag zur Schaffung des neuen Joint Ventures unterschrieben.[8]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Organigramm der Eisen- und Hüttenwerke Aktiengesellschaft, Andernach, im ThyssenKrupp-Konzern (PDF)
  2. http://www.thyssenkrupp.com/documents/roadshows/Presentation_ThyssenKrupp_May_2014.pdf Unternehmenspräsentation S. 54
  3. http://www.stahl-online.de/index.php/indien-tk-nimmt-produktionsanlage-fuer-elektroband-in-betrieb/
  4. Pressemitteilung vom 29. November 2013
  5. Weiterer Meilenstein bei Strategischer Weiterentwicklung erreicht: thyssenkrupp verkauft brasilianisches Stahlwerk CSA an Ternium. Abgerufen am 1. April 2017.
  6. http://www.worldsteel.org/dms/internetDocumentList/bookshop/2015/World-Steel-in-Figures-2015/document/World%20Steel%20in%20Figures%202015.pdf
  7. Gemeinsamer Stahl: Thyssen und Tata sind kurz davor. In: FAZ.net, abgerufen am 26. März 2018.
  8. Tata Steel und thyssenkrupp unterschreiben bindenden Vertrag zur Schaffung eines neuen europäischen Stahl Champions