Tiamat

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Darstellung einer gehörnten Schlange auf einem babylonischen Rollsiegel

Tiamat ist eine Göttin in der babylonischen Mythologie. Sie verkörpert das Salzwasser[1] und bildet den Gegenpart zu ihrem Gemahl Abzu, dem Süßwasser.

Der Gatte von Tiamat ist Abzu, ihre Kinder sind unter anderem Laḫmu, Laḫamu und Kingu. Nach Jacobsen ist der Name Tiamat von akkadisch ti'amtum (status absolutum), später tâmtum, "Meer" abzuleiten[1].

Im Enūma eliš wecken die jungen Götter Tiamat und Abzu mit ihrem Lärm und ihrem Treiben, und Abzu will die Ruhestörer vernichten, zum Unwillen Tiamats. Nachdem Abzu durch den Gott Ea/Enki getötet worden ist, schwört Tiamat Rache und verbündet sich mit ihrem Sohn Kingu, dem sie große Macht verleiht. Zusammen mit einer Armee von Ungeheuern will sie ihre Kindeskinder bekämpfen, diese schicken ihr jedoch Marduk, den Sohn von Ea, entgegen. Er tötet Kingu und besiegt auch Tiamat im Zweikampf, spaltet sie und bildet aus den Hälften den Himmel und die Erde.

Die Omorka des Berossos, deren chaldäischen Namen er als thamte, die See, angibt, wird oft mit Tiamat gleichgesetzt[2].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helmut Freydank u. a.: Lexikon Alter Orient. Ägypten * Indien * China * Vorderasien. VMA-Verlag, Wiesbaden 1997, ISBN 3-928127-40-3.
  • Brigitte Groneberg: Die Götter des Zweistromlandes. Kulte, Mythen, Epen. Artemis & Winkler, Stuttgart 2004, ISBN 3-7608-2306-8.
  • Florian Illerhaus: Marduks Kampf gegen das Chaos-Ungeheuer Tiamat. Darstellungen des babylonischen Schöpfungsmythos und die Vielfalt der Deutungen. München. 2011. ISBN 3-640-80470-8
  • Thorkild Jacobsen 1968, The Battle between Marduk and Tiamat. Journal of the American Oriental Society 88/1, 104-108.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Thorkild Jacobsen 1968, The Battle between Marduk and Tiamat. Journal of the American Oriental Society 88/1, 105
  2. Thorkild Jacobsen 1968, The Battle between Marduk and Tiamat. Journal of the American Oriental Society 88/1, Anm. 1, S. 105