Tibor Müller

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Tibor Müller (* 1979 in Dresden) lebt und arbeitet als Medienkünstler in Leipzig. Zu den Schwerpunkten seiner Arbeit gehören Videokunst, Skulptur und Installationen im Öffentlichen Raum. 2002 gründete er mit Andreas Link, Jörg Schütze, Nadin Neuhäuser und Stefan Höhne die Künstlergruppe pro:ohm. Seit 2007 entstanden in Zusammenarbeit mit Stefan Riebel unter dem Titel Gedanken zur Revolution neue Formen der Präsentation von Kunst und Kooperationen mit anderen Künstlern. Mit Plattform +0 wurde darüber hinaus ein Netzwerkprojekt zur Untersuchung und Präsentation von ephemerer Kunst geschaffen.

Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VOTE, 2010, MDF, Plexiglas, 6.30 m × 1.30 m × 0.60 m

Müller studierte 2002 bis 2010 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, im Fachbereich Medienkunst. Mit seiner Skulptur VOTE aus dem Jahr 2010 stellt Müller die Frage nach dem Wert. Vote ist eine Maschine und Skulptur und verweist als selbstreferenzielles System auf eine Programmierung der Gesellschaften durch allgegenwärtige Algorithmen. Um die Inhalte komplexer Systeme wie das WWW zu verwalten, werden Instrumente benötigt, die über den Wert der Inhalte Aufschluss geben. Votings sind dabei ein mögliches demokratisches Instrument zur Wertbestimmung, wobei die Frage nach der Qualität der Ergebnisse gestellt werden müsste, aber nicht wird. Einige grundlegende Fragen die VOTE anstößt:

  • Mit welcher Vorbildung, Absicht… wird eine Bewertung abgegeben?
  • Ist der Wert, der angezeigt wird, etwas Anderes als eine Aussage über z. B. vorhandene Mittelmäßigkeit?
  • Welche Rolle spielen demokratische Instrumente für eine Gesellschaft des Spektakels?
  • Wie müsste ein Bewertungssystem aussehen, das tatsächlich etwas über den Wert einer Sache aussagt?
  • Wer oder was generiert Werte für Wen?
  • In welchem Verhältnis stehen Wert und Institution?

etc.

Um VOTE zu benutzen, kann der Besucher des Kunstraumes einen Wert zwischen einem und fünf Sternen auswählen und über das Interface der Skulptur an eine Datenbank übergeben. Ein Computer errechnet den Mittelwert aller bis dato abgegebenen Stimmen. Bei jedem einzelnen Voting wird zudem ein Lichteffekt angestoßen, der die erfolgreiche Abgabe eines Wertes anzeigt. Im jeweiligen Ausstellungsraum muss VOTE deutlich separiert von anderen Werken präsentiert werden, um vorhandene Verhältnisse im Raum zu reduzieren.

Werke (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2010 VOTE – Skulptur und Maschine
  • seit 2009 DESKTOP SHOT – Bildschirmfotografie
  • 2009 DRY – Fotomontage

Ausstellungen (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • dieschönestadt, Halle 2010
  • diploma, HGB Leipzig, Leipzig 2010
  • on plein air, Galerie doppelde, Dresden 2009

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]