Tiefenthal (Pfalz)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Tiefenthal
Tiefenthal (Pfalz)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Tiefenthal hervorgehoben

Koordinaten: 49° 32′ N, 8° 6′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Dürkheim
Verbandsgemeinde: Leiningerland
Höhe: 290 m ü. NHN
Fläche: 4,21 km2
Einwohner: 844 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 200 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67311
Vorwahl: 06351
Kfz-Kennzeichen: DÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 32 044
Adresse der Verbandsverwaltung: Industriestraße 11
67269 Grünstadt
Website: www.vg-l.de
Ortsbürgermeister: Edwin Gaub (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Tiefenthal im Landkreis Bad Dürkheim
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Über dieses Bild
Ortsbild von Tiefenthal

Tiefenthal ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Leiningerland an.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in einer kleinen Talsenke mit nördlichem Gefälle zwischen Eis- und Eckbachtal in der Pfalz im Südosten des Eisenberger Beckens. Der Seltenbach bildet die nordwestliche Gemarkungsgrenze; von rechts nimmt er den Hohlgraben auf. Zudem liegt die Flur Gemeindeberg teilweise auf dem Gemeindegebiet von Tiefenthal. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Ebertsheim, Grünstadt, Neuleiningen, Hettenleidelheim und Eisenberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1318 wurde der Ort als Dyfendal erstmals urkundlich erwähnt. Es scheint sich hier eine Marienwallfahrtskirche befunden zu haben, welche 1330 vom Wormser Bischof und 1380 vom päpstlichen Legaten, Kardinal Pileus de Prato je einen Ablass verliehen bekam.[2] Am 24. Juni 1362 stifteten die Grafen Friedrich der Ältere und Friedrich der Jüngere von Leiningen zwei ewige Messen auf dem dortigen St. Marien- und dem St. Georgsaltar, wegen der „großen Genade und Aplaz, die man findet in deme Godeshuse Unsrer lieben Frauwen zu Dyefendal hinder der Nuwenliningen gelegen.“[3] Diese Kirche stand am Platz der heutigen Protestantischen Pfarrkirche. In der neuen, katholischen Filialkirche St. Georg befindet sich ein großes, gotisches Holzrelief des Hl. Georg, mit Darstellung einer Burg, das vermutlich noch vom Georgsaltar der alten Wallfahrtskirche stammt.[4]

Beim Friedhof Neuleiningen steht das von dem in Tiefenthal beheimateten gräflichen Scharfrichter Servacius Westheim 1703 gestiftete Scharfrichterkreuz, mit entsprechender Inschrift.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Tieffenthal – so die damalige Schreibweise – in den Kanton Grünstadt eingegliedert und Sitz einer eigenen Mairie. 1815 wurde das Dorf nach dem Wiener Kongress Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte es wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte Tiefenthal dem Landkommissariat Frankenthal an; aus diesem ging das Bezirksamt Frankenthal hervor.

Ab 1939 war die Gemeinde Bestandteil des Landkreises Frankenthal (Pfalz). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Ort innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort in den neu geschaffenen Landkreis Bad Dürkheim. Drei Jahre später wurde er Bestandteil der ebenfalls neu geschaffenen Verbandsgemeinde Hettenleidelheim. 2018 erfolgte die Zuordnung zur Verbandsgemeinde Leiningerland.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2013 waren 40,8 Prozent der Einwohner evangelisch und 33,0 Prozent katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Tiefenthal besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Wahl SPD CDU WGT Gesamt
2019[6] 3 5 4 12 Sitze
2014[7] 3 6 3 12 Sitze
2009 3 5 4 12 Sitze
2004 2 5 5 12 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist Edwin Gaub (CDU). Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 78,10 % in seinem Amt bestätigt.[8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Tiefenthal
Blasonierung: „In Rot ein goldenes Tatzenkreuz.“[9]
Wappenbegründung: Es wurde 1983 von der Bezirksregierung Neustadt genehmigt und geht zurück auf ein Siegel aus dem Jahr 1724. Es ist dem Wappen der Grafen von Leiningen-Westerburg entlehnt, zu denen Tiefenthal gehörte.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmalgeschützte katholische Kirche

Vor Ort befinden sich insgesamt neun Objekte, die unter Denkmalschutz stehen.

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindegebiet existieren drei Naturdenkmale.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor Ort existiert der Faustballverein TSG Tiefenthal, dessen Frauenmannschaft aktuell in der 2. Faustball-Bundesliga vertreten ist.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2001 existieren vor Ort die Windkraftanlagen Tiefenthal.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Tiefenthal verläuft die Landesstraße 453. Mitten im Ort zweigt von dieser die Kreisstraße 36 ab, die den zu Neuleiningen gehörenden Weiler Nackterhof anbindet. Wenige Kilometer entfernt liegt die Anschlussstelle Wattenheim der Autobahn A 6.

Historisch verband die von der Eistalbahn abzweigende Bahnstrecke Ebertsheim–Hettenleidelheim den Ort schienentechnisch mit Grünstadt; der Bahnhof befand sich am nordwestlichen Rand der Gemarkung weitab des Siedlungsgebiets. Bereits 1954 kam der Personenverkehr zum Erliegen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Tiefenthal – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Landesamt für Denkmalpflege: Die Kunstdenkmäler von Bayern, Regierungsbezirk Pfalz, VIII. Stadt und Landkreis Frankenthal, Oldenbourg Verlag, München, 1939, Seite 474
  3. Franz Xaver Glasschröder: Neue Urkunden zur Pfälzischen Kirchengeschichte im Mittelalter, Verlag der Pfälzischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, Speyer, 1930, Seiten 159 u. 160, Urkundenregest Nr. 252
  4. Reclams Kunstführer von Deutschland, Band 6 (Rheinland-Pfalz, Saarland), 1980, Seite 449, ISBN 3-15-010286-3; (Ausschnittscan)
  5. KommWis, Stand: 31. Dezember 2013
  6. Der Landeswahlleiter RLP: Gemeinderatswahl 2019 Tiefenthal. Abgerufen am 14. Oktober 2019.
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  8. Der Landeswahlleiter RLP: Direktwahlen 2019. siehe Leiningerland, Verbandsgemeinde, 21. Ergebniszeile. Abgerufen am 14. Oktober 2019.
  9. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.