Tiermedizinischer Fachangestellter

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Der Tiermedizinische Fachangestellte kurz TFA (in der Schweiz: Tiermedizinische Praxisassistentin, kurz TPA) ist ein Ausbildungsberuf in der Veterinärmedizin. Früher wurde dieser Beruf als Tierarzthelfer bezeichnet. Basis ist eine dreijährige Ausbildung, die von einer Landestierärztekammer organisiert wird und aus theoretischen Modulen und einer berufsbegleitenden praktischen Tätigkeit bei einem Tierarzt besteht. In der theoretischen Ausbildung werden Grundkenntnisse in Anatomie, Physiologie, Diagnostik und Krankheiten der Tiere erworben.

Tätigkeiten[Bearbeiten]

Tiermedizinische Fachangestellte helfen Tierärzten bei der Behandlung und Untersuchung der Tiere. Sie erledigen die Operationsvor- (Rasieren, Desinfektion) und -nachbereitung (Reinigung und Sterilisation der Instrumente) und assistieren bei chirurgischen Eingriffen. Je nach Ausstattung der Tierarztpraxis übernehmen sie auch Laboruntersuchungen. Bei entsprechendem zusätzlichen Sachkundenachweis können sie unter Aufsicht eines Tierarztes auch Röntgenaufnahmen anfertigen. Sie beraten Tierhalter und sorgen für Hygiene in der Praxis. Schließlich betreuen sie in den Praxen auch die tierärztliche Hausapotheke mit, die der Tierarzt aufgrund seines Dispensierrechtes führen darf.

Neben der Beschäftigung bei einem Tierarzt können sie auch in Zoos, Tierheimen oder in der Tierhaltung tätig sein.

Es besteht die Möglichkeit zur Weiterbildung zum Biotechniker.

Ausbildung[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Die Ausbildung zum Tiermedizinischen Fachangestellten dauert im Regelfall drei Jahre. Sie findet sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule statt. Seit 2008/2009 werden sowohl die berufsschulische Ausbildung wie die praktische Abschlussprüfung vor der zuständigen Tierärztekammer in Lernfeldern mit rollenspielartiger Umsetzung des Gelernten angewandt (Fallbeispiele aus der Tierarztpraxis: Rezeption, Wartezimmer, Behandlung, OP, tierärztliche Hausapotheke, Röntgen, Labor, Futter- und Tierhaltungsberatung, Abrechnung nach GOT, Kundenkonversation u. ä.).

Eine Verkürzung der Ausbildungszeit ist – wie in allen Ausbildungsberufen – gemäß §§7 und 8 BBiG vor Beginn der Ausbildung möglich. Die zuständige Stelle hat auf gemeinsamen Antrag von Auszubildenden und Ausbildenden die Ausbildungszeit zu kürzen, wenn zu erwarten ist, dass das Ausbildungsziel in der gekürzten Zeit erreicht wird.

Die Verkürzung ist von der Vorbildung abhängig und beträgt 6 bis 12 Monate. Zudem kann eine vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung (§ 45 (1) BBiG) gestellt werden, sofern ein Notendurchschnitt von mindestens 2,4 vorliegt.

Ausbildungsvergütung[Bearbeiten]

Die Ausbildungsvergütung beträgt im ersten Ausbildungsjahr 530 €, im zweiten Ausbildungsjahr 600 € und im dritten Ausbildungsjahr 650 € pro Monat.[1]

737 € brutto im Monat verdienten die Auszubildenden 2012 durchschnittlich in Westdeutschland (Durchschnitt der 3 Ausbildungsjahre). In Ostdeutschland stiegen die tariflichen Ausbildungsvergütungen 2012 um 5,0 % auf durchschnittlich 674 € im Monat. 2011 waren sie um 4,9 % angehoben worden. Für das gesamte Bundesgebiet lag der tarifliche Vergütungsdurchschnitt 2012 bei 730 € pro Monat.[2] Ermittelt wurden dabei die durchschnittlichen Vergütungen für 184 Berufe in West- und 149 Berufe in Ostdeutschland. In diesen Berufen werden 88 % der Auszubildenden ausgebildet.

Schweiz[Bearbeiten]

Die Ausbildung dauert drei Jahre. Üblich ist die Ausbildung in einer Tierarztpraxis, selten auch in einem Tierspital. Die Berufsfachschule wird an einem Tag die Woche besucht.

Weblinks[Bearbeiten]

Deutschland:

Schweiz:
Berufsinformationen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tarifvertrag
  2. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Auswertung der tariflichen Ausbildungsvergütungen für das Jahr 2012