Tiers

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Tiers
(ital.: Tires)
Wappen
Wappen von Tiers
Karte
Location of Tiers (Italy).png
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen – Südtirol
Bezirksgemeinschaft: Salten-Schlern
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2016)
969/981
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
98,15 % deutsch
1,20 % italienisch
0,65 % ladinisch
Koordinaten 46° 28′ N, 11° 31′ OKoordinaten: 46° 28′ N, 11° 31′ O
Meereshöhe: 700–3002 m s.l.m. (Zentrum: 1028 m s.l.m.)
Fläche: 42,1 km²
Dauersiedlungsraum: 3,8 km²
Fraktionen: Tiers (St. Georg), St. Zyprian, Breien (zum Teil bei Völs)
Nachbargemeinden: Campitello di Fassa (TN), Karneid, Kastelruth, Mazzin (TN), Pozza di Fassa (TN), Völs am Schlern, Welschnofen
Partnerschaft mit: -
Postleitzahl: 39050
Vorwahl: 0471
ISTAT-Nummer: 021100
Steuernummer: 80009610215
Bürgermeister (2015): Gernot Psenner (SVP)

Tiers ([ˈtiɐs]; italienisch Tires) ist eine italienische Gemeinde mit 981 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016) in Südtirol in der Nähe von Bozen zu Füßen des Rosengartens.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde befindet sich im hinteren Abschnitt des Tierser Tals. Etwa die Hälfte des Gemeindegebietes befindet sich im Naturpark Schlern-Rosengarten. Die Hauptzufahrt nach Tiers führt seit Ende der 1980er-Jahre von dem Ort Blumau im Eisacktal über Völser Aicha. Darüber hinaus erreicht man Tiers über die alte, steigungsreiche und steinschlaggefährdete Straße durch die enge Mündungsschlucht des Tales sowie über den Karerpass und den Nigerpass. Das Dorf selbst befindet sich auf 1.028 m Meereshöhe auf der rechten Talseite. Zur Gemeinde Tiers gehören zudem die Ortsteile St. Zyprian und Weisslahnbad.

Erste Besiedelungsspuren stammen aus der Bronzezeit. Ersturkundlich ist die Örtlichkeit als „Tieres“ in den Jahren 993/94–1005 bezeugt, als in einer Traditionsnotiz des Hochstifts Freising der bayerische Graf Otto aus dem Geschlecht der Rapotonen dem Bischof Gottschalk von Freising dortigen Besitz übertrug.[1]

Aufgrund der landschaftlichen Reize ist die Gemeinde als Urlaubsziel sehr attraktiv. Daher spielen sowohl Winter- als auch Sommer-Tourismus eine wichtige wirtschaftliche Rolle.

Auf Tierser Gemeindegebiet liegt der 1756 Meter hohe Taltbühel (auch Talt). Er ist der höchste Punkt auf der Hügelkette, die das Tierser Tal vom Eggental (Welschnofen) trennt und am Nigerpass mit dem Rosengartenmassiv verbunden ist.[2]

Blick auf den Rosengarten etwas oberhalb von Tiers aus

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister seit 1952:[3]

  • Johann Pattis: 1952–1960
  • Karl Pattis: 1960–1964
  • Josef Damian: 1964–1974
  • Karl Villgrattner: 1974–1990
  • Paul Psenner: 1990–2000
  • Martin Schönauer: 2000–2005
  • Karl Villgrattner: 2005–2015
  • Gernot Psenner: 2015–

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den auf den Listen enthaltenen Bau- und Naturdenkmälern gibt es weitere Sehenswürdigkeiten. Der Thalerbühel () ist ein Brandopferplatz aus der mittleren Eisenzeit (ca. 6. bis 5. Jahrhundert v. u. Z.). Eine natürliche Erhebung wurde künstlich abgeflacht und in die annähernde Form eines überdimensionalen natürlichen Altars gebracht. An ihm vorbei führt der „Besinnungsweg“, der in 13 Stationen den Leidensweg Jesu Christi durch Metalltafeln, eingesetzt in Holzpfosten, darstellt.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bildungsausschuß Tiers (Hrsg.): Tiers am Rosengarten. Biographie eines Bergdorfes. Edition Raetia, Bozen 1998 (online)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tiers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Bd. 1: Bis zum Jahr 1140. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-7030-0469-8, S. 135–137, Nr. 170.
  2. Topographische Wanderkarte TABACCO 1:25 000, Blatt 029: Schlern - Rosengarten. Latemar - Regglberg. Steinegg - Tiers - Eggental.
  3. Die Bürgermeister der Gemeinden Südtirols seit 1952. In: Festschrift 50 Jahre Südtiroler Gemeindeverband 1954–2004. Südtiroler Gemeindenverband, S. 139–159; abgerufen am 16. November 2015 (PDF; 15 MB).