Tim Lobinger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Tim Lobinger bei den Hallen-DM 2007
Tim Lobinger mit seinem Trainer Chauncey Johnson nach der Hoepfner Sports Night, Karlsruhe, 26. Juli 2006

Tim Lobinger (* 3. September 1972 in Rheinbach) ist ein ehemaliger deutscher Stabhochspringer und ehemaliger Athletiktrainer des Fußballvereins RB Leipzig.

Sportliche Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab Ende der 1990er Jahre zählte er zu den besten Stabhochspringern in Deutschland. Seine stärksten Saisonleistungen erzielte er 1997 sowie 1999, als er als erster Deutscher im Freien beim ASV-Sportfest im Stadion Köln-Müngersdorf 6,00 Meter übersprang.

Seine größten Erfolge sind die beiden Europameisterschafts-Medaillen. Bei den Europameisterschaften 2002 in München gewann er Bronze und bei den Europameisterschaften 2006 in Göteborg errang er Silber. Außerdem gewann er bei den Hallenweltmeisterschaften 2006 in Moskau die Bronzemedaille.

Olympische Spiele dagegen verliefen eher enttäuschend für Lobinger. 1996 in Atlanta wurde er Siebter, 2000 in Sydney kam er auf den dreizehnten und 2004 in Athen auf den elften Platz. 2008 in Peking scheiterte er bereits in der Qualifikation.

Bei Leichtathletik-Weltmeisterschaften im Freien konnte Lobinger keine Medaille gewinnen: 1993 in Stuttgart schied er in der Qualifikation aus, 1995 in Göteborg wurde er Elfter, 1997 in Athen Vierter, 1999 in Sevilla Sechster, 2003 in Paris/Saint-Denis und 2005 in Helsinki Fünfter und 2007 in Ōsaka Achter.

Der als exzentrisch geltende Sportler erregte bei verschiedenen Gelegenheiten Aufsehen. Beim Weltfinale 2003 in Monaco drehte er nach dem Gewinn des Titels aus Freude eine Ehrenrunde durch das Stadion, zog seine Hose herunter und zeigte den Zuschauern sowie den offiziellen Kameras den blanken Hintern. Dafür musste er sich später beim Weltverband entschuldigen.[1][2]

Lobinger wurde 2011 mit dem Rudolf-Harbig-Gedächtnispreis ausgezeichnet.

Er hatte in seiner aktiven Zeit bei einer Größe von 1,93 m ein Wettkampfgewicht von 85 kg.

Nach dem Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2011 arbeitete er als persönlicher Fitness-Trainer für den Fußballspieler Aljaksandr Hleb.[3]

In der Saison 2012/13 wurde Lobinger Athletiktrainer beim damaligen Fußball-Zweitligisten RB Leipzig.[4] Nach zuletzt einer Saison bei der U-23 beendete er dort im Sommer 2016 seine Tätigkeit.[5]

Erkrankung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. März 2017 wurde bei ihm „eine besonders aggressive Form“ der Blutkrankheit Leukämie, ein Multiples Myelom, diagnostiziert.[6][7] Dies gab er selbst im Mai 2017 der Öffentlichkeit bekannt.[8] Nach vier Chemotherapien fand sich Ende August 2017 ein Spender für eine Stammzelltransplantation.[9] Nach einer weiteren Chemotherapie galten die Krebszellen als erfolgreich vernichtet, doch kehrte im Frühjahr 2018 „eine leicht mutierte Form zurück“, wie Lobinger wiederum selbst in einem Interview mit dem Stern erklärte.[6]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lobinger war von 1994 bis 2003[10] mit der ehemaligen Dreispringerin Petra Lobinger (geb. Laux) verheiratet. Das Paar bekam zwei Kinder, eine Tochter und einen Sohn. Im August 2011 heiratete Lobinger in Bad Wiessee die Fernsehmoderatorin Alina Baumann (heute Alina Lobinger)[10], die er 2002 kennengelernt hatte. Mit ihr hat er einen Sohn (* 2016). Die Trennung erfolgte 2017.[11]

Tim Lobinger ist Botschafter für die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung und Interplast-Germany.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lobinger arbeitete zeitweise als Model.

1999 spielte er in der der Folge Ihr Kinderlein kommet der Serie Dr. Stefan Frank – Der Arzt, dem die Frauen vertrauen einen Gärtner.[12]

2011 nahm er an der vierten Staffel der RTL Tanzshow Let’s Dance teil, wo er zusammen mit seiner Tanzpartnerin Isabel Edvardsson den vorletzten Platz belegte.[13]

Am 30. Juni 2012 trat er in der vierten Staffel von Schlag den Star gegen Kandidat Steffen an und gewann nach acht Spielen bei einem Endergebnis von 23:13.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tim Lobinger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Spiegel Online: FKK im Stadion: Lobingers teure Hintern-Show, 15. September 2003
  2. Spiegel Online: Zitat des Tages: Bockiger Stabhochspringer, 21. September 2003
  3. Stimmung bleibt in der Arena Nachgefragt, Stuttgarter Nachrichten, 18. August 2011
  4. Lobinger vorm DFB-Pokal-Hit gegen Augsburg: „Will mit RB Leipzig in die Bundesliga“ LVZ.de, 31. Juli 2013, abgerufen am 9. September 2013
  5. RB Leipzig II – Trainingsauftakt mit neuem Trainer und ohne Tim Lobinger Mitteldeutsche Zeitung, 27. Juni 2016
  6. a b Mathias Schneider, Anika Geisler: Eine Prognose mag bei Tim Lobinger niemand mehr abgeben. Die Welt, 11. April 2018, abgerufen am 11. April 2018.
  7. Tim Lobinger: Athlet und Patient. Fotostrecke. Erschienen am 15. April 2018 in Stern. Eingesehen am 15. April 2018.
  8. Achim Dreis: Tim Lobinger an Leukämie erkrankt. FAZ.net, 18. Mai 2017, abgerufen am 11. April 2018.
  9. Pamela Ruprecht: Hoffnung: Tim Lobinger findet Stammzellen-Spender. leichtathletik.de (DLV), 25. August 2017, abgerufen am 11. April 2018.
  10. a b Tim Lobinger: Zünftige Traumhochzeit am Tegernsee. In: Bunte. 8. August 2011, abgerufen am 7. Februar 2014.
  11. Er bricht bei Markus Lanz in Tränen aus. In: gala.de. 13. April 2018, abgerufen am 15. April 2014.
  12. Dr. Stefan Frank – Ihr Kinderlein kommet auf Fernsehserien.de, abgerufen am 14. Februar 2017.
  13. rtl.de: Let's Dance 2011: Das Aus für Tim Lobinger, 30. März 2011