Tim Raue

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Tim Raue, 2016 in Kopenhagen

Tim Raue (* 31. März 1974 in Berlin) ist ein deutscher Koch.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Raue wuchs in einfachen Verhältnissen im Kreuzberger Wrangelkiez auf und war nach eigener Aussage in seiner Jugendzeit Mitglied der Jugendbande 36 Boys. In einem Interview erzählte er einmal: „Das Erste, was ich als Teenager gelernt habe, war es, meinen sozialen Rang durch Statussymbole zu definieren. Und die, die wir nicht hatten, haben wir uns illegal besorgt.“[1]

Im zweiten Lehrjahr seiner Ausbildung im Restaurant Chalet Suisse im Grunewald lernte er seine frühere Frau Marie-Anne kennen. Es folgten Stationen im First Floor und, gerade 23-jährig, als Küchenchef im heute nicht mehr bestehenden Rosenbaum an der Oderberger Straße und anschließend in den Kaiserstuben ebenfalls als Küchenchef. 1998 wurde er zum Aufsteiger des Jahres (Der Feinschmecker) gewählt.

2002 wechselte er als Küchenchef zum Restaurant 44 im Berliner Swissôtel, mit seiner Frau als Restaurantleiterin.[2] 2007 kürte ihn der Gault-Millau zum Koch des Jahres. Seine Küche im 44 wurde mit einem Michelin-Stern und 18 Punkten im Gault-Millau ausgezeichnet. 2008 veröffentlichte er ein Kochbuch mit dem Titel Aromen(r)evolution.[3] Ebenfalls 2008 wechselte er als Kulinarischer Direktor zu der zur Fundus-Gruppe gehörenden Adlon-Collection, die im Hotel Adlon fünf Restaurants betrieb.[4] Dort eröffnete er die Restaurants Ma Tim Raue (chinesisch inspirierte Küche), Uma (japanisch inspiriert) und die Shochu Bar. Nach wenigen Monaten bekam das Ma Tim Raue einen Michelin-Stern verliehen. Der Gault Millau zeichnete das Ma Tim Raue mit 18 Punkten und das Uma mit 17 Punkten aus. Da die Restaurants defizitär waren, wurde im Juli 2010 das Ma Tim Raue geschlossen.[5][6] Das Uma wurde unter der Leitung von Stephan Zuber weitergeführt, der dort seit September 2009 Küchenchef war und ist ebenfalls geschlossen.

Im September 2010 eröffnete Raue in Berlin-Kreuzberg das Restaurant Tim Raue. Im selben Jahr saß er in der Jury der Fernsehsendung Deutschlands Meisterkoch. Seit Dezember 2011 macht er Werbung für ein Gewichtsreduktionsunternehmen. 2012 wurden dem Restaurant Tim Raue vom Guide Michelin zwei Sterne verliehen.[7] Ende 2018 zeichnete der Gault-Millau sein Restaurant mit 19,5 Punkten aus.[8]

Im Mai 2013 eröffnete Raue, der auch noch das Studio tim raue besitzt und das Sra Bua by Tim Raue führt, das La Soupe Populaire als drittes Restaurant in Berlin. Es befindet sich in der ehemaligen Bötzow-Brauerei an der Prenzlauer Allee. Das Soupe Populaire wurde 2013 vom Guide Michelin mit einem Bib Gourmand und vom Gault-Millau mit 13 Punkten bewertet.[9]

Im April 2014 schaffte Raues Restaurant Tim Raue den Einzug in die britische Best-Restaurants-Liste auf Platz 78;[10] 2016 belegte er Platz 34.[11] Seit 2015 ist er regelmäßig in der VOX-Kochshow Kitchen Impossible zu sehen und nahm ersatzweise für Tim Mälzer an der RTL-Sendung Wer wird Millionär? teil. In der dritten Staffel der Netflix-Serie Chef’s Table befasst sich eine Folge mit Tim Raue und seiner Entwicklung als Koch.[12]

2019 löste er in der der siebten Staffel der Koch-Castingshow The Taste Roland Trettl als Coach ab.[13] Seit dem 15. November 2019 ist er in der von Tim Mälzer moderierten Kochsendung Ready to beef! als fester Juror zuständig.[14][15]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016 gab er die Trennung von seiner Frau bekannt. Seit Juli 2017 ist er mit der Chefredakteurin des Fachmagazins Rolling Pin, Katharina Wolschner, verheiratet.[16]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2005: Aufsteiger des Jahres im Gault Millau
  • 2007: Ein Stern im Guide Michelin für das Restaurant 44/Swissôtel Berlin
  • 2007: 18 Punkte im Gault Millau für das Restaurant 44/Swissôtel Berlin
  • 2007: Koch des Jahres im Gault Millau
  • 2008: Ein Stern im Guide Michelin für das Restaurant MA /Hotel Adlon Berlin
  • 2008: 18 Punkte im Gault-Millau für das Restaurant MA /Hotel Adlon Berlin
  • 2010: Ein Stern im Guide Michelin für das Restaurant Tim Raue
  • 2010: 18 Punkte im Gault-Millau für das Restaurant Tim Raue
  • 2011: 19 Punkte im Gault-Millau für das Restaurant Tim Raue
  • 2012: Zwei Sterne im Guide Michelin für das Restaurant Tim Raue
  • 2013: BibGourmand im Guide Michelin und 13 Punkte im Gault-Millau für das Soupe populaire
  • 2016: Platz 34[17] der The World’s 50 Best Restaurants des britischen Restaurant Magazine
  • 2018: Platz 37[18] der The World’s 50 Best Restaurants des britischen Restaurant Magazine
  • 2019: Platz 1[19] der Germany’s 50 BEST CHEFS des internationalen Gastronomiefachmagazins ROLLING PIN

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Interview mit Jost Kaiser, in: Focus Style Nr. 2, Juli 2020, S. 29.
  2. Mathias Stengel: Tim Raue: Meine harte Jugend in Kreuzberg in der Berliner Morgenpost, 6. Mai 2007
  3. Die Aromen(R)Evolution von Sterne-Koch Tim Raue: Sturm im Wasserglas oder Revolution auf leisen Sohlen?
  4. Jörn Kabisch: "Ich weiß, was Hunger ist" in die Tageszeitung, 26. Mai 2008
  5. Mathias Stengel: Sternekoch: Tschüss, Adlon – Tim Raue geht nach Kreuzberg. Berliner Morgenpost, 24. April 2010, abgerufen am 8. Februar 2015.
  6. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 24. April 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.performance-online.de
  7. restaurant-ranglisten.de: Zwei Sterne
  8. Matthaes Verlag GmbH, Stuttgart Germany: Gault Millau Deutschland 2019: Das sind die Gewinner. Abgerufen am 24. März 2019.
  9. Allgemeine Hotel- und Gastronomiezeitung vom 16. November 2013: Tim Raue räumt wieder ab. Online abgerufen am 15. November 2013
  10. Gourmet Report: Noma wieder das beste Restaurant der Welt
  11. Die 50 besten Restaurants der Welt. 15. Juni 2016, abgerufen am 11. Juli 2019.
  12. Berliner Morgenpost – Berlin: Sternekoch Tim Raue ist jetzt auf Netflix zu sehen. (morgenpost.de [abgerufen am 30. Dezember 2017]).
  13. https://www.instagram.com/p/ByCm2WolupU/
  14. „Ready to beef!“: Neue Kochshow mit Tim Mälzer und Tim Raue, abgerufen am 21. Februar 2019.
  15. Tim Mälzer und Tim Raue starten neue Kochshow, abgerufen am 7. Mai 2019.
  16. bunte.de: Der Sterne-Koch ist wieder unter der Haube
  17. Restaurant Tim Raue. Abgerufen am 12. Februar 2017.
  18. Restaurant Tim Raue. Abgerufen am 20. Juni 2018.
  19. Tim Raue. Abgerufen am 2. Oktober 2019.