Timmendorfer Strand

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein. Für den Ortsteil Timmendorf der Gemeinde Insel Poel in Mecklenburg-Vorpommern siehe dort.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Timmendorfer Strand
Timmendorfer Strand
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Timmendorfer Strand hervorgehoben
Koordinaten: 54° 0′ N, 10° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Ostholstein
Höhe: 2 m ü. NHN
Fläche: 20,13 km²
Einwohner: 8792 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 437 Einwohner je km²
Postleitzahl: 23669
Vorwahl: 04503
Kfz-Kennzeichen: OH
Gemeindeschlüssel: 01 0 55 042
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Strandallee 42
23669 Timmendorfer Strand
Webpräsenz: www.timmendorfer-strand.org
Bürgermeisterin: Hatice Kara (SPD)
Lage der Gemeinde Timmendorfer Strand im Kreis Ostholstein
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Timmendorfer Strand ist eine Gemeinde im Kreis Ostholstein in Schleswig-Holstein. Neben dem Hauptort gibt es die beiden Dorfschaften Groß Timmendorf mit den Wohnplätzen Groß Timmendorf und Oeverdiek sowie Hemmelsdorf mit den Wohnplätzen Hemmelsdorf, Hainholz und Nothweg. Zur Gemeinde gehört außerdem der Ortsteil Niendorf.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Timmendorfer Strand liegt 15 Kilometer nördlich von Lübeck direkt an der Ostseeküste. Nachbargemeinden sind Scharbeutz im Norden, Ratekau im Süden und Westen sowie Lübeck – mit dem Stadtteil Travemünde – im Osten. Der Strand an der Lübecker Bucht ist 6,5 Kilometer lang. Das Landschaftsbild um Timmendorfer Strand wird durch die Grundmoränen der letzten Eiszeit geprägt. Die Ablagerungen der Weichsel-Eiszeit schufen ein abwechslungsreiches, leicht hügeliges Relief mit vielen Seen. Der reizvolle Hemmelsdorfer See entstand aus einer von der Ostsee abgeschnittenen Förde. An seinem Grund befindet sich mit 43 Metern unter Meereshöhe der tiefste naturgeschaffene Punkt Deutschlands. Ein weiteres typisches Merkmal für das Landschaftsbild um Timmendorfer Strand sind die unter Naturschutz stehenden Knicks.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zerstörtes Bauernhaus in Niendorf nach der Sturmflut 1872

Die erstmals urkundlich erwähnten Orte der Gemeinde Timmendorfer Strand sind Klein Timmendorf (1260), Groß Timmendorf (1371 Verkauf des Dorfes an zwei Lübecker Bürger) und Niendorf (1385 Eintragung im Lübecker Stadtbuch) als Nyendrope (Neues Dorf) bezeichnet. Frühere Besiedlungsspuren zeigen sich anhand des Gräberfeldes von Groß Timmendorf.

Klein Timmendorf wird als Tymmendroper und auch als Wendisch Tymmendorff bezeichnet, da es in der Zeit der Besiedelung durch die Deutschen von Wenden bewohnt war. Groß Timmendorf war wohl von deutschen Siedlern gegründet und bewohnt. Der Name „Timmendorf“ wurde vermutlich von einem deutschen Siedler des Ortes mit dem Namen Timmo (einem Deutschen) abgeleitet. Timmo und Timm waren im Mittelalter gebräuchliche Namen.[2][3]

Eine Karte von Rodenberg von 1877/78 (in[2]) zeigt die Orte Klein Timmendorf, ca. 1,5 km, und Groß Timmendorf, ca. 2,5 km westlich vom Ostseestrand entfernt. Im Küstenbereich sind nur vereinzelte – von Feldern umgebene – Ansiedlungen zu sehen.

Das Ostseebad Niendorf entwickelte sich organisch aus dem schon lange bestehenden und unmittelbar am Ostseestrand liegenden Dorf. Seit 1954 ist es ein staatlich anerkanntes Seeheilbad.

Timmendorfer Strand entwickelte sich um 1880 aus einzelnen am Strand gelegenen Ansiedlungen zu einem reinen Seebad. Die unterschiedlichen Entwicklungen der Orte prägten unterschiedliche Mentalitäten, das Dörfliche in Niendorf und Städtische in Timmendorfer Strand, die bis in die heutige Zeit anhalten.

Klein Timmendorf, das westlich der „Bäderstraße“ (Bundesstraße 76) von Timmendorfer Strand liegt, wuchs mit Timmendorfer Strand zusammen und ging darin auf. Auf den alten Ortskern von Klein Timmendorf weisen noch die Straßennamen Hauptstraße, Mühlenstraße und Schmiedestraße hin. Groß Timmendorf mit seinem Namen existiert heute noch.

Durch den Bau mehrerer Hotels und Pensionen zwischen 1888 und 1900 entlang des Strandes entstand der Badeort Timmendorfer Strand. Hierzu zählen auch die vom Berliner Architekten Hans Grisebach um 1888 und 1892 erbauten Villen Grisebach und Gropius, die heute noch existieren und unter Denkmalschutz stehen.[4][5]

Bauplan des ehemaligen Olgaheims 1896 …
… und heutige Ansicht als Haus der Kurverwaltung
Studie von Erich Dummer aus dem Jahre 1921

Im Zentrum von Timmendorfer Strand (Timmendorfer Platz) wurde 1896 das „Olgaheim“ als Erholungsstätte für „unbemittelte und schwächliche Kinder“ erbaut[6] (siehe Architekturzeichnung vom Olgaheim in[3]). Ab 1946 war es Sitz des Rathauses der Gemeinde. 1997 wurde das Gebäude abgerissen und wieder nach den alten Plänen – die Fassade betreffend – errichtet. Heute befinden sich hier die Kurverwaltung und Bibliothek.[7]

Bis zum Ersten Weltkrieg entwickelte sich Timmendorfer Strand mit dem Bau von Pensionen, Hotels und Privathäusern zu einem Badeort nach damaligem Standard. 1911 gab es schon rund 130 Besitzer von Hotels, Pensionen, Gasthöfen und Privatbauten.

Nach dem Krieg schritt die weitere Bebauung zügig voran, die „erste Reihe“ zum Strand war mit bebauten Grundstücken schnell geschlossen. Im Ortskern Timmendorfer Strand sind noch Gästehäuser und Villen aus der Gründerzeit zu sehen. Bis 1918 gehörte Timmendorfer Strand zum Fürstentum Lübeck, danach zum Freistaat Oldenburg-Landesteil Lübeck. Mit dem Groß-Hamburg-Gesetz von 1937 wurde dieser Landesteil als Kreis Eutin der preußischen Provinz Schleswig-Holstein eingegliedert.

Zur Zeit der Nationalsozialisten sollte in Timmendorfer Strand ein Kdf-Seebad errichtet werden. Diese Pläne wurden allerdings nie umgesetzt. 1942 warf ein britisches Flugzeug Bomben auf Niendorf. Ob es sich um einen Notabwurf handelte, ist unbekannt. Die letzten Blindgänger konnten 1962 beseitigt werden. Von 1943 bis 1950 befand sich im Gemeindeteil Niendorf die Zigarettenfabrik Derwisch. Im Gemeindeteil Timmendorf befand sich ab 1944 unter dem Tarnnamen „Strandkoppel“ die Verwaltung der Kleinkampfverbände der Kriegsmarine.

Bei der Versenkung der Schiffe Cap Arcona und Thielbek in der Lübecker Bucht vor Neustadt fanden vor Kriegsende 1945 rund 7000 Häftlinge des KZ Neuengamme den Tod. Die rund 800 in Timmendorfer Strand angeschwemmten Leichen wurden auf dem „Waldfriedhof“ der Gemeinde beigesetzt.

Die Gemeinde Timmendorfer Strand wurde 1945 durch die britische Militärregierung aus Groß Timmendorf, Klein Timmendorf, Hemmelsdorf und Niendorf – bis dahin Teile der Gemeinde Ratekau – gebildet. Erster Bürgermeister wurde Pascalides, ein Grieche aus Niendorf.[8] Die Gemeinde blieb Teil des Kreises Eutin und damit Teil der (formalen) preußischen Provinz, aus der dann am 23. August 1946 das Land Schleswig-Holstein hervorgehen sollte. Durch die Kreisgebietsreform von 1970 wurde der Kreis Eutin mit dem Kreis Oldenburg in Holstein zum neuen Kreis Ostholstein mit Sitz der Kreisverwaltung in Eutin vereinigt.

Im Jahr 1951 erhielt Timmendorfer Strand die Anerkennung als Ostseeheilbad. Für den Kurbetrieb erfolgte der Neubau einer Reihe von Bauwerken, 1952 die Trinkkurhalle, die bereits in den 1930er Jahren von dem Architekten Erich zu Putlitz geplant wurde (1986 wurde sie renoviert), 1970 die Curschmann-Klinik als Rehabilitationsklinik für Herz- und Kreislauferkrankungen, 1984 das Kongresshaus und das Eis- und Tennis-Centrum ETC, 1991 das neue Kurmittelhaus.[9]

Timmendorfer Strand gilt heute mit etwa 1.500.000 Übernachtungen pro Jahr als eines der mondänsten Ostseebäder mit großem touristischem Angebot.[7]

Konfession und Gedenkstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Rand des Kammerwalds von Timmendorfer Strand befindet sich die evangelische „Waldkirche“. 1912 wurde die noch recht kleine Waldkapelle errichtet. 1964 wurde sie erweitert und erhielt einen 23 Meter hohen, schlanken Glockenturm.[10][11]

Auf dem Gelände des Waldfriedhofs an der B 76 befinden sich eine alte Kapelle und ein in den 1980er Jahren errichteter Neubau. Gegenüber der alten Kapelle wurde die Gedenkstätte für die 810 Toten der Cap-Arcona-Tragödie errichtet. Eine katholische Kirche befindet sich in zentraler Lage an der Poststraße.

Im Gemeindeteil Niendorf liegt am Ortsausgang ein Frauenkloster. Im Ortszentrum befindet sich die evangelische „Petri-Kirche“, die 1898 vom Lübecker Architekten Schaumann im neuromanischen Stil errichtet wurde. Mit dem erhöhten Zustrom von Sommergästen nach Niendorf Ende des 19. Jahrhunderts bestand auch ein zunehmender Bedarf für eine konfessionelle Betreuung.[12]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 20 Sitzen in der Gemeindevertretung erhielt die CDU bei der Kommunalwahl 2013 sieben Sitze, die Wählergemeinschaft WUB fünf, die Grünen drei, die SPD vier und die FDP einen Sitz.[13] Bürgervorsteherin ist Anja Evers (CDU).

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenkstein „Misdroyer Blick“ an der Strandpromenede
  • Patengemeinde: Międzyzdroje (Misdroy), Woiwodschaft Westpommern, Polen, seit 8. Juni 1956 (Patenschaftsurkunde vom 26. Mai 1957)[2]
  • Patenstadt: Okonek (Ratzebuhr), Woiwodschaft Großpolen, Polen, seit 12. Juli 1956 (Patenschaftsurkunde vom 19. August 1956)[2]
  • Partnerstadt: Ebeltoft, Dänemark, seit 12. April 1996
  • Gemeinsame Projekte: Mit dem Skiort Davos betreibt die Gemeinde die Aktion Ski, Fun and Sun.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau ein einmastiges goldenes Segelschiff mit Vor- sowie Hauptsegel und Steuerruder. Im rechten Obereck ein goldenes Seepferdchen.“[14]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strandabschnitt

Die Wirtschaft in Timmendorfer Strand lebt als Kurort hauptsächlich vom Tourismus. Produzierendes Gewerbe oder Industrie sind bis auf einen großen Lebensmittel produzierenden Betrieb nicht nennenswert vorhanden.

Durchschnittlich reisen 180.000 Gäste jährlich in die Gemeinde Timmendorfer Strand. Im Jahr 2003 zählte man 202.000 Ankünfte, im Jahr 2005 waren es 196.000. Der Anteil ausländischer Gäste liegt zwischen 1 und 2 %, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei 4,6 Tagen. Timmendorfer Strand gehört mit 1,5 Millionen Übernachtungen jährlich zur Spitze der Region. Die Gäste kommen überwiegend aus Nordrhein-Westfalen (37,4 %) und Niedersachsen (18,23 %).

Hafen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Niendorfer Hafen
Niendorfer Hafen

Im Gemeindeteil Niendorf befindet sich der kleine Kommunalhafen. In ihm endet die Aalbek, eine Verbindung zwischen dem Hemmelsdorfer See und der Ostsee. Der Niendorfer Hafen gilt als einer der kleinsten Häfen an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste. Gebaut 1920, veränderte sich die gewerbliche Nutzung des Hafens mit den Jahrzehnten. Ursprünglich als reiner Fischereihafen geplant, siedelte sich im Laufe der Jahre immer mehr Gewerbe an, so auch die Evers-Werft. Zwischen 2005 und 2006 wurde der Hafen grundsaniert und neu gestaltet.

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Nutzung des Hafens stark verändert. Die Werft wurde zur Marina umgebaut und in die leerstehenden Gebäude zogen kleine Betriebe wie ein Spezialist für Bootsmotoren, eine Segelschule, eine auf klassischen Holzbootbau spezialisierte Bootsbauerei und Restaurants ein. Die meisten Boote heute sind Sportboote. Ein Gewerbezweig ist die Fahrgastschifffahrt, die noch immer regelmäßig in Niendorf stattfindet.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist an die Bundesautobahn 1 (Anschlussstelle Ratekau, Timmendorfer Strand) und die Bundesstraße 76 (EutinLübeck-Travemünde) angebunden.

Mit der Eisenbahn ist Timmendorfer Strand über die Strecke Lübeck–Puttgarden erreichbar, die Teil der Vogelfluglinie ist. Bis 1974 war Niendorf Endpunkt einer Zweigstrecke der Bahnstrecke Lübeck–Lübeck-Travemünde Strand. Nach der Gemeinde war ein Intercity-Express-Zug benannt.

Buslinien verkehren von Lübeck, Eutin, Neustadt, Lübeck-Travemünde und weiteren nahen Orten regelmäßig nach Timmendorfer Strand.

In Timmendorfer Strand und Niendorf bestehen mehrere Anlegemöglichkeiten für Ausflugsschiffe.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeder Gemeindeteil der Gemeinde Timmendorfer Strand hatte eine eigene Grundschule. Aufgrund sinkender Schülerzahlen wurden die Grundschulen auf die Standorte Timmendorfer Strand und Niendorf reduziert. In Timmendorfer Strand befindet sich auch eine Gemeinschaftsschule (ehemals Haupt- und Realschule, danach Regionalschule).

Am Ortsende in Richtung Scharbeutz liegt das 1946 gegründete Ostsee-Gymnasium Timmendorfer Strand. In der Nähe des Gymnasiums befindet sich das Berufsbildungswerk Bugenhagen, benannt nach dem Reformator Johannes Bugenhagen. Es bietet geistig und körperlich Behinderten Menschen die Möglichkeit zu einer Berufsfindung und Ausbildungsmöglichkeiten. Bis 1978 befand sich hier das Bugenhagen-Internat der evangelisch-lutherischen Kirche, dessen Schüler das Ostsee-Gymnasium besuchten.

Beach Boys in der Saison 09
Beach Polo am Strand

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der EHC Timmendorfer Strand 06 ist der einzige aktive Eishockeyverein in Schleswig-Holstein. Am 15. Februar 2013 wurde die Mannschaft vorzeitig durch einen 6:4-Heimsieg gegen die Rostock Piranhas Staffelsieger der Oberliga Nord.

Sehenswürdigkeiten und Freizeitangebote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skulptur Udo Lindenberg an der Seebrücke

Seeschlösschenbrücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die alte Seeschlösschenbrücke wurde von 2010 bis 2011 durch eine rund 150 Meter lange Seebrücke an gleicher Stelle ersetzt. Seitlich befindet sich ein Schiffsanleger. Auftraggeber war die Gemeinde Timmendorfer Strand und die Planung der Brücke wurde von Sellhorn Ingenieurgesellschaft durchgeführt. Die Kosten betrugen ca. 1,5 Millionen Euro.[19] Am Brückenkopf wurde eine 36 mal 16 Meter große Plattform errichtet, auf der ein Gebäude in Pagodenform errichtet wurde. Teilflächen des Fußbodens bestehen aus Glas und ermöglichen den Blick auf das darunterliegende Meer. Das Mikado-Teehaus wurde von dem Hamburger Architekten Andreas Schuberth entworfen, geplant und realisiert. Die Baukosten betrugen rund 1,8 Millionen Euro. Es eröffnete im Juli 2014 und sollte erst als Galerie dienen, beherbergt nun das Restaurant „Wolkenlos“.

Asiatisches Teehaus auf der Seeschlösschenbrücke

Alter Kurpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindeteil Timmendorfer Strand wurde in den 1930er Jahren ein Kurpark mit einer Freilichtbühne angelegt. Neben einer Minigolfanlage und einem großen Schachbrett entstand 1994 das Kurmittelhaus. 2006 begannen Arbeiten zur Grundsanierung. Geplant war, den Park in den Zustand der 1930er Jahre zurückzuversetzen. Im Jahr 2013 wurde das verwaiste Kurmittelhaus lediglich am Donnerstag für die Essensausgabe der Tafel an Timmendorfer Bedürftige genutzt, die benachbarte Freilichtbühne wurde abgerissen, Sanierungsarbeiten des Kurparks haben bislang nicht stattgefunden. Zu Gunsten eines an der Bergstraße verlaufenden Fahrradweges hat der Kurpark Fläche und mehrere ältere Bäume verloren.

Neuer Kurpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seepferdchenbrunnen und Trinkkurhalle

Zwischen Kur- und Strandpromenade liegt der Neue Kurpark im Zentrum von Timmendorfer Strand. Der Neue Kurpark beherbergt den Seepferdchenbrunnen und die seit 1989 denkmalgeschützte Trinkkurhalle[20], die ganzjährig als Veranstaltungsort genutzt wird.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Gropius (1824–1880), Architekt des Historismus, Großonkel von Walter Gropius.
  • Hans Grisebach (1848–1904), Berliner Architekt, besitzt an der Strandallee die Villa Grisebach, die er 1892 neben der Villa Gropius (1888) erbaute hatte. Beide Villen existieren heute noch und stehen unter Denkmalschutz.[5]
  • Walter (Geheimer Baurat) und Manon Gropius, Eltern von Walter Gropius.
  • Walter Gropius (1883–1969), Architekt und Gründer des Bauhauses. Die Familie Gropius erbte von Auguste Wahllaender, die Großtante von Walter Gropius, die Villa Gropius, die bis in die 1930er Jahre in deren Besitz war.[5]
  • Hermann Löns (1866–1914), Journalist und Schriftsteller, lebte einige Zeit in Niendorf. Zu Ehren des Schriftstellers wurde 1985 am Nord-östlichen Ufer des Hemmelsdorfer Sees ein 14 m hoher Aussichtsturm errichtet.[21]
  • William von Simpson (1881–1945), Schriftsteller, schrieb unter anderem Die Barrings, wofür er 20 Jahre benötigte. Er ist auf dem Gemeindefriedhof beigesetzt.
  • Erich Dummer (1889–1929), Maler, im Frühjahr 1921 mehrwöchiger Aufenthalt in Timmendorfer Strand.
  • Paul Binus (1901–1981), Politiker (NSDAP) und SA-Führer, starb in Niendorf.
  • Marcel Reich-Ranicki (1920–2013), polnisch-deutscher Publizist, über Jahrzehnte waren er und seine Frau Sommergäste in Timmendorfer Strand.[22]
  • Hans Bierbrauer (1922–2006) alias Oskar, Karikaturist und Maler, lebte zeitweise in Timmendorfer Strand.
  • Ingeburg Herz (1922–2015), Witwe des 1965 verstorbenen Tchibo-Gründers Max Herz, lebte in Timmendorfer Strand.
  • Leila Negra (* 1930), lebte die ersten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg in Timmendorfer Strand, wo sie auch entdeckt wurde.
  • Günter Willumeit (1941–2013), Entertainer und Zahnarzt, wurde als Bauer Piepenbrink bekannt, lebte zeitweise in Niendorf.
  • Volkert Kraeft (* 1941), Schauspieler.
  • Jürgen Hunke (* 1943), Unternehmer, Buchautor, Sportfunktionär, Politiker, Verleger und Theaterbesitzer. Er besitzt drei Häuser im asiatischen Stil in Timmendorfer Strand und betreibt in der historischen Lesehalle (Baujahr 1913[3]) an der Promenade eine Buchhandlung für asiatische Literatur.
  • Gunter Gebauer (* 1944), Schriftsteller und Philosoph.
  • Sylvia Eisenberg (* 1948), Landtagsabgeordnete der CDU.
  • Gert Maichel (* 1949), Vorstand Multi Energy der RWE AG, Vorstandsvorsitzender der RWE Power AG, Präsident des Deutschen Atomforums.
  • Hans-Hermann Dubben (* 1955), Physiker, Gewinner der Preise Fischer-Appelt (1996) und Hermann-Holthusen (2000).
  • Schorsch Kamerun (* 1963), eigentlich Thomas Sehl, Sänger (Die Goldenen Zitronen), Autor und Regisseur.
  • Sven Unterwaldt (* 1965), Drehbuchautor und Filmregisseur (7 Zwerge unter anderem mit Otto Waalkes), wuchs in Timmendorfer Strand auf und besuchte dort das Ostsee-Gymnasium.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Rönnpag: Eine neue Gemeinde entsteht – Timmendorfer Strand 1945. In: Jahrbuch für Heimatkunde. Struve’s Buchdruckerei und Verlag, Eutin 1987, S. 150–154
  • Heiner Herde: Timmendorfer Strand (Die Reihe Archivbilder). Sutton-Verlag, Erfurt 2006, ISBN 3-89702-985-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Timmendorfer Strand – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2014 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c d Chronik der Bädergemeinde Timmendorfer Strand – Zur Hundertjahrfeier 1965. Zweite erweiterte Auflage. Gemeinde Timmendorfer Strand, 1979, DNB 800849078.
  3. a b c Georg Schipporeit: Timmendorfer Strand und Niendorf/Ostsee. Verlag Gronenberg, Wiehl 2002, ISBN 3-88265-234-9.
  4. Liste der Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein, Stand 2015
  5. a b c Heiner Herde: Timmendorfer Strand Google Books
  6. Heiner Herde: Ostseebad Timmendorfer Strand: Eine Zeitreise in Bildern Google Books
  7. a b Timmendorfer Strand – Geschichtliche Entwicklung (Memento vom 1. April 2014 im Internet Archive)
  8. Reparationen: Dein Maul zu halten. Der Spiegel 43/1952, abgerufen am 11. Mai 2016
  9. Internet-Seiten der Gemeinde Timmendorfer Strand
  10. Waldkirche
  11. Info-Tafel in der „Waldkirche“.
  12. Petri-Kirche – Kirchengeschichte
  13. Kommunalwahlergebnis 2013, abgerufen am 14. Juni 2015
  14. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  15. a b Timmendorfer Strand – Sportstätten
  16. Windmühle Timmendorfer Strand, Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) e.V.
  17. Windmühle, Timmendorfer Strand (Sanierungsobjekt)
  18. Strandblick, Menschenmassen am Maritim: Udo Lindenberg enthüllt den „Horizont“.
  19. Seeschlößchenbrücke, Timmendorfer Strand.
  20. Trinkkurhalle
  21. Hermann-Löns-Blick
  22. Der Kritiker der Deutschen In: Der Spiegel, 21. September 2013