Timon Dzienus

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Timon Dzienus (2021)

Timon Dzienus (* 25. Mai 1996 in Nordhorn) ist ein deutscher Politiker. Er ist seit Oktober 2021 Bundessprecher der Grünen Jugend.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Timon Dzienus wurde als Sohn eines deutschen Vaters und einer britischen Mutter im niedersächsischen Nordhorn geboren und wuchs in Lemwerder auf.[1][2] Er besuchte das Max-Planck-Gymnasium Delmenhorst und machte dort 2014 sein Abitur.[3] Seit Oktober 2014 studiert er an der Leibniz-Universität Hannover Politikwissenschaft.[4]

Politische Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dzienus war ab 2011 schulpolitisch tätig, brachte sich als Schüler in Stadt- und Kreisschülerräte ein und war schließlich von 2012 bis 2014 im Landesschülerrat Niedersachsen als Vorstandsmitglied tätig.[5]

2010 trat Dzienus der Grünen Jugend bei. Von 2014 bis 2015 war er Beisitzer im Vorstand und von 2017 bis 2019 Sprecher der Grünen Jugend Niedersachsen.[6][5] Ab 2019 war Dzienus Mitglied im Bundesvorstand der Grünen Jugend, ab 2020 deren Schatzmeister.[7]

Auf dem 55. Bundeskongress der Grünen Jugend am 9. Oktober 2021 wurde Timon Dzienus gemeinsam mit Sarah-Lee Heinrich zum Bundessprecher der Organisation gewählt.[8]

Themen und politische Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dzienus gibt als Schwerpunktthemen selbst „Antifaschismus, Innenpolitik und Arbeitspolitik“ an.[4] In seiner Bewerbung für den Bundesvorsitz thematisierte er zudem den Klimawandel, hohe Mieten und Rassismus.[5]

Im Dezember 2020 sammelte Dzienus nach einer Twitter-Auseinandersetzung mit Benedikt Brechtken von den Jungen Liberalen etwa 75.000 Euro für die Seenotrettung im Mittelmeer. Ausgangspunkt waren drei Tweets zu Jörg Pilawa und dessen Privatinsel, in denen Dzienus u. a. eine Enteignung Pilawas in Aussicht stellte.[9]

Auf dem Parteitag der Grünen im Oktober 2022 stellte Dzienus für die Grüne Jugend einen Antrag, den von Robert Habeck und Mona Neubaur mit RWE verhandelten „Deal“ zu Lützerath zu kippen und durch ein Moratorium die Zerstörung von Ortschaften durch den Kohleabbau sofort zu stoppt. Die beiden grünen Wirtschaftsminister Habeck und Neubaur hatten vereinbart, dass für einen vorgezogenen Kohleausstieg mit RWE, der Weiler Lützerath abgebaggert werden darf.[10] Die Parteispitze machte nach Beobachtung des Tagesspiegels massiven Druck gegen den Antrag von Dzienus.[11] Er argumentierte, dass ihm die Summe der Entscheidungen seiner Partei gegen den Klimaschutz Sorge bereitete und er Angst habe, die Grünen könnten den Schulterschluss mit der Klimabewegung verlieren.[12] Am Ende fehlten Dzienus und der Grünen Jugend nur 19 Stimmen bei mehr als 600 Delegierten.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Timon Dzienus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hannoversche Allgemeine Zeitung: Wie wollen Grüne und FDP zusammen regieren, Frau Zaya und Herr Dzienus? Abgerufen am 20. Dezember 2022.
  2. Peter Mlodoch: Timon Dzienus will Bundesvorsitzender der Grünen Jugend werden. 28. September 2021, abgerufen am 20. Dezember 2022.
  3. Nordwest-Zeitung: Politik Delmenhorst: Handlungsfelder gibt es für sie genug. Abgerufen am 10. Oktober 2021.
  4. a b Bundesvorstand – Grüne Jugend. Abgerufen am 10. Oktober 2021.
  5. a b c B-S-3: Timon Dzienus (55. Bundeskongress der GRÜNEN JUGEND, Antragsgrün). Abgerufen am 10. Oktober 2021.
  6. Neue Doppelspitze: Carolin Miesner und Timon Dzienus. Grüne Jugend Niedersachsen, abgerufen am 10. Oktober 2021.
  7. dpa/lni: Nachwuchspolitiker fordert Einhaltung der Pariser Klimaziele. In: sueddeutsche.de. 29. September 2021, abgerufen am 10. Oktober 2021.
  8. flg/dpa: Sarah-Lee Heinrich und Timon Dzienus: Grüne Jugend mit neuer Doppelspitze. In: Der Spiegel. 9. Oktober 2021, abgerufen am 10. Oktober 2021.
  9. Nadine Conti: Jung-Grüner legt sich mit der „Welt“ an: Spenden gegen Springer. In: Die Tageszeitung: taz. 26. Dezember 2020, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 18. Februar 2022]).
  10. RWE will bis 2030 vollständig aus der Braunkohle aussteigen. 4. Oktober 2022, abgerufen am 12. Januar 2023.
  11. a b Braunkohledorf Lützerath vor der Räumung: Ein Drahtseilakt für die Grünen. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 12. Januar 2023]).
  12. Zu viele Kröten geschluckt? Grüne Jugend kritisiert Parteispitze. 16. Oktober 2022, abgerufen am 12. Januar 2023.