Tino Chrupalla

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Tino Chrupalla (* 14. April 1975 in Weißwasser, Bezirk Cottbus, DDR) ist ein deutscher Politiker (AfD). Er wurde 2017 als Direktkandidat des Wahlkreises Görlitz in den Deutschen Bundestag gewählt.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Mittleren Reife 1991 machte Chrupalla bis 1994 eine Berufsausbildung zum Maler und Lackierer. Danach leistete er seinen Zivildienst in Weißwasser ab. Von 2000 bis 2003 besuchte er die Malerschule in Görlitz und Dresden. 2003 legte er vor der Handwerkskammer Dresden die Meisterprüfung zum Maler- und Lackierermeister ab und gründete ein eigenes Unternehmen im Maler- und Lackiererhandwerk. Er engagiert sich ehrenamtlich in den Bereichen Jugend und Sport in Weißwasser, Skerbersdorf und Krauschwitz.

Chrupalla ist verheiratet und hat drei Kinder. Er lebt in Gablenz.

Politische Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chrupalla war von 1990 bis 1992 Mitglied der Jungen Union und nach eigenen Angaben noch lange danach CDU-Wähler.[1]

2015 trat er in die AfD ein. Im März 2016 übernahm Chrupalla die Leitung der AfD-Regionalgruppe im Altkreis Weißwasser. Im April 2016 wurde er in den AfD-Kreisvorstand Görlitz gewählt und zum Mitglied des AfD-Mittelstandsforums Sachsen. Im Februar 2017 übernahm Chrupalla den Vorsitz im Kreisverband Görlitz seiner Partei.[2]

Im November 2016 wurde er zum Direktkandidaten der AfD im Bundestagswahlkreis Görlitz gewählt. Außerdem wurde er von seiner Partei auf Platz 5 der Landesliste nominiert. Bei der Bundestagswahl 2017 konnte Chrupalla mit 32,4 % das Direktmandat seines Wahlkreises gewinnen und sich damit gegen den sächsischen CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer durchsetzen.[3] Die Sächsische Zeitung kürte ihn daraufhin als „Der Eroberer“ neben Kretschmer zu einem von 15 „Menschen des Jahres 2017“.[4][5]

Am 5. Oktober 2017 wurde er zu einem von fünf stellvertretenden Vorsitzenden der AfD-Bundestagsfraktion gewählt.[6]

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chrupalla beklagte im Wahlkampf, dass die Einbruchskriminalität in seiner grenznahen Region zum Alltag geworden sei. Laut Zeit, die ihn als gemäßigten Vertreter seiner Partei einordnet, war eines seiner Hauptthemen im Bundestagswahlkampf die Grenzsicherung.[7] So forderte er die Wiedereinführung von Kontrollen zur „Eindämmung der Grenzkriminalität“. Flüchtlingen warf er im Wahlkampf vor, „uns auszunehmen wie eine Weihnachtsgans“. Willkommenskultur forderte er stattdessen für einheimische Kinder.[5] Außenpolitisch forderte Chrupalla ein Ende der Russland-Sanktionen, da die Wirtschaft seines Landkreises darunter leide.[8]

Nach Angaben der Lausitzer Rundschau will Chrupalla „die Zeitungsredaktionen in die Schranken [weisen]“, wofür er auch Änderungen des Grundgesetzes und anderer Gesetze nicht ausschließe.[9] Gegenüber der taz erklärte Chrupalla, diese Aussage sei so nicht gefallen, die Redakteurin der Lausitzer Rundschau habe sie erfunden.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Anna-Sophia Lang: AfD-Erfolg in Görlitz: "Auch ein Besenstiel wäre gewählt worden" , Spiegel online, 9. Dezember 2017.
  2. Sebastian Beutler: Malermeister erobert die AfD. Sächsische Zeitung, 28. Februar 2017, abgerufen am 25. September 2017.
  3. AfD gewinnt an der Neiße. SZ-Online, 24. September 2017, abgerufen am 25. September 2017.
  4. Menschen des Jahres 2017, Sächsische Zeitung, 29. Dezember 2017.
  5. a b c Anne Fromm: „Da gehört er hin“, taz, 2. Januar 2018.
  6. Beatrix von Storch wird Fraktionsvize | Tagesspiegel. 5. Oktober 2017 (tagesspiegel.de [abgerufen am 6. Oktober 2017]).
  7. Kai Biermann, Astrid Geisler, Christina Holzinger, Paul Middelhoff, Karsten Polke-Majewski: AfD-Fraktion: Rechts bis extrem im Bundestag. In: Die Zeit. 26. September 2017, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 5. Oktober 2017]).
  8. Konrad Litschko: Die glücklichen Rechten. In: taz.de. 26. September 2017, abgerufen am 26. Januar 2018.
  9. AfD-Chefin wirbt um Zurückhaltung im Streit um Björn Höcke. Lausitzer Rundschau, 5. April 2017, abgerufen am 15. November 2017.