Tintenroller

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Ein Tintenroller oder engl. roller ball pen ist ein Schreibgerät, das eine wasserbasierte Tinte über eine Schreibkugel ähnlich dem Kugelschreiber abgibt. Im Unterschied zum Kugelschreiber, dessen ölbasierte Schreibpaste eine hohe Zähigkeit aufweist, ist die Tinte des Tintenrollers dünnflüssiger, was ein leichtes, gleitendes Schreiben ermöglicht.

Makroaufnahme der Spitze
Schriftbild und Spitze

Zwei Systeme werden angeboten:

  • Das Tinten-Rollerball-System, das die Vorteile eines Füllfederhalters und die einfachere Handhabung eines Kugelschreibers verbindet.
  • Das System eines Gelschreibers, dessen gelartige Schreibfarbe (Geltinte) leichter fließt als die eines Kugelschreibers, zugleich aber wasserunlöslich und meist dokumentenecht nach ISO 14145-2 ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten (Tinten-)Rollerball-Systeme wurden 1963 vom japanischen Stiftehersteller Ohto entwickelt.[1] Tintenleiter und Tinte befanden sich in einem geschlossenen Gehäuse, das einer Kugelschreibermine ähnelte.

Bei dem 1995 von der Karl Meisenbach KG entwickelten System Ink-Liner mussten Tintenleiter und Schreibkugel nicht mehr ausgetauscht werden, sondern nur noch die Standard-Tintenpatrone.[2]

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schreibspitzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gängige Materialien sind Edelstahl, Neusilber oder Kunststoff (meist POM) für die Fassung und Hartmetall oder Keramik für die Schreibkugel. Der Kugeldurchmesser liegt meist zwischen 0,5 und 1,0 mm, wobei Produkte bis 0,17 mm (vor allem in Japan) erhältlich sind.

Tintenvorrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Tintenspeicherung werden zwei Systeme unterschieden – Faserspeicher und freie Tinte:

Faserspeicher: Die ältere und vom Aufbau einfachere Bauform. Dabei wird die Tinte in einem Kapillarspeicher aus Polyesterfasern gehalten und über einen Faserstab (Tintenleiter) an die Schreibspitze übertragen. Da beim Abschreiben zunächst die größeren Kapillaren mit geringerer Haltekraft entleert werden, nimmt der Tintenfluss mit zunehmender Entleerung des Stiftes ab.

Freie Tinte: Hier liegt die Tinte in einem Tank ungebunden vor, muss aber über ein Regelsystem abgegeben werden, das ein unkontrolliertes Auslaufen verhindert. Ausgeschriebene Tinte wird im Tank durch Luft ersetzt, und bei Temperatur- oder Luftdruckschwankungen treibt die Expansion der Luft die Tinte aus dem Tank. Damit sie nicht an der Schreibspitze ausläuft, wird vor den Tank ein Stapel von Platten gesetzt, in deren Zwischenräumen solche überschüssige Tinte aufgefangen wird. Da die Luft nur durch kapillare Schlitze in den Platten in den Tank strömen kann, wird die Tinte in den Tank zurückbefördert, wenn die Luft im Tank sich wieder kontrahiert. Im Kern des Plattenstapels (meist ein einzelnes Spritzgussteil) befindet sich ein Tintenleiter, der den Tank mit der Schreibspitze verbindet. Der Vorteil dieser Bauform ist eine gleichmäßige Tintenabgabe und ein völliges Ausschreiben der im Stift enthaltenen Tinte. Dieses System ist jedoch nicht bei allen Tintenrollern vorhanden, so dass einige z. B. bei Flügen in Flugzeugen mit Druckkabine anfangen auszulaufen. Der Druck ist im Reiseflug auf etwa 2.000 m Kabinendruckhöhe eingestellt, wodurch der Druck in den Stiften während des Fluges meist höher ist. Einige Hersteller bieten auch explizit „flugsichere“ Stifte an.[3]

Herkunftsländer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die größten Hersteller sind in Japan, wo diese Stiftart in den 1960er Jahren entwickelt wurde (bedeutende Hersteller sind Pilot, Uniball und Pentel). Daneben hat sich auch China als wesentlicher Hersteller günstiger Tintenroller etabliert.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ceramic Ball. Ohto Co., Ltd., abgerufen am 12. April 2014 (englisch).
  2. Wie funktioniert eigentlich ein Ink-Liner? Karl Meisenbach GmbH & Co. KG, abgerufen am 12. April 2014.
  3. Why do some pens leak in airplane cabins or at high altitude? (Memento vom 22. März 2014 im Internet Archive)