Tirumala Tirupati

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Koordinaten: 13° 40′ 59,5″ N, 79° 20′ 54,3″ O

Tirumala Tirupati

Tirumala Tirupati ist ein bedeutender hinduistischer Tempelkomplex im südindischen Bundesstaat Andhra Pradesh nahe Tirupati, der jährlich Millionen von Pilgern anzieht. Er ist Venkateshvara geweiht, der als eine Form des Gottes Vishnu gilt.

Der traditionelle Glaube besagt, bei der steinernen Statue von Shri Venkateshvara – der wichtigsten Gottheit des Tempels – handele es sich nicht um eine von Menschen geschaffene Statue, sondern um eine „selbst-erschaffene“ Statue, in der sich der Gott manifestiert habe. Jeden Freitag wird die Abhishekha-Zeremonie (heiliges Bad) durchgeführt. Dabei wird die Statue rituell gebadet; nach dem Bad wird die Gottheit mit Öl eingerieben. Teil des täglichen Rituals ist das Anlegen von Gewändern (Alankarasaranam). Die Gabe von Speisen an die Gottheit wird Naivedya genannt. Dabei dürfen im Heiligtum nur Arachakas (Priester) anwesend sein. Die gekochten Speisen werden anschließend als Prasada an die Pilger verteilt. Der größte Teil des Tages ist dem Darshan vorbehalten, bei dem Pilger sich der Statue nähern, um zu Gott zu beten und Segnungen zu erbitten.

Der spirituelle Hintergrund der in Tirumala gefeierten Festivals und Rituale ist durch die Lehren einer der Hauptschulen des Vishnuismus nach dem bedeutenden Lehrer Ramanujacharja wie auch durch die heiligen Schriften der Hindus abgesichert. Besonders in den Puranas (siehe z. B. Padma Purana und Narada Purana) finden sich umfangreiche Schilderungen der Entstehungsgeschichte des Tempels und des Erscheinens der Bildgestalt Venkateshvara, wie auch ihrer herausragenden Bedeutung. Das Baden, Füttern und Ankleiden von Gottheiten entstammt nicht der Welt der Volksreligion, wie manchmal irrtümlich angenommen, sondern wird in den klassischen vedischen Schriften wie dem umfangreichen Standardwerk "Hari Bhakti Vilas" ausführlich dargelegt. Auch bietet der Tempel ein reiches Angebot an Sanskritrezitationen für den an klassischen Texten interessierten Pilger.

Tirupati ist nach Mekka der meistbesuchte Pilgerort der Welt. Die Unterhaltung der religiösen Veranstaltungen und ihrer Beamten wird durch freiwillige Spenden finanziert. Viele Pilger lassen sich die Haare scheren und spenden das Haar für den Verkauf an Perückenmacher weltweit. Kirchensteuern werden nicht erhoben. Die Pilger spenden viel, oft kleine Scheine und Münzen. Diese Spenden werden in der Tempelverwaltung akribisch sortiert. Dies kann der Tempelbesucher beobachten, da diese Räume verglast sind. Für westliche Reisende gibt es keine Restriktionen – den Zugang zu den Tempeln betreffend – wie sonst häufig in Südindien. Das liegt an der traditionell eher offenen und toleranten Einstellung der Vaisnava-Tradition in der Sri-sampradaya gegenüber Geburtsunterschieden aller Art. Der Tirupati-Tempel wird bis heute von Priestern der Jahrtausende alten Schülernachfolge der Sri-sampradaya in der Nachfolge von Ramanujacharya geleitet, der sich für eine universale Gottesliebe einsetzte, die für alle Menschen offen zugänglich sein muss, ungeachtet ihre Kaste, Rasse oder Nationalität.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thalapaneni Subramanian Naidu: The Sacred Complex of Tirumala Tirupati. Institute of South Indian Studies, Madras 1993

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Tirupati – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien