Tischtennisweltmeisterschaft 1951

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Tischtennisweltmeisterschaft
1950 Ungarn 1949 WM 1951 1952 Indien
Datum 3. – 11.3.1951
Austragungsort OsterreichÖsterreich Wien
Sieger
Einzel (♂) EnglandEngland Johnny Leach
Einzel (♀) Rumänien 1948 Angelica Rozeanu
Doppel (♂) Tschechoslowakei Ivan Andreadis
Tschechoslowakei Bohumil Váňa
Doppel (♀) EnglandEngland Diane Rowe
EnglandEngland Rosalind Rowe
Doppel (Mixed) Tschechoslowakei Bohumil Váňa
Rumänien 1948 Angelica Rozeanu
Mannschaft (♂) Tschechoslowakei Tschechoslowakei
Mannschaft (♀) Rumänien 1948 Rumänien

Die 18. Tischtennisweltmeisterschaft fand vom 3. bis 11. März 1951 im Konzerthaus[1] in Wien (Österreich) statt.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland nahm erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg wieder teil. Um dies zu ermöglichen mussten mehrere Bedingungen erfüllt werden:

  • Gesamtdeutsche Mitgliedschaft : 1950 hatten die BRD und die DDR getrennt beim Weltverband ITTF eine Aufnahme beantragt. Der ITTF bestand aber darauf, dass Deutschland als einziges Mitglied auftreten sollte. Daraufhin beantragten die BRD und die DDR 1951 eine gemeinsame Mitgliedschaft. Diese wurde gegen den Willen des ITTF-Präsidenten Ivor Montagu genehmigt, der Deutschland lediglich eine „goodstanding-Mitgliedschaft“ zugestehen wollte.[2] Für Deutschland setzten sich insbesondere Gunnar Ollen (Schweden) und Kurt Kunodi (Präsident des Österreichischen Tischtennisverbandes) ein.[3]
  • Wiederbeschaffung des Corbillon-Pokals: Bei der Weltmeisterschaft 1939 hatte die deutsche Damenmannschaft den Corbillon-Cup gewonnen. Dieser Pokal war im Laufe des Krieges oder in den Nachkriegsjahren verloren gegangen. Der DTTB musste nun 120.000 französische Franc an den ITTF bezahlen, damit man einen neuen Pokal beschaffen konnte.

Das Saarland wird „goodstanding-Mitglied“ im ITTF.

Die Gesamtdeutschen Mannschaften bildeten sich aus Willi Mallon (Kassel), Dieter Mauritz (München), Kurt Seifert (Wiesbaden), Walter Than (München) und Heinz Schneider (Mühlhausen in Thüringen) bei den Herren sowie Hilde Bussmann (Frankfurt am Main), Berti Capellmann (Würselen), Hertha Maier (München) und Astrid Horn (Quedlinburg, DDR) bei den Damen.

Die Ostdeutschen Heinz Schneider/Astrid Horn erreichten im Mixed das Viertelfinale, unterlagen hier aber den späteren Weltmeistern Váňa/Rozeanu[4]. Richard Bergmann konnte seinen Titel nicht verteidigen, weil ihn der englische Tischtennisverband ETTA wegen nicht genehmigter Wettkämpfe in Südafrika sperrte.[5]

Wissenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Eröffnung erfolgte am 3. März 1951 um 18 h. Nach Begrüßungsworten durch den Präsidenten des Österreichischen Verbandes, Dr. Kurt Kunodi, sprach der Wiener Bürgermeister Theodor Körner die Worte: "Im Namen der Völkerfreundschaft erkläre ich die Weltmeisterschaften für eröffnet"; danach marschierten die Mannschaften in den Saal.[6][7]
  • In der englischen Damenmannschaft spielten mit Diane Rowe (später Ehefrau von Eberhard Schöler) und Rosalind Rowe Zwillinge. Sie gewannen auch die Weltmeisterschaft im Doppel.
  • Der Österreicher Waldemar Fritsch gewann mit Hilfe seines Schwammbelages alle Spiele im Mannschaftswettbewerb.
  • Auf dem während der WM stattfindenden ITTF-Kongress wurde der Ungar Zoltán Mechlovits zum ITTF-Ehrenmitglied ernannt.
  • Der Jugoslawe Tibor Harangozo war Trainer der österreichischen Nationalmannschaft.[5]
  • Zur Tischtennis-WM verwendete die Post in Wien einen Sonderstempel vom 3. bis 11. März 1951.
  • Das spannende Mannschaftsfinale der Herren wurde am 7. März ausgetragen.[8]
  • Bohumil Váňa (ČSR) schied als erster der Gesetzten bereits am ersten Tag der Einzelbegegnungen am 8. März aus.[9]
  • Die Damen-Einzel und alle Doppel begannen am 9. März.[10]
  • Die Herren-Semifinali am 10. März brachten Überraschungen, denn sowohl Václav Tereba, der gegen Johnny Leach verlor, als auch Ferenc Sidó waren die Turnier-Favoriten gewesen.[11]
  • Die ägyptische Damenmannschaft (Alsahayati Fawkia, Abuheil Hadiga, Fahmi Dorreya) weigerte sich, gegen die Mannschaft aus Israel (Leipnick, Goldmann) anzutreten.[12]
  • S. Sultana aus Indien war mit 13 Jahren die bislang (1951) jüngste Teilnehmern einer Tischtennisweltmeisterschaft.[12]

Ergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Deutsche nahmen nur an den Individualwettbewerben teil:

Wettbewerb Rang Sieger
Mannschaft Herren 1. CSR (František Tokár, Ivan Andreadis, Bohumil Váňa, Václav Tereba, Ladislav Štípek)
2. Ungarn (József Kóczián, Kálmán Szepesi, Jozsef Farkas, Ferenc Sidó)
3. Jugoslawien (Žarko Dolinar, Josip Vogrinc, Zdenko Uzorinac, Josip Gabric, Vilim Harangozo)
10. Deutschland (Willi Mallon, Dieter Mauritz, Heinz Schneider, Kurt Seifert, Walter Than)
13. Schweiz (André Estoppey, Marcel Meyer de Stadelhofen, Michel Roux, Hugo Urchetti, Georges Wassmer)
13. Österreich (Otto Eckl, Waldemar Fritsch, Heribert Just, Kurt Russak, Ferdinand Schuech)
Mannschaft Damen 1. Rumänien (Paraschiva Patulea, Angelica Adelstein-Rozeanu, Sari Szasz-Kolosvary)
2. Österreich (Ermelinde Wertl, Trude Pritzi, Gertrude Wutzl)
3. Schottland/Wales (Helen Elliot, Elisabeth Pithie, Audrey Bates/WAL, Betty Gray/WAL)
3. England (Diane Rowe, Rosalind Rowe, Joyce Roberts, Margaret Franks)
9. Deutschland (Hilde Bussmann, Berti Capellmann, Astrid Horn, Hertha Maier)
15. Schweiz (Jeannette Grandjean, Isabel Vez)
Herren Einzel 1. Johnny Leach – ENG
2. Ivan Andreadis – TCH
3. Ferenc Sidó – HUN
3. Václav Tereba – TCH
Damen Einzel 1. Angelica Adelstein-Rozeanu – ROM
2. Gizella Lantos-Gervai-Farkas – HUN
3. Leah Neuberger-Thall – USA
3. Trude Pritzi – AUT
Herren Doppel 1. Ivan Andreadis/Bohumil Váňa – TCH
2. Ferenc Sidó/József Kóczián – HUN
3. Jack Carrington/Johnny Leach – ENG
3. František Tokár/Ladislav Štípek – TCH
Damen Doppel 1. Diane Rowe/Rosalind Rowe – ENG
2. Angelica Adelstein-Rozeanu/Sari Szasz-Kolosvary – ROM
3. Peggy Ichkoff/Leah Neuberger-Thall – USA
3. Rozsi Karpati/Gizella Lantos-Gervai-Farkas – HUN
Mixed 1. Bohumil Váňa – TCH/Angelica Adelstein-Rozeanu – ROM
2. Vilim Harangozo – YUG/Ermelinde Wertl – AUT
3. Johnny Leach/Diane Rowe – ENG
3. József Kóczián/Rozsi Karpati – HUN

Medaillenspiegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Rang  Land Gold Silber Bronze Gesamt
1 Tschechoslowakei Tschechoslowakei 2,5 1 2 5,5
2 Rumänien 1948 Rumänien 2,5 1 0 3,5
3 England England 2 0 3 5
4 Ungarn 1949 Ungarn 0 3 3 6
5 Osterreich Österreich 0 1,5 1 2,5
6 Jugoslawien Jugoslawien 0 0,5 1 1,5
7 Vereinigte Staaten 48 Vereinigte Staaten 0 0 2 2
8 Wales 1807 Wales 0 0 0,5 0,5
8 Schottland Schottland 0 0 0,5 0,5
Total 7 7 13 27

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ausführlicher Bericht in Zeitschrift DTS, Ausgabe West-Süd 1951/6

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. «Österreichs Frauen im Finale». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 7. März 1951, S. 6 (Die Website der Arbeiterzeitung ist nicht mehr aktiv. Die ursprünglich verlinkten Seiten des Online-Archivs sind daher nicht erreichbar.).
  2. Zeitschrift DTS, 1964/8 Ausgabe West Seite 8
  3. Deutscher Tisch-Tennis Bund e.V. - 50 Jahre jung. Herausgegeben vom Deutschen Tischtennis-Bund DTTB, 1975, Seite 47
  4. 75 Jahre Deutscher Tischtennis-Bund - Ein Spiel fürs Leben, ISBN 3-00-005890-7, Seite 104
  5. a b Zeitschrift DTS, 1951/19 Ausgabe West-Süd Seite 3
  6. «Heute beginnen die Weltmeisterschaften». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 3. März 1951, S. 8 (Die Website der Arbeiterzeitung ist nicht mehr aktiv. Die ursprünglich verlinkten Seiten des Online-Archivs sind daher nicht erreichbar.).
  7. «Österreichs Männer schlugen Holland 5:2». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 4. März 1951, S. 16 (Die Website der Arbeiterzeitung ist nicht mehr aktiv. Die ursprünglich verlinkten Seiten des Online-Archivs sind daher nicht erreichbar.).
  8. «Die Tschechoslowakei Sieger bei den Männern». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 8. März 1951, S. 8 (Die Website der Arbeiterzeitung ist nicht mehr aktiv. Die ursprünglich verlinkten Seiten des Online-Archivs sind daher nicht erreichbar.).
  9. «Die Österreicher ausgeschieden». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 9. März 1951, S. 8 (Die Website der Arbeiterzeitung ist nicht mehr aktiv. Die ursprünglich verlinkten Seiten des Online-Archivs sind daher nicht erreichbar.).
  10. «Pritzi unter den letzten Vier». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 10. März 1951, S. 8 (Die Website der Arbeiterzeitung ist nicht mehr aktiv. Die ursprünglich verlinkten Seiten des Online-Archivs sind daher nicht erreichbar.).
  11. «Pritzi gegen Rozeanu ausgeschieden». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 11. März 1951, S. 16 (Die Website der Arbeiterzeitung ist nicht mehr aktiv. Die ursprünglich verlinkten Seiten des Online-Archivs sind daher nicht erreichbar.).
  12. a b Zeitschrift DTS, 1951/11 Ausgabe West-Süd