Tissot Arena

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Innenansicht des Eishockeystadions

Tissot Arena ist der Name des PPP-Projekts der Stadt Biel und umfasst den Neubau eines Eisstadions mit Nebenfeld, eines Fussballstadions sowie einer Curlinghalle und vier Aussensportfeldern. Am 20. Dezember 2012 wurde der erste Spatenstich durchgeführt und Ende Juli 2015 übergab das Bauunternehmen die Anlage. Die Stadien dienen als Ersatz für das 1973 errichtete Bieler Eisstadion und das über hundertjährige Fussballstadion Gurzelen. Die Hauptnutzer des Sportkomplexes werden der Fussballverein FC Biel-Bienne und der Eishockeyverein EHC Biel. Bis zum Februar 2015 trug der multifunktionale Sportkomplex den Namen Stades de Bienne. Der Schweizer Uhrenhersteller Tissot, zur Swatch Group gehörig, einigte sich mit der Stadt Biel und den Sportclubs auf einen Vertrag über zehn Jahre mit Option auf Verlängerung und erwarb die Namensrechte.[1]

Ende Juli 2015 übergab die HRS Real Estate AG den fertiggestellten Komplex an die Stadt und somit an die Vereine. Die offizielle Einweihungsfeier war für den 25. September 2015 geplant.[2] Am 8. August 2015 fand das offizielle Eröffnungsspiel des Fussballstadions statt. Die Partie der Challenge League zwischen dem FC Biel-Bienne und dem FC Wil (0:0) sahen 4'754 Zuschauer.[3] Das Eisstadion wurde mit einem Vorbereitungsspiel am 21. August 2015 eröffnet, wobei der EHC Biel dem Dornbirner EC mit 2:3 unterlag.[4]

Komplex[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Sportanlagen wurden realisiert.[5]

  • Ein Eisstadion für 6'521 Zuschauern gemäss den Kriterien der NLA.
  • Ein Fussballstadion und ein zusätzliches Fussballtrainingsfeld mit einer Kapazität für 5'200 Zuschauer. Es erfüllt die Zulassungskriterien der Challenge League. Zudem werden minimale Investitionen getätigt, die einen späteren Ausbau auf 10'000 Plätze und eine Zulassung für die Super League ermöglichen.
  • vier Aussensportplätze (3 davon Kunstrasen) mit separatem Garderobengebäude inklusive Nebenräumen und Restauration
  • eine zusätzliche gedeckte Eisfläche mit Panoramasicht gem. den Richtlinien der Liga, homologiert für Spiele bis Niveau 1. Liga / Elite
  • eine Curlinghalle mit sechs Rinks

Nebst den Sportanlagen werden zudem mehrere Restaurants und ein multifunktioneller, gedeckter Platz (die Place Publique) von rund 4200 m² gebaut.

Gründe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die alten Anlagen mussten ersetzt werden, weil sie den heutigen Anforderungen nicht genügen. Das bedeutet konkret bei der Gurzelen:

  • die alte Gurzelen Tribüne ist vom Einsturz bedroht (alte Bauweise, nicht genügende Überdeckung der Armierungseisen im Beton)
  • die Sanitäranlagen sind total veraltet
  • der Standort ist ungünstig (mitten in einem Wohngebiet)

beim Eisstadion:

  • bereits im Jahre 1992 ergaben Abklärungen, dass es billiger ist ein neues Stadion zu bauen, als das alte zu sanieren
  • die Decke musste im Jahre 2006 mit Netzen gesichert werden, weil Stücke der Decke auf das Spielfeld fielen
  • die Sanitäranlagen sind in einem schlechten Zustand, zudem sind zu wenige davon vorhanden (der Schiedsrichter benützt die gleiche Toilette wie die EHC-Biel-Fans)
  • das Stadion befindet sich, wie auch das Fussballstadion, in einem Wohngebiet

Somit kam eine Renovierung der alten Stadien nicht in Frage.

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die Kosten von CHF 77 Mio. zu decken wurde eine Public Private Partnerschaft (PPP) eingegangen. Dazu kommen interne Projektkosten von CHF 1,7 Mio. Die Kosten setzen sich wie folgt zusammen: CHF 69,6 Millionen für den Neubau der Stadien und CHF 9,1 Millionen für die Erstellung von drei Aussensportfeldern (inklusive Rückbau der heutigen Kunsteisbahn und Curlinghalle)

Diese Kosten werden wie folgt getragen:

  • 25 % Subventionen des Kantons, das heisst ca. CHF 12,0 Mio
  • das Land wird für CHF 42,74 Mio. abgetreten
  • der Verkauf des heutigen Gurzelen-Areals (heutiges Fussballstadion) ca. CHF 10,0 Mio
  • der Landverkauf an die Rolex CHF 14,4 Mio

Damit können die Kosten voll getragen werden.

Die Betriebskosten werden trotz der markant verbesserten Infrastruktur nicht wesentlich steigen. Man ist bei der Schätzung der Kosten vom Verbleib des FC Biel-Bienne in der 1. Liga ausgegangen (2008 Aufstieg des FCB in die Challenge League). Beim EHC Biel ist man von der National League B ausgegangen. (2008 Aufstieg des EHCBs in National League A)

Dank der Multifunktionalität der Stadien werden zudem Einnahmen erwartet von Veranstaltungen (Konzerte, Firmenveranstaltungen), Gastronomiebetrieb und Mantelnutzung, sowie Erhöhung der Eismiete durch bessere Infrastruktur und Verbesserung der VIP-Infrastrukturen.

Land[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die benötigte Landfläche für die Erstellung der Sportanlagen wird einem privaten Investor und Totalunternehmen im Baurecht während 99 Jahren abgegeben, welcher den gesamten Gebäudekomplex erstellen wird und der Stadt Biel, wenn dieser fertiggestellt ist, abtreten wird. Der Partner hat jetzt die Möglichkeit, als so genannte Mantelnutzung unter den Stadien Fachmärkte sowie andere Dienstleistungen zu errichten.

Das Totalunternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Totalunternehmen wurde von einer fachlich qualifizierten Jury gewählt, nachdem sich 4 Totalunternehmen gemeldet hatten, erhielt die HRS Real Estate AG (ehemals HRS Hauser Rutishauser Suter AG) den Zuschlag. HRS hatte davor bereits mehrere Grossprojekte realisiert, unter anderem das Stade de la Maladière in Neuenburg, das Home of FIFA in Zürich oder die AFG Arena in St. Gallen.

Zeitplan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 9. Dezember 2007 Gemeindeabstimmung (wurde mit fast 75 % gutgeheissen)
  • 2008 Einreichung des Baugesuches

Ab hier verzögert sich die Planung um ein Jahr aufgrund eines Einspruchs durch die Migros.

  • 2008–2009 beabsichtigter Beginn der Arbeiten
  • 2011 geplante Einweihung der Stadien und der Sportanlagen

Der Bau der Stadien verzögert sich um mehrere Jahre.

  • Spatenstich erfolgte am 20. Dezember 2012[6]
  • Eröffnung der Stadien zur Saison 2015/16.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tissot Arena – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aus «Stades de Bienne» wird TISSOT ARENA: Partnerschaft zwischen der Stadt Biel, TISSOT und den Sportclubs, tissot.ch, Artikel vom 4. Februar 2015
  2. stadionwelt.de: Besonderer multifunktionaler Sportkomplex Artikel vom 8. August 2015
  3. bielertagblatt.ch: 0:0 im Eröffnungsspiel in der Tissot Arena Artikel vom 8. August 2015
  4. Martin Merk: Ici c’est Bienne! In: hockeyfans.ch. 24. August 2015, abgerufen am 28. August 2015.
  5. Stades de Bienne Projektbeschrieb. Abgerufen am 21. Dezember 2012 (PDF; 454 kB).
  6. Spatenstich der Stades de Bienne. Bieler Tagblatt, 20. Dezember 2012, abgerufen am 20. Dezember 2012.