Titan(IV)-fluorid

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Kristallstruktur
Keine Zeichnung vorhanden
Allgemeines
Name Titan(IV)-fluorid
Andere Namen

Titantetrafluorid

Verhältnisformel TiF4
CAS-Nummer 7783-63-3
PubChem 121824
Kurzbeschreibung

farbloser Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 123,86 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Dichte

2,798 g·cm−3 (25 °C)[2]

Schmelzpunkt

284 °C (Sublimation)[1]

Löslichkeit
  • reagiert mit Wasser[1]
  • löslich in Alkohol unter Erwärmung[1]
  • unlöslich in Ether[1]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
05 – Ätzend 07 – Achtung

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302​‐​312​‐​332​‐​314
P: 280​‐​305+351+338​‐​310 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][2]
Ätzend
Ätzend
(C)
R- und S-Sätze R: 20/21/22​‐​34
S: 26​‐​27​‐​28​‐​36/37/39​‐​45
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Titan(IV)-fluorid ist eine anorganische chemische Verbindung des Titans aus der Gruppe der Fluoride.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titan(IV)-fluorid kann durch Reaktion von Titan(IV)-chlorid mit Fluorwasserstoff gewonnen werden.[1]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titan(IV)-fluorid ist ein farbloses lockeres sehr hygroskopisches Pulver, das mit Wasser unter Zischen reagiert.[1] Die Verbindung kristallisiert in einem eigenen Strukturtyp, dessen charakteristisches Merkmal voneinander isolierte, aus TiF6-Oktaedern aufgebauten Säulen sind (Kolumnarstruktur), dessen Raumgruppe Pnma (Raumgruppen-Nr. 62) mit a = 228,1, b = 384,8, c = 956,8 pm und Z = 12.[4]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titan(IV)-fluorid wird zur Synthese von Glycosylfluoriden, Fluorhydrinen und der Addition von Carbanionen zu Aldehyden und Iminen verwendet. Es dient auch als Katalysator für chemoselektive Synthesen und Entfernung von Schutzgruppen von geminalen Diacetaten von Aldehyden.[2] Es wurde auch der Einsatz in Zahncreme untersucht.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Georg Brauer; Handbuch der präparativen anorganischen Chemie, Band 2, S. 1343; ISBN 3-432-87813-3.
  2. a b c d e Datenblatt Titanium(IV) fluoride bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 8. August 2012 (PDF).
  3. Für Stoffe ist seit dem 1. Dezember 2012, für Gemische seit dem 1. Juni 2015 nur noch die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung gültig. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist daher nur noch auf Gebinden zulässig, welche vor diesen Daten in Verkehr gebracht wurden.
  4. H. Bialowons, M. Müller, B. G. Müller: Titantetrafluorid - Eine überraschend einfache Kolumnarstruktur. In: Zeitschrift für anorganische und allgemeine Chemie. 621, 1995, S. 1227–1231, doi:10.1002/zaac.19956210720.
  5. N. Schlueter, C. Ganss, U. Mueller, J. .. Klimek: Effect of Titanium Tetrafluoride and Sodium Fluoride on Erosion Progression in Enamel and Dentine in vitro. (PDF; 180 kB) In: Caries Research. 41, 2007, S. 141–145, doi:10.1159/000098048.