Titan the Robot

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Titan the Robot ist ein Roboterkostüm mit einem Menschen darin und dient der Unterhaltung auf Jahrmärkten, Technikmessen und zur Verkaufsförderung auf Automobilausstellungen. Realisiert wurde es von Nicholas Robert Fielding, welcher die Firma Cyberstein Robots Ltd im Jahr 2004 gegründet hat um das Produkt zu vermarkten.[1] Es wird ein Elektro-Buggy verwendet auf dem „Titan the robot“ in die Manage hineingefahren wird. Der Fahrer der Docking-Station heißt Dave, ist außerordentlich gut angezogen und trägt eine Sonnenbrille. Der Roboter ist 2,40 Meter groß und hat ein Gewicht von 60 kg.[2] Nach dem Einschalten gibt es kleinere Gags und Gesangseinlagen zu bewundern. Beispielsweise werden Popsongs angesungen und „Titan the Robot“ verspritzt Wasser ins Publikum.

Auftritte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titan the Robot war auf mehreren internationalen Live-Events zu sehen. 2010 hat er zusammen mit Rihanna auf der Bühne getanzt. Mit will.i.am ist er 2013 im Wembley Stadium aufgetreten. In der Pro7 Show Germany’s Next Topmodel war er 2013 zu sehen. Überhaupt ist „Titan the Robot“ im internationalen Showbusiness eine feste Größe. Zusammen mit ihm aufgetreten oder auf einem Foto abbilden lassen haben sich Jackie Chan, Heidi Klum und Will Smith.

In der TV-Reality Show Big Brother UK war er 2010 zu sehen. Dort ist er in einer Challenge gegen die Kandidaten angetreten. Er durfte den Teppich reinigen und Obst zu Saft verarbeiten.

Nachahmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den deutschsprachigen Raum wurde „Nox the Robot“ entwickelt, welcher ebenfalls als Messe- und Show-Roboter eingesetzt wird.[3] In dieser Funktion ist er zusammen mit der damaligen Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Ursula von der Leyen auf der IdeenExpo 2013 aufgetreten.[4] In den USA gibt es mit „King Robota“ einen ähnlichen Showroboter. Er kommt auf Messen und Events zum Einsatz.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Titan the Robot“ dient der Unterhaltung, von der wissenschaftlichen Community wird er zurückhaltend aufgenommen. Die Niederländische Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung bezeichnet ihn als Beispiel für ein Technikprojekt,[5] in einer Soziologiezeitschrift wird es im Umfeld von Wissenschaftsshows genannt, ohne es als solche zu bezeichnen[6] und die Fraunhofer-Gesellschaft bewirbt „Titan the Robot“ in einem Flyer zur Hannover Messe 2015 wie folgt:

„Erleben Sie außerdem TITAN THE ROBOT live zwischen den Vorträgen.“

Quelle: [7]

Kein echter Roboter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weil „Titan the robot“ fast wie ein echter Roboter aussieht, wurde auf dem Newsportal Singularityhub darüber spekuliert ob sich ein Mensch darin befindet oder ob es womöglich sogar ein richtiger Roboter ist:

„While several bloggers and the like are praising Titan with amazement, a little research uncovers that Titan is not a true robot at all - there is a person inside of it!“

Quelle: [8]

Natürlich ist in dem Kostüm eine Person versteckt. Ein sogenannter „Actor“ kontrolliert die Arme, Beine und aktiviert die Soundeffekte.[1] Sonst wäre es ja keine Show, sondern echte Magie. Der Sinn von Zauberkunst ist es, das Publikum mit Illusionen zu täuschen. Auch beim Schachtürken (Baron von Kemplen) war ein Mensch darin verborgen:

„There was person hidden inside who moved out of sight on a sliding chair while von Kemplen demonstrated the machinery before the game.“

Quelle: [9]

Es ist jedoch kein virtueller Actor, wie er in Computerspielen als Physics-Controller eingesetzt wird und mit dem man Athleten steuert, die akrobatische Bewegungen ausführen.[10] Sondern es ist ein Actor im Sinne eines richtigen Menschen, also eines Schauspielers, der auf einer Bühne steht und dort eine Performance ausführt. So ähnlich, wie in der Jedi Training Academy in Disneyland, wo Kinder mit einem Lichtschwert gegen Darth Vader kämpfen müssen.[11]

Es werden keine Algorithmen verwendet, die am MIT Leglab in den 1990'er entwickelt wurden, um die Animatronics-Servo-Motoren zu steuern. Normalerweise dienen Finite-States-Machines dazu, die Zielpunkte für die Füße berechnen, den Walk-Zyklus zu kontrollieren sowie die Balance aufrechterhalten.[12] Auch der Laufroboter M2 und der Torso Cog sind zwei unterschiedliche Dinge die nicht kombiniert wurden.[13] Das Folgeprojekt Petman, was bei Boston Dynamics entwickelt wurde, ist etwas vollkommen anderes als „Titan the Robot“. Petman ist in der Lage über eine künstliche Haut zu schwitzen,[14] während bei „Titan the Robot“ eine solche Funktion fehlt. Es gibt noch weitere Indizieren die belegen, dass es sich um ein Kostüm handelt. Und zwar ist der Onboard Computer in der Docking-Station auf dem Dave manchmal etwas anklickt, ein Microsoft Windows XP Betriebssystem.[15]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b The future of Entertainment -- Titan the Robot. Abgerufen am 18. Februar 2017.
  2. Tsantakis, Emmanouil: Προγραμματισμός ρομπότ Robonova. In: bachelorThesis, T.E.I. of Crete, School of Engineering (STEF), Department of Mechanical Engineering. 2012 (teicrete.gr [PDF]).
  3. NOX the Robot Webseite. Abgerufen am 20. Februar 2017.
  4. NOX the Robot begrüßt Ursula von der Leyen auf der IdeenExpo. Abgerufen am 20. Februar 2017.
  5. Steijn, Wouter and Luiijf, Eric and Beek, D: Emergent risk to workplace safety as a result of the use of robots in the work place. In: TNO, Niederländische Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung. 2016 (tno.nl [PDF]).
  6. Roche, Joseph and Cullen, Ronan J and Ball, Sarah-Louise: The educational opportunity of a modern science show. In: The International Journal of Science in Society. Band 8, Nr. 3, 2016 (researchgate.net [PDF]).
  7. Deutsche Messe: Veranstaltungsprogramm Hannover Messe 2015. 2015 (fraunhofer.de [PDF]).
  8. Titan Robot Wows, Frightens ... But Its Fake. 23. Oktober 2009, abgerufen am 18. Februar 2017.
  9. Noel Sharkey and Amanda Sharkey: Artificial intelligence and natural magic. In: Artificial Intelligence Review Springer Nature. Band 25, Nr. 1-2, 2007, S. 9--19, doi:10.1007/s10462-007-9048-z (researchgate.net [PDF]).
  10. Jessica K. Hodgins and Wayne L. Wooten and David C. Brogan and James F. O'Brien: Animating human athletics. In: Proceedings of the 22nd annual conference on Computer graphics and interactive techniques - SIGGRAPH 95 Association for Computing Machinery (ACM). 1995, doi:10.1145/218380.218414 (cmu.edu [PDF]).
  11. Shaffer, J.C.: Discovering the Magic Kingdom: An Unofficial Disneyland Vacation Guide. In: AuthorHouse. 2010 (google.de).
  12. Parseghian, Allen S: Control of a simulated, three-dimensional bipedal robot to initiate walking, continue walking, rock side-to-side, and balance. In: Massachusetts Institute of Technology. 2000 (mit.edu [PDF]).
  13. G. A. Pratt: Low Impedance Walking Robots. In: Integrative and Comparative Biology Oxford University Press (OUP). Band 42, Nr. 1, 2002, S. 174--181, doi:10.1093/icb/42.1.174 (silverchair-cdn.com [PDF]).
  14. Nelson, Gabe and Saunders, Aaron and Neville, Neil and Swilling, Ben and Bondaryk, Joe and Billings, Devin and Lee, Chris and Playter, Robert and Raibert, Marc: Petman: A humanoid robot for testing chemical protective clothing. In: Journal of the Robotics Society of Japan The Robotics Society of Japan. Band 30, Nr. 4, 2012, S. 372--377, doi:10.7210/jrsj.30.372 (jst.go.jp [PDF]).
  15. Titan The Robot in Galati, Romania, (Zeitindex 0:32). Abgerufen am 19. Februar 2017.