Tito Puente

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Tito Puente

Tito Puente (eigentlich: Ernest Anthony Puente Jr., * 20. April 1923 in New York City; † 31. Mai 2000 ebd.) war ein einflussreicher Jazz-, Salsa- und Mambo-Musiker.

Leben[Bearbeiten]

Puente war, wie man es umgangssprachlich bezeichnet, ein Nuyorican, ein in New York geborener Sohn puerto-ricanischer Eltern. Er wuchs in Spanish Harlem - auch El Barrio genannt - auf, einem Stadtteil von Manhattan, östlich des eigentlichen Zentrums von Harlem.

Er wurde El Rey del Timbal (span. „König der Timbales“) oder King of Mambo ("König des Mambo") genannt und ist bekannt sowohl für seine Mambo- als auch seine lateinamerikanischen Jazz-Kompositionen, auf die er seine über 50-jährige Karriere aufbaute. Er spielte Saxophon, Klavier, Vibraphon, Timbales, Congas und Bongos. Musikalisch kommt Puente Eddie Palmieri sehr nah. Sein ursprünglicher Berufswunsch war Mambo-Tänzer.

Im Jahre 1948 bekam er einen Plattenvertrag von George Goldners Latin-Plattenlabel Tico Records. Puente befand sich auf dem Höhepunkt seiner Beliebtheit und brachte afro-kubanische und karibische Musik wie Mambo, Son und Cha-Cha-Cha einer großen Öffentlichkeit näher. Später wechselte er zu mehr universellen Musikrichtungen, z. B. Pop und Bossa Nova; schließlich blieb er bei einer Mischung von afro-kubanischem und lateinamerikanischem Jazz, die Salsa genannt wurde. Für sein Werk erhielt er fünf Grammy Awards, die National Medal of Arts (1997), die James Smithson Bicentennial Medal (1999), den „Status“ einer Living Legend des Library of Congress (2000) und zwei Ehrendoktorwürden. Er starb im Jahr 2000 in New York City an Herzversagen. Sein Stück Oye Como Va erlangte durch Carlos Santana große Bekanntheit.

Die Timbales, die Puente während der Olympiade 1996 spielte

Zudem war er in der zweiten Hälfte seines Lebens Schauspieler, beispielsweise in dem 1992 gedrehten Kinofilm The Mambo Kings. In den 1980er Jahren trat er mehrmals in der Cosby Show auf. 1995 hatte er außerdem einen Gastauftritt in der beliebten Zeichentrickserie Die Simpsons (Folge: „Wer erschoss Mr. Burns?“, Teil 1+2).

Diskografie[Bearbeiten]

Puente brachte über 100 Alben heraus, die millionenfach verkauft wurden; hierzu zählen

  • El Rey del Timbal 1949-1951 (1991)
  • Cuando suenan los Tambores (1992)
  • The King of the Cha-Cha Mambo (1995)
  • The Best of Tito Puente (1997)
  • Tito Puente - 50 Years of Swing (1997)
Tito Puente Way in Spanish Harlem

Literatur[Bearbeiten]

  • Stephen Loza: Tito Puente and the Making of Latin Music. University of Illinois Press, 1999, ISBN 0-252-02332-3 (Biografie; engl.)
  • Jim Payne: Tito Puente: King Of Latin Music. Hudson Music, 2006, ISBN 1423413350, (Biografie; engl., mit DVD)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tito Puente – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien