Tito Tettamanti

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Tito Tettamanti (* 6. Oktober 1930 in Lugano) ist ein Schweizer Rechtsanwalt, Politiker (CVP), Unternehmer und Financier.

Biografie[Bearbeiten]

Tettamanti ist das einzige Kind eines Bankprokuristen. Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität Bern, wurde 1953 promoviert und erlangte 1955 das Anwaltspatent. Er begann im selben Jahr als Anwalt zu arbeiten und eröffnete in Lugano 1959 ein eigenes Anwalts- und Notariatsbüro. Von 1955 bis 1959 gehörte er als CVP-Politiker dem Grossen Rat des Kantons Tessin an. 1959 wurde er zum Regierungsrat gewählt und stand dem Justiz- und Polizeidepartement vor. 1960 musste er nach einem Skandal um eine Busse für Steuerhinterziehung zurücktreten. In den sechziger und siebziger Jahren betätigte er sich als Treuhänder und Immobilieninvestor, zunächst im Tessin, später in Kanada. In den achtziger Jahren beteiligte er sich in New York als Finanzspekulant an der Neustrukturierung von Unternehmen wie United Airlines und Gillette. Nach dem Börsencrash von 1987 kehrte Tettamanti zurück in die Schweiz und legte sich als Aktionär von Schweizer Traditionsunternehmen des Maschinenbaus wie Sulzer AG, Saurer oder Rieter mit dem gesamten Schweizer Wirtschafts-Establishment an. Im Jahre 2005 machte er mit seinen Engagements bei Ascom und SIG Holding von sich reden.

Publizistisch betätigte sich Tettamanti als Buchautor und als Haupteigentümer der Jean Frey AG, eines Schweizer Verlags. In dieser Rolle positioniert er sich als libertärer Visionär, der gegen politische Korrektheit und für mehr Streitkultur kämpft. Als erklärter Kapitalist, der für Wirtschaftsliberalismus eintritt, findet er seine Gegner unter «linken» Journalisten. Im Juli 2006 hat Tettamanti Roger Köppel zur Weltwoche zurückgeholt und ihm die Zeitschrift verkauft.

Am 8. Februar 2010 wurde bekannt, dass Tettamanti zusammen mit dem Basler Medienanwalt Martin Wagner die Basler Zeitung Medien übernimmt. Die beiden kauften die Anteile der Verlegerfamilie Hagemann und der Publigroupe.[1] Wagner seinerseits hatte am 21. Januar der Familie Hagemann das Basler Privatradio Radio Basilisk verkauft, welches sich zu 100 Prozent in seinem Besitz befunden hatte.[2] Am 24. November 2010 verkauften Tettamanti und Wagner die ganzen Anteile der Basler Zeitung Medien an Crossair-Gründer Moritz Suter.[3][4] Im Dezember 2011 gelangte die Basler Zeitung über die neu gegründete "MedienVielfalt Holding" wiederum in den Einflussbereich Tettamantis.[5] Er begründete sein Engagement in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger als Beitrag zur Wiederherstellung «echter Vielfalt» in der Schweizer Printmedienlandschaft. Er übernahm die Basler Zeitung nach eigenen Angaben von Rahel Blocher, einer Tochter von Christoph Blocher, die nach Streitigkeiten mit Moritz Suter diesen gemäss einer nicht öffentlichen Vereinbarung offenbar veranlasste, die Aktien an sie zu verkaufen.[6]. Seit Ende Juni 2014 gehört die Basler Zeitung zu je einem Drittel Markus Somm, Christoph Blocher und Rolf Bollmann. Sie übernahmen die Aktien von der "MedienVielfalt Holding". Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.[7]

Zusätzlich ist Tettamanti auch Mehrheitsaktionär von Sterling Strategic Value Limited, deren Ehrenpräsident er ist. Bis 2012 war er Präsident des Verwaltungsrates.[8]

Sein Vermögen wurde 2014 vom Schweizer Wirtschaftsmagazin Bilanz auf 950 Millionen Franken geschätzt.[9]

Tettamanti lebt in Lugano nach seiner Rückkehr aus London im Jahr 2010.

Publikationen[Bearbeiten]

  • Die sieben Sünden des Kapitals. Bilanz Verlag, Zürich 2003, ISBN 3-90916-794-2.
  • Tito Tettamanti, Alfredo Bernasconi: Manifest für eine liberale Gesellschaft. Ammann, Zürich 1996, ISBN 3-250-10296-2.
  • Welches Europa? Das Europa der Kaufleute oder das Europa der Bürokraten? Ammann, Zürich 1994, ISBN 3-250-10229-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Meldung bei persoenlich.com
  2. Meldung bei persoenlich.com
  3. Suter kauft «Basler Zeitung» und beendet Blochers Mandat in: Tages-Anzeiger vom 24. November 2010
  4. Basler Zeitung: Grosser Wechsel Videobeitrag in: 10vor10 vom 24. November 2010 (ca. 8 Minuten)
  5. «Basler Zeitung» geht an Tito Tettamanti NZZ Online, 14. Dezember 2011
  6. Daniel Schindler, David Thommen: «Ich bin für liberale Musik» Interview mit Tito Tettamanti. Tagesanzeiger.ch, 15. Dezember 2011
  7. BZM Medienmitteilung vom 30. Juni 2014
  8. «Tito Tettamanti: Abgehakt» Bilanz.ch vom 27. Februar 2013
  9. Die 300 Reichsten 2014: Tito Tettamanti. In: Bilanz, abgerufen am 29. September 2015.