Tittytainment

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Tittytainment (oft auch Tittitainment) ist eine Wortbildung aus englisch titty (Slang für Busen) und entertainment (Unterhaltung). Der Begriff steht für die Vermutung, dass auf Grund steigender Produktivität zukünftig ein großer Teil der Weltbevölkerung von der Produktion von Dienstleistungen und Gütern entbunden sein werde und dann von Transferleistungen leben werde. Um diesen Teil der Bevölkerung ruhigzustellen, werde er durch die Medien berieselt werden.

Begriffsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zugeschrieben wird dieser Begriff Zbigniew Brzezinski, dem früheren nationalen Sicherheitsberater des US-Präsidenten Jimmy Carter. Er soll ihn 1995 auf einer Versammlung des Global Braintrust geprägt haben.[1]

Aufgrund des Wachstums der Produktivität gehe, so die dem Schlagwort zu Grunde liegende Prognose, die (bezahlte) Arbeit aus. In Zukunft würden daher 20 % der Weltbevölkerung ausreichen, um alle benötigten Dienstleistungen und Güter zu erbringen bzw. zu produzieren. Die restlichen 80 % der Bevölkerung müssten dann von Transferleistungen leben.[2] Wie dem schreienden Säugling die Brust gegeben wird, so sollen die in der Produktion überflüssigen Menschen mit trivialer Unterhaltung (Fernsehen, Internet usw.) bei Laune gehalten werden.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eintrag Tittytainment in Tom Dalzell, Terry Victor (Hrsg.): The New Partridge Dictionary of Slang and Unconventional English. Routledge, 2015, ISBN 9781317372516
  • David Rowan: A Glossary for the 90s. Prion Books, 1998, S. 128, ISBN 9781853752827
  • Jens Berger: Von der Finanzkrise in die 20:80 Gesellschaft. In: Telepolis. 9. Dezember 2008 (online [abgerufen am 14. Mai 2012]).
  • Pädagogisches Institut der deutschen Sprachgruppe, Bozen: Die Globalisierungsfalle. 2002 (online [abgerufen am 23. März 2013]).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans-Peter Martin und Harald Schumann: Die Globalisierungsfalle, Rowohlt 1996, S.13 ff
  2. Abwanderung. Ist auch Ihr Job in Gefahr? In: stern. vom 7. April 2004
  3. "Ich würde lieber weniger Menschen wehtun". In: stern. vom 14. Juli 2004