Titu Cusi Yupanqui

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Titu Cusi Yupanqui (* um 1529; † 1571), nach peruanischer Quechua-Schreibung Titu Kusi Yupanki, war von 1560 bis zu seinem Tod der siebzehnte Inka-König, der dritte von Vilcabamba, dem letzten Rückzugsgebiet der Inkas. Er ist bedeutend durch einen umfassenden Bericht, den er an den spanischen König Philipp II. sandte, in dem er sich in europäischer Form zur Klärung von Rechtsangelegenheiten über die Eroberung des Reiches seiner Vorfahren beschwert und eine angemessene Entschädigung fordert. Das Werk ist einzigartig darin, dass ein zumindest nominell freier Herrscher einer präkolumbianischen Hochkultur seine Sicht der spanischen Konquistador vorträgt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titu Cusi war ein Sohn des Inkaherrschers Manco Cápac II. Nach Mancos Ermordung wurde zunächst Titu Cusis minderjähriger Bruder Sayri Túpac dessen Nachfolger. Sayri Túpac verließ nach Verhandlungen mit den Spaniern Vilcabamba, ließ sich taufen und erhielt Ländereien um Cusco. Als Sayri Túpac bald darauf starb, wurde Titu Cusi sein Nachfolger.

Titu Cusi verfolgte zunächst die Politik seines Vaters, unternahm Guerilla-Überfälle und unterstützte Aufstandsbewegungen gegen die spanische Herrschaft. Nach einigen Jahren aber stoppte er angesichts der spanischen Übermacht die Angriffe und wechselte auf eine Politik friedlicher Koexistenz. Er begann Verhandlungen mit dem Vizekönig, korrespondierte mit dem König von Spanien und ließ schließlich auch zu, dass Missionare nach Vilcabamba kamen. 1568 wurde er selbst getauft und erhielt den spanischen Namen Diego de Castro Titu Cusi Yupanqui. Über Jahre hinweg hegten die Spanier die Hoffnung, er würde sich gegen eine königliche Pension dem König unterwerfen. Durch sein geschicktes Lavieren konnte Titu Cusi die Unabhängigkeit seines Inkastaats bewahren.

Sein Tod, der möglicherweise durch eine Lungenentzündung hervorgerufen wurde, wurde einer Vergiftung durch die Spanier zugeschrieben, was zu erneuten Auseinandersetzungen und der Ermordung von Missionaren führte. Sein Bruder Túpac Amaru wurde sein Nachfolger.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Lienhard (Hrsg.): Titu Kusi Yupanki: Der Kampf gegen die Spanier. Ein Inka-König berichtet. Düsseldorf 2003.
  • Francisco Carrillo (Hrsg.): Titu Kusi Yupanki: Relacion de la conquista del Peru. Lima 1973. online: [1]
VorgängerAmtNachfolger
Sayri Túpac
Sayri Tupaq
Inka von Vilcabamba
1561–1570
Túpac Amaru
Tupaq Amaru