Tjalk

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Tjalk auf dem Ems-Jade-Kanal

Eine Tjalk ist ein historischer holländischer Segelschifftyp für das Wattenmeer, ein Wattensegler. Ihren Ursprung hatten Tjalken im ebenfalls holländischen Bojer. Erstmals tauchte die Bezeichnung „tjalk“ 1673 in einem friesischen Dokument auf.

Die Tjalk besitzt einen gänzlich flachen Boden ohne Balkenkiel, um bei Ebbe trockenfallen, das heißt aufsetzen zu können. Zweites charakteristisches Merkmal sind die für Plattbodenschiffe typischen Seitenschwerter. Durch die im Verhältnis zu den anderen Hauptabmessungen große Breite und Völligkeit haben Tjalken nur einen geringen Tiefgang und sind besonders gut zum Befahren seichter Kanäle und Priele geeignet.

Die Takelung einer Tjalk besteht aus einem großen Gaffelsegel mit kurzer Gaffel und langem Großbaum sowie Stagsegel, Klüver und Focksegel.

Nach H. Szymanski gab es um 1900 in Norddeutschland ca. 160 hölzerne und 28 eiserne See- und Binnentjalken. Besonders gut bewährten sich die ausschließlich auf holländischen Werften gebauten eisernen Tjalken. So gehörten 1928 noch 128 eiserne Tjalken mit einer durchschnittlichen Tragkraft von 140 t zur deutschen Binnenflotte.

Viele Tjalken werden heute touristisch genutzt. Beispielsweise in den Häfen rund um das IJsselmeer werden diese Schiffe häufig verchartert. Üblicherweise sind ein Kapitän und ein Maat an Bord. Die Gäste helfen unter Anleitung des Maates bei den Segelmanövern.

Es gibt auch heute noch zum größten Teil im Original erhaltene Tjalken unter deutscher Flagge, die als Traditionsschiff mit entsprechender Abnahme durch die See-BG als fahrende Monumente der vergangenen Epoche in den norddeutschen Gewässern zum Mitsegeln einladen. Eine entsprechende Tjalk befindet sich als Traditionsschiff im Besitz der Gemeinde Rhauderfehn.[1]

In Friesland entstand das Skûtsje (westerlauwers; nld. Schuitje) als Sonderform für die Binnenfrachtfahrt. Für den Torftransport bei der Fehnkultur (Hollands Moorkultivierung) wurde der Segelschiffstyp der Pogge entwickelt.

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tjalk „Hoffnung“ in Obhut der Schiffergilde (Memento vom 29. September 2007 im Internet Archive)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]