To Potami

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Το Ποτάμι
To Potami
Parteivorsitzender Stavros Theodorakis
Parteivorsitzender Stavros Theodorakis
Partei­vorsitzender Stavros Theodorakis
Gründung 11. März 2014
Haupt­sitz Athen
Aus­richtung Zentrismus,
Linksliberalismus,
Sozialdemokratie
Farbe(n) rot, blau
Parlamentssitze
6/300
Europaabgeordnete
2/21
EP-Fraktion S&D
Website topotami.gr

To Potami (griechisch Το Ποτάμι, deutsch: Der Fluss) ist eine linksliberale griechische Partei.

Die Partei wurde am 11. März 2014 von dem TV-Moderator Stavros Theodorakis gegründet, mit dem Anspruch, eine „Bewegung von Bürgern für Bürger“ zu sein, ohne politische Altlasten und Berufspolitiker.

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politisch wird sie dem linksliberalen Spektrum zugeordnet. Das Parteiprogramm enthält nach Aussage von Theodorakis sowohl linke als auch neoliberale Ideen.[1][2]

Die Partei vertritt eine proeuropäische Linie und erklärte sich im Vorfeld der Parlamentswahl vom Januar 2015 prinzipiell bereit mit beiden möglichen Wahlsiegern zu koalieren, sowohl mit der konservativen Nea Dimokratia als auch mit dem Linksbündnis SYRIZA. Voraussetzung einer Koalitionsregierung mit Syriza sei, laut Theodorakis, dass der proeuropäische Kurs Griechenlands von Syriza nicht durch überzogene Forderungen in Frage gestellt werde. Die Zusammenarbeit mit Potami wurde von Syriza jedoch bereits im Vorfeld der Parlamentswahl vom Januar 2015 vom Syriza-Vorsitzenden Alexis Tsipras kategorisch ausgeschlossen, da die Partei, laut Tsipras, keinen mit Syriza kompatiblen Kurs verfolge.[3]

In der Wirtschaftspolitik tritt Potami u. a. für die Etablierung von Fonds und Mechanismen als alternative Finanzierungsformen von kleinen und mittelständischen Unternehmen ein, die das Geld am Markt einsammeln sollten und es den Unternehmen ohne die Zwischenschaltung von Banken leihen oder direkt in sie investieren könnten. Außerdem sollten kleine Unternehmen Liquiditätsreserven über bestimmte Mechanismen flexibel untereinander austauschen können. Ferner sollten Infrastrukturprojekte über Public Private Partnership-Modelle finanziert werden. Laut Potami habe Griechenland insbesondere im Agrarbereich, beim Rohstoffexport und im Tourismus nicht ausgeschöpftes Wachstumspotential, das unmittelbar erschlossen werden könne.[4] Potami tritt außerdem für eine strikte Trennung von Staat und Kirche ein.

Teilnahme an Wahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

To Potami trat erstmals bei den Europawahlen 2014 an.[5] Theodorakis selbst kandidierte nicht, weil er beabsichtigte, bei den nächsten nationalen Parlamentswahlen anzutreten.

Wenige Wochen nach ihrer Gründung lag die Partei in Meinungsumfragen mit über acht Prozent an dritter Stelle hinter der Linkspartei SYRIZA und der die Regierung anführenden Nea Dimokratia.[6] Sie trat auch bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 25. Januar 2015 an und wurde mit ca. sechs Prozent der Stimmen knapp hinter der Partei der griechischen Rechtsextremen viertstärkste Kraft. Die Partei zeigte sich offen für Koalitionsgespräche mit dem Wahlsieger SYRIZA.[7]

Wahlergebnisse bei Parlamentswahlen
Jahr Prozent % Sitze Stimmen Parteiführer
2015 (Januar) 6,05 17 373.924 Thanasis Theocharopoulos
2015 (September) 4,09 11 222.166 Thanasis Theocharopoulos
Quellen:

Griechisches Innenministerium (Wahl 2015 (Januar))[8]
Griechisches Innenministerium (Wahl 2015 (September))[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. greekreporter.com: Presentation of New Greek Politacal Party To Potami vom 4. März 2014
  2. TV-Mann gründet Partei für EU-Wahl Der Standard vom 6. März 2014
  3. newpost.gr: Keine Zusammenarbeit mit PASOK, Potami, Papandreou, 12. Januar 2015
  4. Parteiprogramm
  5. Griechenland Zeitung
  6. Handelsblatt: Neue griechische Partei attackiert die Großen, vom 16. März 2014
  7. Griechenland: Tsipras spricht zuerst mit Rechtspopulisten. In: Die Zeit, 26. Januar 2015
  8. Offizielles Wahlergebnis Januar 2015, Griechisches Innenministerium (griechisch/englisch)
  9. Offizielles Wahlergebnis September 2015, Griechisches Innenministerium (griechisch/englisch)