Tobias Kuhn

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Tobias Kuhn an der Gitarre für Thees Uhlmann beim Greenville Festival 2013

Tobias Kuhn (Tobias Felix Kuhn; * 7. Januar 1975) ist ein deutscher Musiker, Singer-Songwriter, Filmkomponist und Musikproduzent.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tobias Kuhn ging in Cambridge in den Kindergarten, seine Schulzeit verbrachte er zunächst in Heidelberg, Peking und später in Würzburg, wo er 1992 zusammen mit einem Schulfreund die Band Miles gründete. Die Indie-Rock-Band veröffentlicht bis 2003 drei Alben und erreichte mit der Single Perfect World im Jahr 2000 einen Nummer-eins-Hit in Japan. 2004 rief Tobias Kuhn sein Soloprojekt Monta ins Leben.[2] Beide Monta-Alben waren beliebte Kritikeralben. Unter anderem war Where circles begin Album of the Week in der The Sunday Times.

Kuhn produzierte im Jahr 2008 das Album Heureka für Tomte und wirkte dort zudem als Musiker an Gitarre und Bass mit. Im selben Jahr unterstützte er Udo Lindenberg als Koproduzent bei zwei Titeln auf dem Album Stark wie zwei und komponierte das Musikstück Ich zieh meinen Hut. Im Jahr 2008 schrieb er auch für den Wim-Wenders-Film Palermo Shooting zwei Monta-Songs. 2009 war er Koproduzent und musikalischer Leiter des Albums MTV Unplugged in New York der Sportfreunde Stiller. Im Jahr 2011 produzierte Tobias Kuhn das Debütalbum von Thees Uhlmann und schrieb mit Uhlmann die Musik. Im Jahr 2012 engagierten ihn Die Toten Hosen als Koproduzent für ihr Studioalbum Ballast der Republik.[3] Verschiedene Lieder schrieb er für die Soundtracks der Kinderfilme Fünf Freunde, einer Neuverfilmung aus dem Jahr 2012 nach den Büchern von Enid Blyton.[4]

Im Jahr 2012 schrieb und produzierte er mit dem schottischen Duo Martin & James in Los Angeles deren neues Album. Er komponierte die Musik zur Fernsehserie Add a Friend und komponierte unter anderem mit Leslie Clio und ihrem Produzenten Nikolai Potthoff den Song I Couldn’t Care Less. 2013 wirkte er als Komponist und Produzent für Adel Tawils Debüt-Single Lieder mit. Zusammen mit Peter Brugger schrieb er den Titelsong Mein Kopf spielt Bingo für den Film Rico, Oskar und die Tieferschatten.

Mit Nikolai Potthof und Kenzie May schrieb er unter dem Bandnamen „Mocki“ den Song Weekend, der auf dem französischen Label „Kitsune“ veröffentlicht wurde und im Jai Wolf-Remix Aufmerksamkeit erlangte. Im Frühjahr 2015 produzierte er mit Sacha Skarbek zusammen den britischen Künstler Kelvin Jones. In Zusammenarbeit mit Sebastian Wehlings schrieb er den Song Blaues Auge für Udo Lindenberg, erschienen auf dessen Album Stärker als die Zeit im Jahr 2016. Ab Sommer 2015 arbeitete er mit Clueso an dessen Album Neuanfang, das im Oktober 2016 auf Platz 1 der deutschen Albumcharts einstieg.

Im Jahr 2016 produzierte er zusammen mit der Band Milky Chance ihr zweites Album Blossom in Kassel, Rothenburg an der Fulda und Berlin[5] und war im Jahr 2017 am Album Laune der Natur von Die Toten Hosen beteiligt. Anfang 2017 schrieb er zusammen mit Max Perner die Musik zum Kinofilm Amelie rennt, der im September 2017 in die Kinos kam. Des Weiteren schrieb Tobias Kuhn 2017 am Song Here With You mit, der gemeinschaftlichen Single der DJs Lost Frequencies & Netsky. Der Titel erreichte Platz 2 der Single-Charts in Belgien und wurde mit einer Platin-Schallplatte ausgezeichnet.[6]

Als Co-Autor war Tobias Kuhn 2017 außerdem am Song Living In The City von Rhys Lewis beteiligt. Des Weiteren war er 2017 auch Co-Autor bei Mark Forsters Song Chöre und dem Song Einmal, der 2018 auf dem Album Liebe erschien und als Single ausgekoppelt wurde.

Außerdem produzierte Kuhn das Album Sturm & Dreck der Band Feine Sahne Fischfilet, das am 12. Januar 2018 über das Label Audiolith veröffentlicht wurde. Das Album stieg in den deutschen Charts auf Platz 3 ein.[7] Die Zeitschrift Musikexpress schrieb dazu „Damit das aber harmonisch ansprechender klingen kann, wurde mit Tobias Kuhn (Ex-Miles) ein versierter Pop-Produzent engagiert – und das tut dem Projekt auf jeden Fall gut. Endlich muss man nicht mehr über Charme punkten, sondern besitzt nun auch den passgenauen Sound zur immer mehr freigespielten Stadion-Identität.“[8]

Tobias Kuhn schrieb zudem als Co-Autor bei Alec Benjamins Song 1994 mit, der 2018 auf dem Album Narrated for you erschien. Des Weiteren arbeitete er als Co-Autor und Co-Produzent mit beim Song Karma auf der EP Launch von der Band Dreamers.

Er war 2018 zudem an der Produktion von vier Songs des aktuellen Bosse Albums beteiligt, unter anderem Augen zu Musik an und Ich warte auf dich, für die er auch Co-Autor war. Auf dem im Januar 2019 erschienenen Album Mint von Alice Merton schrieb Tobias Kuhn als Co-Autor beim Song Trouble in Paradise mit. Mit der Band Gurr produzierte und schrieb er außerdem den Song She Says, der im Februar 2019 veröffentlicht wurde. Außerdem schrieb und produzierte Kuhn 2018 mit dem deutschen Künstler Bosse drei Songs für sein Album Alles ist jetzt (Universal Music). Zu den veröffentlichten Singles gehörten Augen zu Musik an, Ich warte auf dich und Hometown.

Für den 2019 erschienenen Film Rocca – verändert die Welt (Warner Brothers) komponierte und schrieb Tobias Kuhn die Originaltitel. Ferner schreib er mit der australischen Band Winterbourne und Imbibe die Singles Take the Golden und Touchdown. Im September 2019 veröffentlichte Milky Chance ihr drittes Studio-Album Mind the moon, an dem Kuhn als Songwriter und Produzent mitarbeitete. Das Album wurde in Kassel, Berlin, Norwegen, Italien und Australien aufgenommen. Es gab unter anderem Features mit Tash Sultana (Daydreaming) und Jack Johnson (Don’t Let Me Down). Don’t Let Me Down erreichte Platz 1 der amerikanischen Tripple AAA Radio Charts. Im Anschluss schrieb und produzierte Kuhn mit der amerikanischen Band Dreamers den Song Die Happy, der die Top Ten der Alternative Radio Billboard Charts erreichte. Ebenfalls im September 2019 veröffentlichte Sarah Connor die Single Ich wünsch dir was (Universal Music), welche Kuhn mit ihr schrieb und produzierte. Mit Max Perner zusammen schrieb Kuhn die Filmmusik zu dem erfolgreichen Weimar-Tatort Die harte Kern, der im Jahr 2019 seine Premiere feierte.

Im Jahr 2020 arbeitete Kuhn als Co-Autor und Produzent der Single Tanzen von Clueso, die im April 2020 veröffentlicht wurde. Mit dem amerikanischen Künstler Noah Kahan schrieb er den Song Close Behind (Republic Records), dessen Veröffentlichung im Mai 2020 erfolgte. Außerdem arbeitete er mit der australischen Künstlerin Kate Miller Heidke an den Werken You can’t hurt me anymore und A quiet voice (EMI) und schrieb und co-produzierte mit dem neuseeländischen Künstler Harper Finn (und Cole Mgn) Norway und Dance away these days. Dance away these days erlangte Platz 2 in den neuseeländischen iTunes-Charts und Platz 2 in den neuseeländischen Radio-Charts. Im Frühsommer des Jahres produzierte er das Coveralbum Kitsch mit Annett Louisan in Wien, das Platz 7 der deutschen Charts erreichte. Eine weitere Veröffentlichung im Jahr 2020 war der Albumtrack Coast to Coast der norwegischen Künstlerin Dagny.

2021 schrieb er mit und co-produzierte den Song Bye Bye von Sarah Connor (Universal), Till I found you von dem südafrikanischen Künstler Jeremy Loops (Decca) und First day of my life vom belgischen Singer-Songwriter Milow. First day of my life ist außerdem der Titelsong des Kinderfilms Lauras Stern.

Im Moment arbeitet er unter anderem am Album der britischen Band The Kooks.[veraltet]

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autorenbeteiligungen und Produktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kuhn schreibt oder produziert die meisten seiner Lieder selbst. Darüber hinaus ist er auch als Autor und Produzent für andere Interpreten tätig. Die folgende Tabelle beinhaltet alle Charterfolge in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die Kuhn in seiner Funktion als Liedtexter oder Komponist als Autor (A) zusammengefasst sowie als Musikproduzent (P) feierte. Die Tabelle beinhaltet nur Single-Charterfolge, bei denen Kuhn als vollwertiger Produzent und nicht nur als Koproduzent fungierte. Die Tabelle gibt Auskunft über das Werk, den Interpreten sowie Details zur Veröffentlichung und Verkaufszahlen wieder.

Jahr Titel
Interpret
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[9]
(Jahr, Titel, Interpret, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE  AT  CH
2000 Perfect World A, P
Miles
DE84
(8 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: Juni 2000
2008 Der letzte große Wal P
Tomte
DE56
(3 Wo.)DE
AT67
(5 Wo.)AT
Erstveröffentlichung: 19. September 2008
2011 Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf A, P
Thees Uhlmann
DE52
(7 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 19. August 2011
2013 I Couldn’t Care Less A
Leslie Clio
DE25
Gold
Gold

(26 Wo.)DE
AT25
(18 Wo.)AT
CH66
(2 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 25. Januar 2013
Verkäufe: + 150.000
2014 Do They Know It’s Christmas? (Deutsche Version) P
Band Aid 30 Germany
DE1
(5 Wo.)DE
AT10
(3 Wo.)AT
CH21
(2 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 21. November 2014
2015 Call You Home P
Kelvin Jones
DE61
Gold
Gold

(16 Wo.)DE
AT47
(11 Wo.)AT
Erstveröffentlichung: 17. Juli 2015
Verkäufe: + 200.000
Unsere Lieder A
Adel Tawil
DE33
(6 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 14. August 2015
2016 Neuanfang A, P
Clueso
DE48
(7 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 2. September 2016
Chöre A
Mark Forster
DE2
Platin
Platin

(37 Wo.)DE
AT2
Gold
Gold

(24 Wo.)AT
CH7
Gold
Gold

(37 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 28. Oktober 2016
Verkäufe: + 425.000
Cocoon P
Milky Chance
DE34
Gold
Gold

(19 Wo.)DE
AT40
(12 Wo.)AT
CH86
(4 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 11. November 2016
Verkäufe: + 310.000
2018 Einmal A
Mark Forster
DE24
(18 Wo.)DE
AT39
(9 Wo.)AT
CH56
(8 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 5. Oktober 2018
2020 Tanzen A, P
Clueso
DE58
(1 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 24. April 2020

Filmmusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bandbeteiligungen (Studioalben)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Miles
    • 1994: Baboon
    • 1998: The Day I Vanished
    • 2000: Miles
    • 2003: Don’t let the Cold In
  • Monta
    • 2004: Where Circles Begin
    • 2007: The Brilliant Masses

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen für Musikverkäufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Goldene Schallplatte

Platin-Schallplatte

  • Australien Australien
    • 2017: für die Produktion Cocoon (Milky Chance)
  • Belgien Belgien
    • 2017: für die Autorenbeteiligung Here with You (Lost Frequencies & Netsky)

Anmerkung: Auszeichnungen in Ländern aus den Charttabellen bzw. Chartboxen sind in ebendiesen zu finden.

Land/RegionAus­zeich­nung­en für Mu­sik­ver­käu­fe
(Land/Region, Auszeichnungen, Verkäufe, Quellen)
Gold record icon.svg Gold Platinum record icon.svg Platin Ver­käu­fe Quel­len
 Australien (ARIA) 0! G Platinum record icon.svg Platin1 70.000 aria.com.au
 Belgien (BEA) 0! G Platinum record icon.svg Platin1 30.000 ultratop.be
 Deutschland (BVMI) Gold record icon.svg 3× Gold3 Platinum record icon.svg Platin1 950.000 musikindustrie.de
 Kanada (MC) Gold record icon.svg Gold1 0! P 40.000 musiccanada.com
 Niederlande (NVPI) Gold record icon.svg Gold1 0! P 20.000 nvpi.nl
 Österreich (IFPI) Gold record icon.svg Gold1 0! P 15.000 ifpi.at
 Schweiz (IFPI) Gold record icon.svg Gold1 0! P 10.000 hitparade.ch
Insgesamt Gold record icon.svg 7× Gold7 Platinum record icon.svg 3× Platin3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Tobias Kuhn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die neue Bescheidenheit in GQ Magazin Deutschland, abgerufen am 1. Mai 2012.
  2. Interview mit Tobias Kuhn auf popconnction.de; abgerufen am 15. Januar 2018.
  3. Birgit Fuß: Ein kleines bisschen Möbelschau. In: Rolling Stone. April 2012, S. 38–47.
  4. Offizielle Präsentation von Fünf-Freunde
  5. Milky Chance – Blossom. Abgerufen am 21. April 2017 (englisch).
  6. ultratop.be – Ultratop Belgian Charts. Abgerufen am 15. Januar 2018.
  7. Offizielle Deutsche Charts – Offizielle Deutsche Charts. Abgerufen am 30. Januar 2018.
  8. Linus Volkmann: Review: Feine Sahne Fischfilet – Sturm und Dreck. Musikexpress, 12. Januar 2018, abgerufen am 15. Januar 2018.
  9. Chartquellen: DE AT CH
  10. 2015 – Nominierte und Preisträger. musikautorenpreis.de, abgerufen am 15. Januar 2018.
  11. Preis für Popkultur. Abgerufen am 7. November 2017.