Toddin

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Toddin
Toddin
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Toddin hervorgehoben
Koordinaten: 53° 25′ N, 11° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Ludwigslust-Parchim
Amt: Hagenow-Land
Höhe: 22 m ü. NHN
Fläche: 11,03 km2
Einwohner: 460 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 42 Einwohner je km2
Postleitzahl: 19230
Vorwahl: 03883
Kfz-Kennzeichen: LUP, HGN, LBZ, LWL, PCH, STB
Gemeindeschlüssel: 13 0 76 139
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Bahnhofstr. 25
in 19230 Hagenow
Webpräsenz: www.amt-hagenow-land.de
Bürgermeisterin: Ute Möbius
Lage der Gemeinde Toddin im Landkreis Ludwigslust-Parchim
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Toddin ist eine Gemeinde im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie wird vom Amt Hagenow-Land mit Sitz in der Stadt Hagenow verwaltet.

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Ortsteile Toddin und Gramnitz.[2]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Toddin liegt an der südwestlichen Stadtgrenze von Hagenow. Durch die Gemeinde fließt De Beck. Die Bundesstraße 321 führt auf ihrem Weg von Pritzier nach Hagenow mitten durch Toddin.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Toddin wurde erstmals in dem am 3. April 1194[3] in Ratzeburg ausgefertigten Isfriedschen Teilungsvertrag als Todin erwähnt. Der Ratzeburger Bischof Isfried einigte sich darin mit dem Domkapitel, dass dieses fortan ein Drittel des Zehnten aus dem Stiftsgut Toddin erhalten sollte.

Der Ortsname wird auf einen Personennamen zurückgeführt, wird aber auch vom altslawischen Wort Toda abgeleitet und als Ort des Toda gedeutet.[4][5]

Toddin ist schon früh besiedelt gewesen, was zahlreiche Funde aus unterschiedlichen Perioden belegen. Áuf der Toddiner Feldmark wurde ein Urnengrab aus der vorrömischen Eisenzeit ausgegraben. Am Mühlenbach fanden sich vier Gruben mit slawischen Keramikscherben. Eine Verhüttung von Raseneisenerz hat schon im 4. Jahrhundert stattgefunden,[6] davon zeigt ein Brennofen, der in Toddin ausgegraben wurde. 1128 ist die Oll Burg urkundlich genannt. Sie lag an der Südwestecke des Dorfes und bestand aus Burg, Wohnplatz und Bauhof. Es war eine aus Holz und Erdwällen gebaute Burganlage, sicher wendischen Ursprungs.

Von 1194 bis 1230 erscheint ein Kolonist Henricus Huscit (Huxit) als Lokator in Toddin. Er muss ein sehr rühriger Mann gewesen sein, denn er trat in mehreren Orten als Lokator auf. Seine zur Vasallenschaft des Landes gehörende Familie starb noch im selben Jahrhundert aus. Zu dieser Zeit war Toddin ein geistlich-ritterschaftliches Kommuniondorf, gehörte es teilweise dem Domkapitel Ratzeburg und dem bereits genannten Kolonisten.

Ab 1432 nahm ein Knappe Hans von Pentz als Lehnsmann Toddin in Besitz. 1505 ist Hans von Pentz auf Toddin durch Achim von Lützow gewaltsam ums Leben gekommen. Nach Landesrecht wurde folgende Buße ausgesprochen: Als 1505 der Versall Achim Lützow seinen Standesgenossen Hans Pentz getödtet hatte, ließ Herzog Heinrich einen Vertrag zwischen Jenem und dem Erben des Anderen dahin vermitteln, daß ihnen der Mörder 300 Gulden rheinisch zahlte, 50 Frauen und Jungfrauen von Adel zum Leichenbegräbniß stellte, auch 30 Pfd. Wachs und 30 Paar Schuhe nebst 2 Stück Tuch den Armen gab und endlich eine Wallfahrt nach Einsiedeln für das Seelenheil des Erschlagenen ausrichtete.[7]

1615 kaufte Hartwig von Pentz auch das Gut in Cammin. Die Pentzer Familie blieb bis 1670. Rechtsnachfolger wurde 1672 Herzog Friedrich zu Grabow, ein Bruder des regierenden Herzog Adolf Friedrich. Er kaufte neben Toddin noch Pätow, Grünenhof und Quast. Toddin wurde ein herzogliches Domanialdorf und zum Amt Schwerin gelegt.

Bereits 1624 gab es in Toddin schon eine Glashütte auf dem Hüttenkanp. Vom Hüttenmeister Jost Gundlach befindet sich die Grabplatte von 1686 in der Kirche zu Hagenow.

Die Familien von Pentz strengten in den Jahren 1677, 1772 und 1836 Reluitions- und Revokationsklagen zur Rückerlangung ihres Besitzes an, doch diese wurden in letzter Instanz durch das Rostocker Oberappellationsgericht am 7. März 1850 kostenpflichtig abgewiesen.[8] Die wichtigen Acten-Stücke in der Restutions-Instanz der Proceßsache des Kammerherrn von Pentz, Klägers wider der Großherzoglich Mecklenburg-Schwerinsche Landesregierung, Beklagte, wegen Relution der alten Lehngüter Toddin, Grünenhof, Pätkow und Quast cum pertinentis: Statt handschriftlicher Mittheilung.[9]

Gutshof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Herrenhaus war ein zweistöckiger Fachwerkbau von elf Achsen. Wann und von wem es erbaut wurde, ist unbekannt. Zu DDR-Zeiten wurde es abgerissen. Der Gutshof war im Karree angelegt, das Herrenhaus stand an der kurzen Stirnseite. Stallungen und Scheunen einander gegenüber an den Längsseiten. Nur das Viehhaus stand etwas abseits auf einer leichten Anhöhe.[10]

Erster Pächter war der Amtmann von Paepke zu Quassel, ihm folgten Hagemeister und 1859 Lüpke. 1880 wurde Wilhelms Pächter und 1912 Werner von Arnswalde. 1932 wurde das Gut Toddin aufgesiedelt.

Kapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die kleine Fachwerkkapelle wurde 1520 von Joachim von Pentz als Sühnekapelle für seinen 1505 durch Achim von Lützow ermordeten Vater Hans von Pentz errichtet. Sie wurde am 11. November 1520 durch den Bischof Heinrich von Ratzeburg geweiht und bestätigt.[11] Der kleine Fachwerkbau von zwölf Achsen hatte ein steiles Walmdach mit Biberschwanzdachziegeln und einem Schornstein. Auf der Wetterfahne am Westende des Daches war die Jahreszahl 1745 eingearbeitet. Im Innern der Kapelle befand sich die Familiengruft der Familie von Pentz.

Die Kapelle hatte einen freistehenden Glockenstuhl und war von einem Friedhof umgeben. Die Kirchenglocke wurde 1745 gegossen und war im unteren Feld mit verschiedenen kleinen Rundbildchen in der Größe von Münzen verziert.

Vor dem westlichen Eingang stand noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts ein eigenartiges Grabmonument, das die Form einer Henkelurne nachahmte und eine höchst charakteristische Inschrift enthielt. Der Verstorbene Christian Friedrich Hartwig von Lützow soll sein schönes Geschäft als Kammerherr und Oberforstmeister schöner und ungehindert in einer höheren Gegend liebevoll fortsetzen.

1956 soll die Kapelle wegen Baufälligkeit abgerissen und eingeebnet worden sein. Auch der Grabstein ist verschwunden. Heute befindet sich auf dem Platz ein kleines schlichtes Gebäude.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feldsteinscheune

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Toddin

  • Feldsteinscheune in Toddin, Alte Dorfstraße 7

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 16. August 1995 durch das Innenministerium genehmigt, unter der Nr. 87 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert und in einer Feierstunde am 13. September 1996 dem Bürgermeister verliehen.

Blasonierung: „Geteilt von Rot und Gold; oben ein schräglinks liegendes silbernes Eichenblatt mit drei Eicheln an einem nach rechtshin abzweigenden Stiel; unten eine blaue Kornblume an einem blauen Stielende.“[12]

Beide gemeine Figuren symbolisieren wichtige historische und gegenwärtige Erwerbsquellen der Einwohner: die Forst- und Landwirtschaft.[13] Das Wappen wurde von dem Schweriner Heraldiker Karl-Heinz Steinbruch gestaltet.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann von Suckow (* 1. August 1820 in Toddin; † 1. Mai 1895 in Dresden), großherzoglicher Kammerherr und Intendant des Seebads Heiligendamm

Literatur und Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedruckte Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Heinrich Klüver: Toddin. In: Beschreibung des Herzogthums Mecklenburg und dazugehörige Länder und Oerter. Hamburg 1738–1742, S. 632.
  • Friedrich Schlie: Die Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Grossherzogthums Mecklenburg-Schwerin. III. Band Die Amtsgerichtsbezirke Hagenow, Wittenburg, Boizenburg, Lübthen, Dömitz, Grabow, Ludwigslust, Neustadt, Crivitz, Brüel, Warin, Neubukow, Kröpelin und Doberan. Schwerin 1899. Neudruck, Schwerin 1993 ISBN 3-910179-14-2 S. 7–9.
  • Toddin, Krs. Ludwigslust: Römische Kaiserzeit, Völkerwanderungszeit, Bronzezeit. In: Bodendenkmalpflege in Mecklenburg-Vorpommern, Bd. 42/b 1994 (1995) S. 294, 312.
  • Hans-Heinz Schütt: Toddin, Gemeinde Landkreis Ludwigslust. In: Auf Schild und Siegel. Schwerin 2002 ISBN 3-933781-21-3 S. 271−272.
  • Hugo von Pentz: Album mecklenburgischer Güter im ehemaligen ritterschaftlichen Amt Wittenburg. Schwerin 2005.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Toddin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Literatur über Toddin in der Landesbibliographie MV.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2015 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. § 1 der Hauptsatzung (PDF; 41 kB) der Gemeinde
  3. MUB I. (1863) Nr. 154: Todin ler cinm parlem ...
  4. Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg in Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. - Bd. 46 (1881), S. 145
  5. Ernst Eichler, Werner Mühlner: Toddin. MM-Ortsnamen-Lexikon, SVZ MM, Nr. 8 16. April 1993 S. 14.
  6. Toddin: Bodendenkmalpflege. 1994 S. 294.
  7. Albrecht Friedrich Wilhelm Glöckler: Die Bußen, vornähmlich nach Landrecht bis um 1560. MJB 15 (1850) S. 105.
  8. Friedrich Schlie: Das Kirchdorf Toddin 1899 S. 7
  9. Brockhaus, Leipzig 1852.
  10. Hugo von Pentz: Toddin. 2005 S. 118.
  11. Friedrich Schlie: Das Kirchdorf Toddin. 1899 S. 8.
  12. § 2 der Hauptsatzung (PDF; 41 kB) der Gemeinde
  13. Karl-Heinz Steinbruch: Ortswappen Toddin. SVZ MM, Nr. 30, 22. November 1996 S. 2.