Todesgruppe

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Der Ausdruck Todesgruppe oder Hammergruppe bezeichnet im Sportjargon – besonders in der Boulevardpresse – eine Vorrundengruppe eines Turniers, in der (fast) nur starke Mannschaften aufeinandertreffen.

Da sich z. B. aus einer Vierergruppe meist zwei Mannschaften für die nächste Runde qualifizieren, wird diese dramatisierende, martialische Bezeichnung[1] auch verwendet, wenn drei von vier Mannschaften so stark sind, dass sie zu den Mitfavoriten gezählt werden. In diesem Fall erscheint es für die (subjektiv und/oder objektiv) schwächste Mannschaft der Gruppe aussichtslos, zwei der drei starken Mannschaften hinter sich zu lassen. Umgekehrt steigt für eine als stärker eingeschätzte Mannschaft das Risiko, bereits in der Vorrunde auszuscheiden.

Im Herrenbereich kam es insbesondere bei Europameisterschaften immer wieder zu Konstellationen, die Todesgruppen beinhalten, da sich von den 54 Vereinen der UEFA auf dem fußballerisch spielstarken Kontinent Europa bis 2012 jeweils nur 16 Mannschaften für die Europameisterschaft qualifizieren konnten - es war in der Folge unwahrscheinlich, dass sich eine als schwach geltende Mannschaft überhaupt für das Feld hätte qualifizieren können, dementsprechend mussten als stark geltende Mannschaften schon früh, ggf. in der Gruppenphase, aufeinandertreffen. Ab der Fußball-Europameisterschaft 2016 werden nunmehr 24 Vereine an der Endrunde teilnehmen, wodurch sich die Wahrscheinlichkeit für Todesgruppen-Konstellationen verringern wird.

Beispiele[Bearbeiten]

Als Beispiele aus dem Fußball lassen sich aus dem Bereich der Turniere für Nationalmannschaften anführen:

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Andreas Hütig und Johannes Marx: Abseits denken: Fussball in Kultur, Philosophie und Wissenschaft, Agon Sportverlag (2004), Seite 162
  2. a b Statistical Kit FIFA Women’s World Cup Canada 2015™, Seite 38
  3. spiegel.de: „EM-Auslosung: Lächelnd durch die Todesgruppe“