Tokonoma

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Tokonoma mit Ikebana und einem hängenden Bildbogen

Die Tokonoma (jap. 床の間 toko[1]-no-ma[2] dt. wörtlich: Bettnische) ist ein essenzielles Element der traditionellen japanischen Architektur. Dabei handelt es sich um eine kleine ebenerdige oder leicht erhöhte, etwa 50 cm tiefe und 1 bis 2 m breite Nische oder einen Erker.

Tokonoma werden durch eine Sichtblende an der oberen Front begrenzt, seitlich kann sich ein kleines Fenster und ein Tokobashira genannter Baumstamm befinden.[3] Laut Tanizaki sollen Tokonoma „nicht so sehr die Wirkung einer Dekoration ausüben als vielmehr dem Schatten Tiefe verleihen.“[4] Sie werden typischerweise mit einer senkrecht hängenden Schriftrolle, der Kakemono, oder einem Ikebana-Arrangement ausgestaltet.[5] Deren Stimmigkeit mit der Wand der Tokonoma wird als tokoutsuri bezeichnet.[6]

Tokonoma sind in der Regel in Washitsu, mit Tatami (Reisstrohmatten) ausgelegten traditionellen japanischen Zimmern, zu finden.[7] Sie entstanden während der Muromachi-Zeit (14. bis 16. Jahrhundert) und sind buddhistischen Ursprungs.

In Japan wird ein sich nicht am Haushalt beteiligender Ehemann oft scherzhaft als „Tokonoma-Schmuck“ bezeichnet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tokonoma – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://en.wiktionary.org/wiki/%E5%BA%8A
  2. https://en.wiktionary.org/wiki/%E9%96%93
  3. Japanraum:Tokonoma-Wandnischen. Abgerufen am 17. Juli 2017.
  4. Tanizaki Jun’ichirō: Lob des Schattens: Entwurf einer japanischen Ästhetik, Manesse, 2010, ISBN 978-3-7175-4082-3, S.39
  5. Japanraum:Tokonoma-Wandnischen. Abgerufen am 17. Juli 2017.
  6. Tanizaki Jun’ichirō: Lob des Schattens: Entwurf einer japanischen Ästhetik, Manesse, 2010, ISBN 978-3-7175-4082-3, S.39
  7. Japanraum:Tokonoma-Wandnischen. Abgerufen am 17. Juli 2017.