Tolima

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Tolima
Flagge
Wappen
Daten
Hauptstadt Ibagué
Gouverneur Óscar Barreto Quiroga (2016–2019)
Fläche 23.562 km²
Einwohner (Gesamt)
 – Volkszählung 2005
 – Bevölkerungsdichte
 
1.365.342 
58 Einwohner/km²
Urbanisierung 54,6%
Alphabetisierungsrate 85%
Gemeindeanzahl 47
Volksbezeichnung tolimense
Wichtige Städte Espinal, Honda, Líbano
Karte
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Lage von Tolima in Kolumbien

Das Departamento del Tolima ist eine Provinz im Zentrum Kolumbiens. Ausgehend von Norden im Uhrzeigersinn ist es umgeben von den Provinzen Caldas, Cundinamarca, Huila, Valle del Cauca, Quindío und Risaralda. Der Naturpark Las Hermosas und der Nationalpark Los Nevados sind touristische Anziehungspunkte.

Landkarte des Souveränen Staats Tolima 1865.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region wurde in vorkolubiamischer Zeit vom karibischen Volk der Pijaos bewohnt, das vom Orinoco her zuwanderte. Aus der Spätzeit der Tolima-Kultur um 100 – 1000 n. Chr. stammen zahlreiche anthropomorphe Goldfiguren, die hier gefunden wurden. In den 1530er Jahren eroberte Sebastián de Belalcázar das Gebiet für Spanien. 1812 erklärte die Provinz Mariquita, zu der Tolima gehörte, die Unabhängigkeit von Spanien. 1861 wurde der souveräne Staat Tolima als Teilstaat der Vereinigten Staaten von Kolumbien mit einer eigenen Postverwaltung gegründet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand das Departement in seiner heutigen (gegenüber 1861 verkleinerten) Form.

Während des bewaffneten Konflikts in Kolumbien gehörte Tolima zu den Regionen mit den meisten Gewalttaten und Menschenrechtsverletzungen. Die Guerilla wählte die Kaffeeprovinzen Kolumbiens als strategisches Ziel und die Paramilitärs schlugen hier besonders hart zurück. Daher halbierte sich die Kaffeeernte zwischen 1990 und 2006 beinahe. Seit 2006 ging die Gewalt zurück.[1]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaft basiert auf Landwirtschaft und Viehzucht. Angebaut werden Reis, Sorghum, Baumwolle, Kaffee und Früchte. Die wenig bedeutende Industrie verarbeitet die landwirtschaftlichen Produkte weiter.

2007 wurde hier ein riesiges, möglicherweise das weltgrößte Goldvorkommen entdeckt, an dessen Erschließung vor allem von der kanadischen Tolima Gold Inc. unter Hochdruck gearbeitet wird. Die Einwohner der Gemeinde Cajamarca in Tolima stimmten im März 2017 allerdings mehrheitlich gegen den Bergbau, wo das Goldprojekt La Colosa von Anglogold Ashanti angesiedelt ist, eines des wichtigsten Unternehmen in Südamerika mit Ressourcen von 28,5 Millionen Unzen.[2]

Administrative Unterteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Departamento de Tolima besteht aus 47 Gemeinden, siehe Liste der Municipios im Departamento del Tolima.

Siehe auch: Tolima-Kultur

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. W. Ascher, N. Mirovitskaya: Economic Delopment Strategies and the Evolution of Violence in Latin America. Springer 2016, S. 105 f.
  2. Die Macht des Volkes Anti-Bergbau-Referenden beeinflussen die Investitionen miningscout.de, abgerufen am 11. Juli 2017