Tom Dumoulin

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Tom Dumoulin Straßenradsport
Tom Dumoulin beim Giro d’Italia 2017
Tom Dumoulin beim Giro d’Italia 2017
Zur Person
Spitzname vlinder van Maastricht
(Schmetterling von Maastricht).
Geburtsdatum 11. November 1990 (30 Jahre)
Nation NiederlandeNiederlande Niederlande
Disziplin Straße
Fahrertyp Zeitfahrer, Rundfahrer
Körpergröße 185 cm
Renngewicht 69 kg
Zum Team
Aktuelles Team Jumbo-Visma
Funktion Fahrer
Internationale Team(s)
2011
2012–2019
2020–
Rabobank Continental Team
Argos / Giant / Sunweb
Jumbo-Visma
Wichtigste Erfolge
Olympische Spiele
Silver medal olympic.svg Olympische Spiele 2016 – Einzelzeitfahren
UCI-Straßen-Weltmeisterschaften
Weltmeister Einzelzeitfahren 2017
Weltmeister Mannschaftszeitfahren 2017
UCI WorldTour
Jersey pink.svg Gesamtwertung Giro d’Italia 2017
vier Etappen Giro d’Italia
drei Etappen Tour de France
zwei Etappen Vuelta a España 2015
Gesamtwertung BinckBank Tour 2017
Letzte Aktualisierung: 26. September 2018

Tom Dumoulin (* 11. November 1990 in Maastricht) ist ein niederländischer Radrennfahrer. Er gewann den Giro d’Italia 2017 und wurde bei den Weltmeisterschaften 2017 Titelträger im Einzel- und Mannschaftszeitfahren.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tom Dumoulin schloss sich im Jahr 2012 dem Rabobank Continental Team an und wechselte 2012 zum Team Argos-Shimano, bei dem er 2014 die Einzelzeitfahren der UCI WorldTour-Etappenrennen Critérium du Dauphiné und Eneco Tour gewann und niederländischer Zeitfahrmeister wurde. Bei der Tour de France 2014 wurde er im Einzelzeitfahren Zweiter hinter Tony Martin. Am Jahresende gewann er die Bronzemedaille im Einzelzeitfahren der Straßenweltmeisterschaften.

Zu Beginn seiner Zeit im Peloton bekam Dumoulin den Beinamen vlinder van Maastricht (Schmetterling von Maastricht),[1][2] da er „unbekümmert wie ein Schmetterling“ von Erfolg zu Erfolg flattere.[3]

Bei der Tour de Suisse 2015 gewann er beide Einzelzeitfahren und trug vier Tage das Gelbe Trikot des Gesamtführenden. Die anschließende Tour de France musste Dumoulin als bis dahin Gesamtdritter auf der dritten Etappe sturzbedingt aufgeben.[4] Im September bestritt er die Vuelta a España, bei der er eine Bergankunft[5] und ein Einzelzeitfahren gewann und lange sogar die unerwartete Möglichkeit hatte, die Rundfahrt zu gewinnen. Erst auf der 20. Etappe übernahm Fabio Aru das Rote Trikot des Gesamtführenden von Dumoulin, der schließlich als kämpferischster Fahrer der Vuelta ausgezeichnet wurde und die Rundfahrt auf dem sechsten Gesamtrang beendete.

2016 gewann er das Auftaktzeitfahren des Giro d’Italia und entschied zwei Etappen der Tour de France, die schwere Bergetappe nach Andorra Arcalis und das Einzelzeitfahren, für sich. Bei den Olympischen Spielen gewann er im Zeitfahren die Silbermedaille.

2017 gewann Dumoulin beim Giro d’Italia nach zwei Etappen auch die Gesamtwertung, nachdem er vor dem abschließenden Zeitfahren noch auf Rang vier gelegen hatte. Er ist der erste Niederländer, der den Giro d’Italia für sich entscheiden konnte.[6] Außerdem war es der erste Sieg eines Niederländers bei einer der drei großen Rundfahrten seit 1980, als Joop Zoetemelk die Tour de France gewonnen hatte. Des Weiteren konnte er die Gesamtwertung der BinckBank Tour für sich entscheiden. Im September 2017 wurde er zweifacher Weltmeister, im Mannschafts- sowie im Einzelzeitfahren. Er wurde damit der erste Zeitfahrweltmeister aus den Niederlanden.

2018 bestritt er als Vorjahressieger wieder den Giro d’Italia, wo er das Auftaktzeitfahren in Jerusalem gewann und die Rundfahrt anschließend als Zweiter mit 46 Sekunden Rückstand auf Chris Froome beendete.[7][8]

Dumoulin gewann das Zeitfahren bei der Tour de France 2018

Anschließend bestritt er außerdem die Tour de France, zum ersten Mal mit dem Ziel des Gesamtklassements. Auf der 6. Etappe nach Mûr de Bretagne erlitt Dumoulin fünf Kilometer vor dem Ziel einen Defekt, der dadurch 53 Sekunden einbüßte und zusätzlich noch 20 Sekunden Zeitstrafe erhielte, da er bei seiner Aufholjagd den Windschatten seines Teamfahrzeugs nutzte.[9] Die beiden Bergankünfte der 11. Etappe nach La Rosière und 12. Etappe nach Alpe d'Huez beendete er jeweils als Zweiter. Der Niederländer gewann das Einzelzeitfahren der 20. Etappe mit einer Sekunde Vorsprung auf Chris Froome und verteidigte somit seinen zweiten Rang in der Gesamtwertung mit 1:51 Minuten Rückstand auf den Sieger der Rundfahrt, Geraint Thomas.

Bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften in Innsbruck erlangte Dumoulin Silber im Mannschaftszeitfahren, im Einzelzeitfahren wurde er als Titelverteidiger mit einem Rückstand von 1:21 Minuten auf Rohan Dennis ebenfalls Zweiter. Im Straßenrennen kam er eineinhalb Kilometer vor dem Ziel nochmal an eine dreiköpfige Spitzengruppe um den späteren Weltmeister Alejandro Valverde, die sich am letzten Anstieg abgesetzt hatte, heran und wurde im Zielsprint Vierter.[10]

Beim Giro d’Italia 2019 trat Dumoulin mit dem Ziel an, seinen Erfolg aus dem Jahr 2017 zu wiederholen. Nach einem Sturz auf der vierten Etappe musste er die Rundfahrt jedoch kurz nach dem Start der fünften Etappe verletzt beenden.[11] Dumoulin zeigte sich in der Folge unzufrieden mit der Transferpolitik seiner Mannschaft, vermisste insbesondere Unterstützung im Hochgebirge, worauf der Vertrag mit mit dem Team Sunweb einvernehmlich vorzeitig beendete wurde, so dass er zur Saison 2020 zu Jumbo-Visma wechseln konnte.[12]

Für Jumbo-Visma bestritt Dumoulin die Tour de France 2020 als Helfer des Gesamtzweiten Primož Roglič und wurde selbst behindert von Gesäßbeschwerden Gesamtsiebter. Die anschließende Vuelta a España 2020 beendete er nach der siebten Etappe wegen Erschöpfung. Zu Beginn der Saison 2021 gab er bekannt, erstmals die flacheren Frühjahrsklassiker bestreiten wolle. Kurz darauf erklärte der seit 2019 von gesundheitlichen Problemen beeinträchtigte Dumoulin eine Auszeit vom Radsport nehmen zu wollen, um für sich zu klären, ob er weiter als Radprofi tätig sein wolle.[13]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2014, 2015 und 2016 wurde Tom Dumoulin als niederländischer Radsportler des Jahres geehrt.[14] 2017 folgte die Ehrung als niederländischer Sportler des Jahres[15] und wurde zum Ritter des Ordens von Oranien-Nassau ernannt. Die Association Internationale des Journalistes du Cyclisme (kurz AIJC; dt.: Internationale Vereinigung von Radsportjournalisten) hat ihn außerdem zum medien-freundlichsten Radsportler gekürt.[16][17]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der 16. Etappe des Giro d’Italia 2017, der Königsetappe, die über den Stelvio führte, musste Dumoulin 30 Kilometer vor dem Ziel eine Zwangspause einlegen und aufgrund von Magenproblemen seine Notdurft verrichten, der Kamerawagen, der diesen Moment aufnahm, schwenkte die Kamera noch rechtzeitig weg. Schließlich sank sein Abstand auf den Zweiten der Gesamtwertung von 2:41 Minuten auf nur 31 Sekunden, konnte aber das Rosa Trikot dennoch behalten und gewann am Ende die Rundfahrt.[18]

Im Oktober 2018 heiratete Dumoulin seine langjährige Freundin Thanee van Hulst in seiner Heimatstadt Maastricht im Familienkreis.[19]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2010
2011
2014
2015
2016
2017
2018

Wichtige Platzierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elite-Weltmeisterschaften
Weltmeisterschaft201220132014201520162017201820192020
StraßenrennenDNF2211DNF25414
Einzelzeitfahren1435111210
Mannschaftszeitfahren85712
Legende: DNF: did not finish, aufgegeben oder wegen Zeitüberschreitung nicht klassifiziert.
Grand-Tours
Grand Tour201220132014201520162017201820192020
Maglia Rosa Giro d’ItaliaDNF12DNF
Gelbes Trikot Tour de France4133DNFDNF27
Rotes Trikot Vuelta a España6DNF
Legende: DNF: did not finish, aufgegeben oder wegen Zeitüberschreitung aus dem Rennen genommen.
Monumente des Radsports
Monument des Radsports201220132014201520162017201820192020
Mailand–Sanremo12625693111
Flandern-RundfahrtDNF
Paris–Roubaix
Lüttich–Bastogne–LüttichDNF121652522155012
Lombardei-RundfahrtDNF1843DNFDNF
Legende: DNF: did not finish, aufgegeben oder wegen Zeitüberschreitung nicht klassifiziert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Tom Dumoulin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sander van Mersbergen4-7-15 -08:25: Zet Dumoulin Nederland op zijn kop? In: ad.nl. 4. Juli 2015, abgerufen am 31. August 2015.
  2. 'De wielergedichten': Wat nou "vlinder". In: wielergedichten.blogspot.de. Abgerufen am 31. August 2015.
  3. Sander van Mersbergern: Zet Dumoulin Nederland op zijn kop? In: ad.nl. 5. Juli 2014, abgerufen am 15. Juli 2016 (niederländisch).
  4. Tour de France: Tiefschlag für Cancellara, Dumoulin und Orica durch den Sturz auf der 3. Etappe. eurosport.de, 7. Juli 2015, abgerufen am 15. September 2015.
  5. Dumoulin mit Doppelschlag, Froome mit Comeback. radsport-news.com, 30. August 2015, abgerufen am 15. September 2015.
  6. Simon MacMichael: Tom Dumoulin becomes first Dutch winner of Giro d'Italia. In: road.cc. 28. Mai 2017, abgerufen am 28. Mai 2017 (englisch).
  7. Barry Ryan: Tom Dumoulin: The victory was more important than the time gained –. In: cyclingnews.com. 4. Mai 2018, abgerufen am 23. Januar 2021 (englisch).
  8. Barry Ryan: No regrets for Tom Dumoulin at Giro d'Italia –. In: cyclingnews.com. 27. Mai 2018, abgerufen am 23. Januar 2021 (englisch).
  9. Brecht Decaluwé: Bad luck strikes Tom Dumoulin before Mur de Bretagne –. In: cyclingnews.com. 12. Juli 2018, abgerufen am 23. Januar 2021 (englisch).
  10. Endlich WM-Gold: Valverde am Ziel seiner Träume. In: radsport-news.com. 30. September 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  11. Dumoulin steigt noch vor dem scharfen Start vom Rad. In: radsport-news.com. 15. Mai 2019, abgerufen am 15. Mai 2019.
  12. Für Dumoulin ist der Weg zu Jumbo - Visma frei. In: radsport-news.com. 18. August 2019, abgerufen am 23. Januar 2021.
  13. Dumoulin nimmt Auszeit vom Radsport. In: radsport-news.com. 23. Januar 2021, abgerufen am 23. Januar 2021.
  14. Dumoulin and Van der Breggen named Dutch riders of the year for 2016. Cycling News, 12. November 2016, abgerufen am 12. November 2016 (niederländisch).
  15. Sportprijzen 2017 uitgereikt. In: nocnsf.nl. NOC*NSF, 17. Dezember 2017, abgerufen am 31. Januar 2018 (niederländisch).
  16. AIJC – l'Association Internationale des Journalistes du Cyclisme. Abgerufen am 29. Juli 2018 (amerikanisches Englisch).
  17. Team Sunweb. Abgerufen am 29. Juli 2018 (amerikanisches Englisch).
  18. Henry Robertshaw: Tom Dumoulin reveals he’s undergoing tests to prevent repeat of infamous Giro d’Italia toilet stop. In: cyclingweekly.com. 1. Dezember 2017, abgerufen am 26. September 2018 (englisch).
  19. Ciclismo, tempo di... matrimoni: Dumoulin, Cimolai e Battaglin sposi. In: gazzetta.it. 23. Oktober 2018, abgerufen am 6. November 2018 (italienisch).