Tom Harrell

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Tom Harrell (2011)

Tom Harrell (* 16. Juni 1946 in Urbana, Illinois) ist ein US-amerikanischer Jazztrompeter und Komponist. Neben der Trompete spielt er auch Flügelhorn.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tom Harrell wurde in Urbana (Illinois) geboren und begann mit acht Jahren Trompete zu erlernen. Bald zog er mit seinen Eltern nach San Francisco. Dort trat er bereits mit 13 Jahren mit lokalen Bands auf. 1969 schloss er sein Studium an der Stanford University ab und wurde Mitglied in Stan Kentons Orchester, ging mit dem Orchester auf Tournee und nahm an Aufnahmen teil. Nachdem er Kentons Band verlassen hatte, spielte er bei der Woody Herman Big Band (1970–1971), Azteca (1972), dem Horace Silver Quintet (1973–1974), der Sam Jones Big Band, dem Lee Konitz Nonet (1979–1981), George Russell, dem Mel Lewis Orchestra (1981) und bei Charlie Hadens Liberation Music Orchestra. Zusätzlich machte er Aufnahmen mit Bill Evans, Dizzy Gillespie, Bob Brookmeyer, Lionel Hampton und anderen. Von 1983 bis 1989 war er ein zentrales Mitglied des Phil Woods Quintet, tourte durch die ganze Welt und absolvierte zahlreiche Aufnahmen. Phil Woods war es auch, der Harrell in seiner Arbeit als Komponist bestärkte:

„„Obwohl ich schon eine Solokarriere verfolgte, als ich bei Phil Woods spielte, war er es, der mich ermutigte, eigene Stücke zu schreiben.[1]

Tom Harrell

Seit 1989 hat er eine eigene Band, meist in einer Quintett-Formation, gelegentlich auch in Big-Band-Besetzung. Es gibt kaum einen wichtigen Jazzclub oder ein Jazz-Festival, wo er nicht aufgetreten ist. Er nahm für zahlreiche Jazz-Labels auf, unter anderem Pinnacle, Blackhawk, Criss Cross, SteepleChase, Contemporary Records, Chesky und RCA. Für seine Plattenaufnahmen konnte er als Sidemen Musiker wie Kenny Garrett, Kenny Barron, John Scofield, Joe Lovano, Danilo Pérez, Leon Parker, Billy Hart, Charlie Haden, Reggie Johnson oder Art Farmer gewinnen. Die beiden Veröffentlichungen Light On aus dem Jahr 2007 und Prana Dance aus 2009 spielte Harrell in Quintett-Besetzung zusammen mit Wayne Escoffery (Tenorsaxophon), Danny Grissett (Fender Rhodes und Klavier), Ugonna Okegwo (Bass) und Johnathan Blake (Schlagzeug) ein.

Tom Harrell hat abseits der Bühne mit einer schweren Beeinträchtigung zu kämpfen, da er an einer Schizophrenie-Erkrankung leidet.[2][3][4] Seine Ehefrau, Angela Harrell, die auf Moving Picture auch als Co-Produzentin firmiert, ermöglichte ihm, die Beeinträchtigungen zu überwinden und seinen Musikerberuf fortzuführen.

Im September 2016 erschien das Album Something Gold, Something Blue, allesamt bis auf den Klassiker Body and Soul Eigenkompositionen, bei dem er eng mit Ambrose Akinmusire zusammenarbeitete.[5] Das 2017 in Quartett-Besetzung (mit Adam Cruz dr, Danny Grissett p, Ugonna Okegwo b) wiederum auf HighNote Records herausgebrachte Album Moving Picture[6] stellte er im Jahr 2018 auch in einer kleinen Europatournee, unter anderem in Berlin und Münster, vor; der Auftritt im Berliner Quasimodo wurde mitgeschnitten und am 28. Mai 2018 in der Reihe In Concert von Deutschlandfunk Kultur gesendet.[7]

Tom Harrell (2017)

Diskographie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lexikalischer Eintrag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Tom Harrell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. vgl. Rolf Thomas: Tom Harrell. Der Allerbeste.@1@2Vorlage:Toter Link/www.jazzthing.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven) In: Jazz thing/78
  2. Interview mit Chris Wong (2004)
  3. Making Music That Catches the Wind (2008)
  4. Harrell Blows Past His Troubles Trumpeter Overcomes Mental Illness To Achieve Jazz Stardom (1996) in Philly.com
  5. Something Gold, Something Blue Allmusic, abgerufen 31. Mai 2018
  6. Die Plattenaufnahme war im September 2016 im That Sound Music Studio im südfranzösischen Pompignan erfolgt. Vgl. Tom Harrell – Moving Picture, Discogs, abgerufen 31. Mai 2018
  7. Tom Harrell Quartet Sehnsuchtsvolle Klangreisen, DLF Kultur vom 28. Mai 2018, abgerufen 31. Mai 2018